Prolog
„Das kannst du mir nicht antun!“ schrie ich ihn mit Tränen in den Augen an.
„Jenny, bitte! Ich wünschte es gäbe eine andere Möglichkeit, aber die gibt es
leider nicht…“ sagte er mit Verzweifeltem Blick. „NEIN! Nein, nein, nein, nein,
nein! Das kann es nicht gewesen sein! Das geht nicht! Wieso… wieso immer ich?
Oder besser, warum du? Warum kann nicht irgendein anderer gehen?!“ Ich war
vollkommen verzweifelt. „Ich… Ach ich weiß auch nicht. Ich liebe dich und ich
will dich auf gar keinen Fall verlieren, aber ich kann es doch auch nicht
ändern…“
Vorweihnachtszeit ist einfach das aller schönste auf der ganzen Welt. Deswegen hat das Jahr für mich ja auch fünf und nicht vier Jahreszeiten. Frühling, Sommer, Herbst, Vorweihnachtszeit und Winter. Heute ist der 30. November, das heißt morgen ist der erste Dezember und der erste Advent. Und ich kann meinen Adventskalender aufmachen. Darauf freue ich mich schon seit meinem Geburtstag vor zwei Wochen. Mein Freund Max hat ihn selbst gemacht und mir zum Geburtstag geschenkt, weil er weiß, dass ich die Weihnachtszeit so liebe. Und ihn natürlich auch. Vor zwei Wochen wurde ich sechzehn. Ich durfte mir dann endlich meine Haare färben. Von Honigblond zu Kastanienbraun. Die Haarfarbe ist jetzt ein toller Kontrast zu meiner hellen Haut und meinen grünen Augen. Max hat mich dann aber schon nicht mehr gesehen. Er musste zwei Wochen mit seiner Familie nach Italien. Irgendwie wegen seiner Tante so ganz blicke ich da aber noch nicht durch. Das schlimmste ist, dass wir noch bis zum 23 schule haben. Also wir haben ja schon am 21 Ferien, aber nur wegen dem Wochenende davor. Morgen ist Sonntag. Das ist so ein schöner Wintertag finde ich. Und außerdem kommt Max morgen wieder. Meine Eltern und meine Geschwister müssen morgen weg. Ich sollte eigentlich auch mit, aber ich habe ihnen gesagt, dass Max zurückkommt. Mein Bruder hat mich doof angegrinst und meine Schwester liebevoll. Also muss ich Morgen nicht mit. Und Max und ich sind morgen allein. Jetzt ist es schon… viertel vor zehn. Also in ein paar Stunden fliegt Max auch los. Er will ganz rechtzeitig ankommen, sodass er mich so schnell wie möglich sieht. Deswegen hat er auch seine Eltern überredet, den frühsten Flug zurück nach Deutschland zu nehmen. Also den gegen null Uhr. Er ist dann also so etwa um halb zwei morgens in Hamburg und dann fährt er mit seinen Eltern schnell nach Hause. Dann kann er auch noch ein wenig in seinem eigenen Bett schlafen. „Ich vermiss dich…“ schrieb ich ihm noch bei Whatsapp. „Aber in ein paar Stunden hast du mich ja wieder :)“ schrieb er zurück. „Aber das dauert mir zu lange… Ich musste jetzt schon ganze zwei Wochen auf dich verzichten :)“ meinte ich. „Nur Geduld. Du kannst ja dann morgen meinen Adventskalender für dich aufmachen. Dann bist du mir ein wenig näher :*“ schrieb er zurück. „Hm…ja. Ich gehe jetzt auch schlafen ich bin schon sooo müde…zzzz…“ schrieb ich lächelnd. „Hab süße Träume :* Bis morgen.“ Schrieb er zurück. „Bis Morgen.“ Verträumt legte ich mein Handy weg und machte die Lampe auf meinem Nachttisch aus. Ich krallte mir das Kissen, das Max mir letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt hatte und kuschelte mich ganz fest daran. Nach gut einer halben Stunde schlief ich tief und fest.
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