Am nächsten Morgen wurden wir
wieder von Abby geweckt.
Es klopfte an unserer Tür. Wir hatten sie irgendwann in der Nacht wieder aufgeschlossen und uns auch wieder etwas angezogen. Abby öffnete sie. „Oh, wow...it’s pretty warm in here...!“ sagte sie überrascht und ging sofort zum Fenster um es zu öffnen. Es war immer noch ein wenig nass von gestern Nacht. „What? How could that be? How could it be wet?“ sagte sie und wischte das Wasser weg. „Well, I don’t know. “ meinte ich. Da fiel mir die Ecke von dem Kondompäcken ins Auge. Sie lag noch auf meinem Nachttisch. Hektisch nahm ich sie in meine Hand und konnte nur hoffen, dass Abby sie nicht gesehen hatte. Unser „Privatleben“ geht sie nun wirklich nichts an. Wir machten uns fertig und gingen zu den anderen an den Frühstückstisch. Ich musste fast ununterbrochen gähnen. „It looks like there’s someone really tired.“ Meinte Mike. Ich lächelte verlegen. “Yes, I didn’t slept that much...” meinte ich. Mike lächelte mir zu und auch Abby. „So, you still wanna go shopping today?“ fragte sie. „Yes! I love shopping!“ antwortete ich sofort. Mike schaute auf Alex. “Well, Alex doesn’t look like he loves it.” Meinte er lächelnd. “Yeah, you know, She likes it so I have to deal with it. But I always hold her bags.” Meinte er lächelnd. “Like A Gentlemen.” Meinte Abby. Alex nickte grinsend.
Nach dem Frühstück hatten wir noch eine Stunde bis wir shoppen gehen würden. Ich zog mir erstmal etwas vernünftiges an. Ich entschied mich für mein Of Mice & Men Shirt, dazu die Hot Pants von gestern, ein rotes Karohemnd um die Hüfte und Bikerboots. Meine Sonnenbrille und meine kleine schwarze Umhängetasche durften natürlich nicht fehlen.
Dann fuhren wir in die Stadt. Das Kindermädchen passte solange auf Maggie, Larissa und John auf. Kinder kann man beim shoppen nicht so wirklich gebrauchen. Also machten wir eine ausgiebige Shoppingtour mit Frozen Yoghurt und Smoothies zwischendurch. Wie Alex es schon gesagt hatte trug er meine Taschen. Aber es waren viele kleine Taschen.
Das wichtigste kaufte ich mir aber am Zeitungskiosk. Das Kerrang! Magazine und das Rockbound Magazine. Darauf hatte ich so lange gewartet, da es die ja nicht in Deutschland gab. Ich wollte sie schon seit Jahren so gerne haben und jetzt hatte ich sie endlich.
Wieder zu Hause angekommen betrachtete ich meine Ausbeute an Klamotten und Schmuck erstmal genau: Einen Skater Skirt, fünf T-Shirts, zwei paar Hot Pants, eine ripped-skinny Jeans, einen Pulli, zwei Blusen, ein Karohemd, eine Kette, drei Armbänder, drei paar Ohrringe, zwei Tops und ein paar Vans.
Mama hatte mir ja extra Geld für die Reise gegeben, bzw. ich hatte Geld zu meinem Geburtstag bekommen, bzw. schon davor. Mein Geburtstag ist ja erst in ein paar Wochen. Und da ich dass ansonsten sowieso für nichts ausgeben würde außer shoppen in Deutschland, gab ich es jetzt einfach fürs shoppen in Amerika aus.
Ein paar Kosmetik Artikel hatte ich mir dann auch noch gekauft: eine Liedschattenpalette, einen Mascara, ein Deo, ein Duschgel, einen Eyeliner und einen Kayalstift.
Alex hatte mir ein schlichtes silbernes Armband gekauft.
Die restlichen vier Tage gingen wir jeden Tag an den Strand. Den Tag danach mussten wir wieder zurück nach Deutschland fliegen. Ich hatte die Nacht davor wirklich nur ganz wenig geschlafen. Deswegen schlief ich jetzt im Flugzeug ziemlich viel. Ansonsten hörte ich viel Musik und zockte auf meinem Handy oder Nintendo DS.
Am Flughafen warteten anstatt Mama, Papa und Jack auf mich. Jenny konnte nicht zum Flughafen kommen, aber wir würden gleich sofort zu ihr fahren.
Seit Marias Beerdigung, die übrigens sehr schlimm gewesen war, genauso für mich, als auch für Alex, Jenny und Mark, hatte ich sie nicht mehr gesehen, nicht einmal, als wir Alex von ihm zu Hause abgeholt hatten um zum Flughafen zu fahren.
