Samstag, 25. Mai 2013
Frende-immer für einander da, immer.
Sofort fiel ich ihm um den Hals. Er war erst
überrascht, umarmte mich dann aber. Ich weinte einfach. Mike ging mit mir ein
Stückchen nach hinten, um die Tür zu schließen. Chaz kam aus Mikes Zimmer. Auch
er umarmte mich still. So standen wir also da und die beiden wussten nicht
einmal wieso. Im Prinzip weiß ich es nicht einmal selbst. Mein Vater schlägt
mich, ignoriert mich. Ich bin ein nichts für ihn. Das wissen die beiden aber
auch nicht. „Sam was ist passiert?“ fragte Mike mich leise. „Meine…meine
Eltern…sie lassen sich scheiden…“ brachte ich grad noch hervor. Mikes Schwester
Annie kam aus ihrem Zimmer. „Was ist los?“ fragte sie überrascht. „Ihre Eltern
lassen sich scheiden.“ Meinte Mike und machte eine Handbewegung, dass sie gehen
sollte. Sie ging wieder in ihr Zimmer. „Wollen wir vielleicht in mein Zimmer?“
fragte Mike weiter. Ich nickte nur. Ich ging wie in Trance in sein Zimmer. Wir
setzten uns zu dritt auf sein Bett und ich weinte. „Ich…ich weiß nicht warum
ich weine…ich sollte froh sein…“ meinte ich leise. Jetzt machten beide fragende
Gesichter. „Ihr wisst nicht alles über mich…“ meinte ich nur. „Mein Vater…er
schlägt mich, er ignoriert mich…Ich bin nichts für ihn… Er hasst mich…“ meinte
ich. „Wie, er schlägt dich?“ fragte Chaz geschockt. Ich krempelte meine Ärmel
und Hosenbeine hoch. Was zum Vorschein kam, war grausig. Blaue, grüne und Lila
Flecken, aufgeplatzte Haut an einigen Stellen. Alles andere als schön und es
war auch nicht schön zu ertragen. Mike und Chaz guckten geschockt auf die
Blauen Flecke und Wunden. Dann erzählte ich ihnen die GANZE Geschichte. Die
beiden unterbrachen mich nicht einmal. Sie hörten mir gespannt zu. Als ich
fertig war weinte ich aufeinmal wieder. Und diesmal RICHTIG. Die beiden hatten
Mühe mich ein wenig zu beruhigen. „Ich…ich will meine Eltern heute nicht mehr
sehen, kann ich bei einem von euch pennen?“ fragte ich. Das war auch alles was
ich herausbrachte. „Sorry, bei mir geht es heute nicht, wir kriegen gleich noch
besuch.“ Meinte Chaz. Ich guckte hilflos zu Mike. „Klar, meine Eltern kommen
erst am Wochenende wieder und meine Schwester geht heute Abend eh. Du kannst
natürlich bei mir pennen.“ Meinte Mike und küsste meine Stirn. „Danke…“ meinte
ich und kuschelte mich an ihn. Von der anderen Seite kuschelte sich Chaz gegen
mich. Wir lagen eine Weile so. Ich weinte. Dann musste Chaz nach unten, weil
seine Verwandtschaft da war. Mittlerweile war es halb sieben. „Ich frag mal
meine Schwester, ob sie dir was zum Anziehen für heute Nacht geben kann…“
meinte Mike und wollte aufstehen. „Nein, du kannst mir einfach eine Jogginghose
und ein T-Shirt oder einen Pulli von dir geben…“ meinte ich und hielt ihm am
Arm fest. „Ok…willst du was essen?“ fragte Mike. Ich nickte. Wir gingen in die Küche
und machten uns Pizza. Dann saßen wir auf seinem Bett, futterten Pizza und
guckten 8 Mile. Mindestens zum 50sten mal. Ich war danach voll müde und es war
auch schon 9 Uhr. Jedoch guckten wir dann noch Transformers. Ich war die ganze
Zeit wach, aber als der Film vorbei war, überkam mich die Müdigkeit wieder. Es
war ja auch schon 11 Uhr. „Willst du schlafen?“ fragte mich Mike. Schlaftrunken
nickte ich. Er ging zu seinem Schrank und gab mir kurz darauf eine schwarze
Jogginghose und eins seiner T-Shirts.
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