Montag, 23. Juni 2014

Olivia Story - Kapitel 17



 Nach einigen Minuten war ich dann aufgestanden und zu Jack geschlurft. Mein Herz pochte schon wieder. Wie erwartet und auch wie immer war Jack noch wach. Ohne anzuklopfen ging ich rein.
Jack saß an seinem PC und hatte wie ich seine Brille auf. Seine Haare waren noch gestylt und er hatte nicht einmal seinen Schlafanzug an. Er sah auf. „Was ist los?“ fragte er. Ich setzte mich auf seinen Bett und atmete erstmal tief durch. „Ich...ich hatte wieder den Traum.“ Sagte ich dann. „Welchen Traum?“ fragte er. „Meinst du etwa den Alptraum?“ Ich nickte. Jack stand auf und setzte sich zu mir aufs Bett. Er legte einen arm um mich und drückte mich an sich.
Auf der Treppe hörte ich jemanden. Und dann fiel mir auf, dass ich meine Zimmertür offen gelassen hatte. Also ging schon nach kurzer Zeit Jacks Tür auf. Aber Glücklicherweise war es Mama. Als die Tür aufgegangen war, hatte ich die Luft angehalten. Jetzt stieß ich sie ruckartig wieder aus. „Wieso schlaft ihr denn nicht? Ist alles ok?“ fragte Mama. „Nein, alles ok, ich habe nur schlecht geträumt und konnte nicht mehr schlafen, also bin ich zu Jack gegangen.“ Meinte ich. Was nicht ganz stimmte, schließlich bin ich ja sofort zu Jack gegangen, ich hatte gar nicht erst versucht zu schlafen. Mama nickte nur. „Naja gut, dann macht aber nicht mehr so lange.“ Meinte Mama und ging wieder.
Es war einer der letzten Tage der Schule. Bald würden die Sommerferien anfangen und Alex und Maria würden endlich wiederkommen.
Heute hätten wir eigentlich acht Stunden gehabt, aber die siebte und achte fiel aus. Daher waren Jack und ich früher zu Hause. Wir gingen rein. „Mama?“ rief ich nur, da ich sie auf den ersten Blick sehen konnte. „Hier im Wohnzimmer! Kommt mal schnell!“ rief sie. Sie klang ziemlich aufgebracht und auch ziemlich geschockt. Also rannten wir schnell ins Wohnzimmer. Sie stand vor dem Fernseher. Die Nachrichten liefen. Ich schaltete lauter, da ich nicht ganz verstand.
Dann wurde mir schmerzlich bewusst, worum es ging. In London hatte eine Explosion im Chemieraum die ganze Schule in Brand gesteckt. Es war eine ziemlich große Explosion und es gab auch einige Tote.
Ich schlug mir die Hand vor den Mund. Zuerst warf ich einen Blick auf die Uhr. Alex und Maria müssten noch in der Schule sein, zumal sie ja auch noch eine Stunde vor uns sind. Dann riss ich mein Handy aus meiner Tasche und wählte sofort Alex Nummer. Nach fünfmal piepen, legte ich auf und versuchte es wieder. Und wieder nahm niemand ab. Danach versuchte ich es bei Maria. Auch nichts. Schlussendlich versuchte ich Jenny anzurufen, aber auch sie nahm nicht ab. Panik stieg in mir auf, genauso wie Tränen. Ich versuchte ein letztes mal Alex anzurufen, aber er nahm wieder nicht ab. Dann ließ ich mein Handy auf die Couch fallen. „Nimmt niemand ab?“ fragte Mama. „Nein! Weder Alex, noch Maria! Nicht einmal Jenny!!“ rief ich hysterisch. Ich ließ mich zu meinem Handy auf die Couch fallen. Und die Tränen konnte ich auch nicht aufhalten. Ich machte mir ernsthafte Sorgen. Auch Jack versuchte Alex und Maria zu erreichen, Mama Jenny. Nichts.