Papa hielt ein Schild hoch mit der Aufschrift: „Best Daughter in the World and her beloved Boyfriend“. Als ich das las fiel ich Papa mit Tränen in den Augen um den Hals, danach umarmte ich auch noch Jack. Papa klopfte Alex auf die Schulter und Jack und Alex checkten sich ein.
Papa fuhr uns dann zu Jenny. Wir tranken dort Tee und zeigten Fotos und erzählten. Danach fuhr Papa Jack und mich nach Hause, da musste ich auch nochmal alles erzählen und zeigte Fotos.
Wir waren nun mitten in den Sommerferien und ich hatte keine Ahnung was ich machen sollte. Amerika war nun vorbei und ich war wieder zu Hause, da wo nichts so schön ist wie Kalifornien und die Erinnerungen zurückkommen.
Einige Wochen danach war dann mein Geburtstag. Ich bekam ja nichts mehr außer Kuchen, da ich dieses Jahr ja schon alles bekommen hatte, bevor wir nach Kalifornien geflogen waren.
Ich war jetzt in der zehnten Klasse. Noch dieses Jahr und dann zwei Jahre Abitur, dann war ich endlich fertig mit der Schule. Jack ging nun in die elfte Klasse, also musste er nur noch die zwei Jahre Abitur überstehen.
Alex ging ja nun auch wieder auf diese Schule. Im Unterricht passte ich am ersten Tag kaum auf. Meine Gedanken waren bei Maria, die nun nicht mehr neben mir saß, die nicht mehr mit mir in die selbe Klasse ging, die mich nicht mehr vom Unterricht abhielt, die nicht mehr die Lehrer in den Wahnsinn trieb, weil sie immer redete, Maria, die...die einfach nicht mehr da war...
„Olivia!“ flüsterte Alex mir mit Nachdruck entgegen. Ich kam wieder zurück in die Realität und sah auf. Herr Müller, den wir unglücklicherweise immer noch in hatten, sah mich fordernd an. „Ehm...Entschuldigung, können sie das nochmal wiederholen...?“ fragte ich verlegen und immer noch nicht ganz bei der Sache. „Frau Aprils, ich habe das Gefühl, dass sie nicht ganz bei der Sache sind und das schon gleich am ersten Tag des Schuljahres.“ Sagte er. Jetzt mussten wir ja mit „Frau...“ und „Herr...“ angesprochen werden. „Ja...ich denke nur grade an...ach egal...“ antwortete ich. „Ja sagen sie ruhig woran sie denken, dann können wir alle an ihren Gedanken teilhaben, die ja offensichtlich viel interessanter sein müssen, als der Unterricht.“ Sagte Herr Müller in demselben schnippischen Ton wie immer.
In mir kam es langsam hoch. „An Maria...“ sagte ich. Herr Müllers Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig von bösartig zu betroffen. „Oh...eh...ja...es tut mir leid.“ Sagte er. Aber es war auch egal was er sagte, jetzt war es zu spät. Die Tränen liefen meine Wangen entlang und ich musste mir die Hand vor den Mund pressen, damit ich nicht laut schluchzte. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Ich sprang ruckartig raus und rannte aus der Klasse und die Treppen runter. Ich hörte schritte hinter mir, aber ich rannte einfach aufs Mädchenklo und schloss mich in einer Kabine ein.
Glücklicherweise war niemand außer mir da. Ich weinte und wischte meine Tränen mit Klopapier weg. „Olivia?“ hörte ich jemanden fragen. Es hörte sich nach Emily an. Dann hörte ich Schritte die auf mich zukamen. „Olivia, machst du bitte die Kabine auf?“. Es war eindeutig Emily. Ich antwortete nicht und öffnete auch nicht die Kabine. „Olivia...bitte.“ sagte sie. Nach kurzem zögern öffnete ich sie dann doch und trat raus. Emily lächelte mir leicht gequält zu. „Olivia, Herrn Müller tut es wirklich Leid was er gesagt hat.“ Sagte sie. „Ach, der dumme Müller ist mir doch egal, es geht darum, dass sie nicht mehr da ist...Maria...“. Meine Stimmer versagt durch die Tränen. Emily umarmte mich aufeinmal einfach. Erst war ich überrascht, dann erwiderte ich die Umarmung und heulte einfach. „Ich vermisse sie so sehr...!“ schluchzte ich. „Das kann ich verstehen, ihr wart schließlich beste Freunde seit ihr denken konntet.“ Sagte Emily sanft. „Ja...Maria...“ flüsterte ich mit erstickter Stimme. Wir standen eine Weile so, dann lösten wir uns wieder. „Wollen wir zurück in die Klasse? Es ist schon fast Pause.“ Fragte Maria. Ich nickte und wischte nochmal an meinen Augen rum. Ich war einen letzten Blick in den Spiegel, dann gingen wir wieder hoch.
Als wir in die Klasse gingen sahen uns wieder alle an. Herr Müller saß auf seinem Lehrertisch. Ich setzte mich wortlos neben Alex und sah Herrn Müller mit meinem Todesblick, meinem „Du bist für mich gestorben“ Blick. Alex strich mir über den Arm.
Der Tag ging gar nicht schnell genug vorbei. Zu Hause war es aber die Krönung.
Ich war grad in der Küche. Robin kam zu mir und schloss die Tür. „Ok, weder deine Mutter, noch irgendeiner von deinen Geschwistern ist da...“ sagte er und kam mir immer näher. Ich wich zurück. Robin kam immer weiter auf mich zu, bis ich meinen Rücken schon an die Wand presste und er direkt vor mir stand. Er strich mir über die Haare. Ich drehte meinen Kopf weg. „Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet...“ flüsterte er und in seinen Augen konnte ich die Gier sehen. Er schob meinen Träger von meinem Top und meinem BH runter. Ich konnte mich nicht bewegen, ich war wie gelähmt. „GEH WEG!“ rief ich schließlich, aber er reagierte nicht darauf. Danach rief ich um Hilfe, auch wenn ich mir sicher war, genauso wie er, dass mich niemand hören würde. Er schob grade mein Top hoch, da riss jemand die Küchentür auf. Völlig überrascht drehte sich Robin um. Papa stand in der Tür und hinter ihm Mama, die völlig entsetzt war und mit weit aufgerissenen Augen auf Robin starrte. Im nächsten Moment stand Papa neben Robin und hatte ihm in Polizeigriff. Er hatte früher mal ein Praktikum bei der Polizei gemacht. „Cassadee, ruf die Polizei!“ sagte er. Robin wand sich in Papas Griff, aber er tat sich dabei ja nur weh. Nach wenigen Minuten traf die Polizei ein. „Hat er dir etwas getan?“ fragte mich eine Polizistin. „Nein...er war nur grad dabei mich auszuziehen.“ Meinte ich. Sie nickte und notierte sich etwas.
Es klopfte an unserer Tür. Wir hatten sie irgendwann in der Nacht wieder aufgeschlossen und uns auch wieder etwas angezogen. Abby öffnete sie. „Oh, wow...it’s pretty warm in here...!“ sagte sie überrascht und ging sofort zum Fenster um es zu öffnen. Es war immer noch ein wenig nass von gestern Nacht. „What? How could that be? How could it be wet?“ sagte sie und wischte das Wasser weg. „Well, I don’t know. “ meinte ich. Da fiel mir die Ecke von dem Kondompäcken ins Auge. Sie lag noch auf meinem Nachttisch. Hektisch nahm ich sie in meine Hand und konnte nur hoffen, dass Abby sie nicht gesehen hatte. Unser „Privatleben“ geht sie nun wirklich nichts an. Wir machten uns fertig und gingen zu den anderen an den Frühstückstisch. Ich musste fast ununterbrochen gähnen. „It looks like there’s someone really tired.“ Meinte Mike. Ich lächelte verlegen. “Yes, I didn’t slept that much...” meinte ich. Mike lächelte mir zu und auch Abby. „So, you still wanna go shopping today?“ fragte sie. „Yes! I love shopping!“ antwortete ich sofort. Mike schaute auf Alex. “Well, Alex doesn’t look like he loves it.” Meinte er lächelnd. “Yeah, you know, She likes it so I have to deal with it. But I always hold her bags.” Meinte er lächelnd. “Like A Gentlemen.” Meinte Abby. Alex nickte grinsend.
Nach dem Frühstück hatten wir noch eine Stunde bis wir shoppen gehen würden. Ich zog mir erstmal etwas vernünftiges an. Ich entschied mich für mein Of Mice & Men Shirt, dazu die Hot Pants von gestern, ein rotes Karohemnd um die Hüfte und Bikerboots. Meine Sonnenbrille und meine kleine schwarze Umhängetasche durften natürlich nicht fehlen.
Dann fuhren wir in die Stadt. Das Kindermädchen passte solange auf Maggie, Larissa und John auf. Kinder kann man beim shoppen nicht so wirklich gebrauchen. Also machten wir eine ausgiebige Shoppingtour mit Frozen Yoghurt und Smoothies zwischendurch. Wie Alex es schon gesagt hatte trug er meine Taschen. Aber es waren viele kleine Taschen.
Das wichtigste kaufte ich mir aber am Zeitungskiosk. Das Kerrang! Magazine und das Rockbound Magazine. Darauf hatte ich so lange gewartet, da es die ja nicht in Deutschland gab. Ich wollte sie schon seit Jahren so gerne haben und jetzt hatte ich sie endlich.
Wieder zu Hause angekommen betrachtete ich meine Ausbeute an Klamotten und Schmuck erstmal genau: Einen Skater Skirt, fünf T-Shirts, zwei paar Hot Pants, eine ripped-skinny Jeans, einen Pulli, zwei Blusen, ein Karohemd, eine Kette, drei Armbänder, drei paar Ohrringe, zwei Tops und ein paar Vans.
Mama hatte mir ja extra Geld für die Reise gegeben, bzw. ich hatte Geld zu meinem Geburtstag bekommen, bzw. schon davor. Mein Geburtstag ist ja erst in ein paar Wochen. Und da ich dass ansonsten sowieso für nichts ausgeben würde außer shoppen in Deutschland, gab ich es jetzt einfach fürs shoppen in Amerika aus.
Ein paar Kosmetik Artikel hatte ich mir dann auch noch gekauft: eine Liedschattenpalette, einen Mascara, ein Deo, ein Duschgel, einen Eyeliner und einen Kayalstift.
Alex hatte mir ein schlichtes silbernes Armband gekauft.
Die restlichen vier Tage gingen wir jeden Tag an den Strand. Den Tag danach mussten wir wieder zurück nach Deutschland fliegen. Ich hatte die Nacht davor wirklich nur ganz wenig geschlafen. Deswegen schlief ich jetzt im Flugzeug ziemlich viel. Ansonsten hörte ich viel Musik und zockte auf meinem Handy oder Nintendo DS.
Am Flughafen warteten anstatt Mama, Papa und Jack auf mich. Jenny konnte nicht zum Flughafen kommen, aber wir würden gleich sofort zu ihr fahren.
Seit Marias Beerdigung, die übrigens sehr schlimm gewesen war, genauso für mich, als auch für Alex, Jenny und Mark, hatte ich sie nicht mehr gesehen, nicht einmal, als wir Alex von ihm zu Hause abgeholt hatten um zum Flughafen zu fahren.
Papa hielt ein Schild hoch mit der Aufschrift: „Best Daughter in the World and her beloved Boyfriend“. Als ich das las fiel ich Papa mit Tränen in den Augen um den Hals, danach umarmte ich auch noch Jack. Papa klopfte Alex auf die Schulter und Jack und Alex checkten sich ein.
Papa fuhr uns dann zu Jenny. Wir tranken dort Tee und zeigten Fotos und erzählten. Danach fuhr Papa Jack und mich nach Hause, da musste ich auch nochmal alles erzählen und zeigte Fotos.
Wir waren nun mitten in den Sommerferien und ich hatte keine Ahnung was ich machen sollte. Amerika war nun vorbei und ich war wieder zu Hause, da wo nichts so schön ist wie Kalifornien und die Erinnerungen zurückkommen.
Einige Wochen danach war dann mein Geburtstag. Ich bekam ja nichts mehr außer Kuchen, da ich dieses Jahr ja schon alles bekommen hatte, bevor wir nach Kalifornien geflogen waren.
Ich war jetzt in der zehnten Klasse. Noch dieses Jahr und dann zwei Jahre Abitur, dann war ich endlich fertig mit der Schule. Jack ging nun in die elfte Klasse, also musste er nur noch die zwei Jahre Abitur überstehen.
Alex ging ja nun auch wieder auf diese Schule. Im Unterricht passte ich am ersten Tag kaum auf. Meine Gedanken waren bei Maria, die nun nicht mehr neben mir saß, die nicht mehr mit mir in die selbe Klasse ging, die mich nicht mehr vom Unterricht abhielt, die nicht mehr die Lehrer in den Wahnsinn trieb, weil sie immer redete, Maria, die...die einfach nicht mehr da war...
„Olivia!“ flüsterte Alex mir mit Nachdruck entgegen. Ich kam wieder zurück in die Realität und sah auf. Herr Müller, den wir unglücklicherweise immer noch in hatten, sah mich fordernd an. „Ehm...Entschuldigung, können sie das nochmal wiederholen...?“ fragte ich verlegen und immer noch nicht ganz bei der Sache. „Frau Aprils, ich habe das Gefühl, dass sie nicht ganz bei der Sache sind und das schon gleich am ersten Tag des Schuljahres.“ Sagte er. Jetzt mussten wir ja mit „Frau...“ und „Herr...“ angesprochen werden. „Ja...ich denke nur grade an...ach egal...“ antwortete ich. „Ja sagen sie ruhig woran sie denken, dann können wir alle an ihren Gedanken teilhaben, die ja offensichtlich viel interessanter sein müssen, als der Unterricht.“ Sagte Herr Müller in demselben schnippischen Ton wie immer.
In mir kam es langsam hoch. „An Maria...“ sagte ich. Herr Müllers Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig von bösartig zu betroffen. „Oh...eh...ja...es tut mir leid.“ Sagte er. Aber es war auch egal was er sagte, jetzt war es zu spät. Die Tränen liefen meine Wangen entlang und ich musste mir die Hand vor den Mund pressen, damit ich nicht laut schluchzte. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Ich sprang ruckartig raus und rannte aus der Klasse und die Treppen runter. Ich hörte schritte hinter mir, aber ich rannte einfach aufs Mädchenklo und schloss mich in einer Kabine ein.
Glücklicherweise war niemand außer mir da. Ich weinte und wischte meine Tränen mit Klopapier weg. „Olivia?“ hörte ich jemanden fragen. Es hörte sich nach Emily an. Dann hörte ich Schritte die auf mich zukamen. „Olivia, machst du bitte die Kabine auf?“. Es war eindeutig Emily. Ich antwortete nicht und öffnete auch nicht die Kabine. „Olivia...bitte.“ sagte sie. Nach kurzem zögern öffnete ich sie dann doch und trat raus. Emily lächelte mir leicht gequält zu. „Olivia, Herrn Müller tut es wirklich Leid was er gesagt hat.“ Sagte sie. „Ach, der dumme Müller ist mir doch egal, es geht darum, dass sie nicht mehr da ist...Maria...“. Meine Stimmer versagt durch die Tränen. Emily umarmte mich aufeinmal einfach. Erst war ich überrascht, dann erwiderte ich die Umarmung und heulte einfach. „Ich vermisse sie so sehr...!“ schluchzte ich. „Das kann ich verstehen, ihr wart schließlich beste Freunde seit ihr denken konntet.“ Sagte Emily sanft. „Ja...Maria...“ flüsterte ich mit erstickter Stimme. Wir standen eine Weile so, dann lösten wir uns wieder. „Wollen wir zurück in die Klasse? Es ist schon fast Pause.“ Fragte Maria. Ich nickte und wischte nochmal an meinen Augen rum. Ich war einen letzten Blick in den Spiegel, dann gingen wir wieder hoch.
Als wir in die Klasse gingen sahen uns wieder alle an. Herr Müller saß auf seinem Lehrertisch. Ich setzte mich wortlos neben Alex und sah Herrn Müller mit meinem Todesblick, meinem „Du bist für mich gestorben“ Blick. Alex strich mir über den Arm.
Der Tag ging gar nicht schnell genug vorbei. Zu Hause war es aber die Krönung.
Ich war grad in der Küche. Robin kam zu mir und schloss die Tür. „Ok, weder deine Mutter, noch irgendeiner von deinen Geschwistern ist da...“ sagte er und kam mir immer näher. Ich wich zurück. Robin kam immer weiter auf mich zu, bis ich meinen Rücken schon an die Wand presste und er direkt vor mir stand. Er strich mir über die Haare. Ich drehte meinen Kopf weg. „Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet...“ flüsterte er und in seinen Augen konnte ich die Gier sehen. Er schob meinen Träger von meinem Top und meinem BH runter. Ich konnte mich nicht bewegen, ich war wie gelähmt. „GEH WEG!“ rief ich schließlich, aber er reagierte nicht darauf. Danach rief ich um Hilfe, auch wenn ich mir sicher war, genauso wie er, dass mich niemand hören würde. Er schob grade mein Top hoch, da riss jemand die Küchentür auf. Völlig überrascht drehte sich Robin um. Papa stand in der Tür und hinter ihm Mama, die völlig entsetzt war und mit weit aufgerissenen Augen auf Robin starrte. Im nächsten Moment stand Papa neben Robin und hatte ihm in Polizeigriff. Er hatte früher mal ein Praktikum bei der Polizei gemacht. „Cassadee, ruf die Polizei!“ sagte er. Robin wand sich in Papas Griff, aber er tat sich dabei ja nur weh. Nach wenigen Minuten traf die Polizei ein. „Hat er dir etwas getan?“ fragte mich eine Polizistin. „Nein...er war nur grad dabei mich auszuziehen.“ Meinte ich. Sie nickte und notierte sich etwas.
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