Dann klingelte mein Telefon. Erst hatte ich Hoffnung, es könnte Alex oder Maria sein, aber es war Mark. Aufgeregt nahm ich ab. „Oli?! Hast du das in London gehört?!“ rief er aufgebracht. „Ja! Ich kann niemanden erreichen!“ rief ich. „Scheiße, ich auch nicht!“ meinte Mark. „Verdammt, was machen wir denn jetzt?“ fragte er. „Wir können wohl nichts machen...“ meinte ich mit erstickter Stimme. „Weißt du was?“ setzte ich dann an. „Komm rüber, dann können wir immerhin gemeinsam hoffen, dass ihnen nichts passiert ist.“ Mark überlegte einen Moment. „Ok, ich bin gleich da!“ meinte Mark dann und legte auf. Mark wohnt nur zwei Straßen von uns entfernt, von daher dauerte es nicht lange, da stand er vor der Tür. Wir saßen mit Jack im Wohnzimmer. Da kam mir eine Idee. „Ich habe doch Jasons Nummer!“ rief ich. Erst sahen die beiden mich fragend an, aber dann fiel es ihnen ein, was ich meinte. Ich wählte also seine Nummer und hielt den Atem an. Und er nahm ab! „Jason?“ fragte ich.
„Yes, Olivia, I’m here.“ Meinte er. „Oh, thank god!“ rief ich. “You know, what has happened to Maria and Alex?” fragte ich sofort. “Uhm...no, not really. So you heard about what has happened?” fragte er. “Yes, we heard it, so what do you mean, you don’t really know what has happened to them?” fragte ich gleich weiter. “You know, we were in this Room, we had our education in there. But I had to go to the toilet and as I came back, the whole thing has happened. I couldn’t really go back there. Other teachers didn’t let me. I don’t know what has happened to them both.” Erklärte er. “Oh my gosh...” flüsterte ich nur und fing wieder an zu weinen. „Ok, thanks, you phone me, if you know something?“ fragte ich schon mit erstickter Stimme. “Yes, immediately! And I’ll pray for them. Okay?” “Okay.” Meinte ich nur und legte auf. Ich fing an wie ein Schlosshund zu heulen und ließ mich auf die Couch sinken. Jack kam gleich zu mir und nahm meine Hand. „Was hat er gesagt?“ fragte er. „Er...er...“ meine Stimme versagte, auch wenn ich ihnen unbedingt sagen wollte, was los war. Also holte ich tief Luft und versuchte mich zu sammeln.
„Er hat gesagt, dass sie drei in dem Raum waren, dass sie dort Unterricht hatten. Er musste auf die Toilette und als er zurückkam, war es schon passiert. Die Lehrer wollten ihn auch nicht mehr dahin lassen und er weiß nicht, was mit Alex und Maria ist!“ brachte ich grade noch so heraus. Mark war zu tiefst geschockt und er sah aus, als hätte eine Imaginäre Figur ihm mitten ins Gesicht geschlagen. Auch Jack senkte den Kopf. „Wenn die beiden noch leben, fange ich ernsthaft an, an Gott zu glauben...“ schluchzte ich.
Den Rest des Tages bekamen wir keine Rückmeldung und ich konnte auch Jason nicht mehr erreichen. Die Nacht über schlief ich nicht und ich aß auch nichts mehr.
Am nächsten Tag gingen wir trotzdem in die Schule. Ich hatte extra etwas mehr Make Up aufgetragen, aber das half auch nicht meine roten, geschwollenen Augen abzudecken. Die Lehrer und die anderen hatten natürlich auch davon gehört, aber niemand konnte sich vorstellen, wie sehr ich Momentan durch die Hölle ging. Außer Mark natürlich, dem ging es nicht besser. Ein paar mal musste ich mich während des Unterrichts auf die Toilette verziehen, um nicht vor den anderen zu weinen. Wir hatten heute nur fünf Stunden und ich konnte es gar nicht erwarten wieder nach Hause zu kommen, aber noch immer konnte ich niemanden erreichen.
Später war ich dann mit Jack in meinem Zimmer. Robin hatte ich nur angefaucht, dass er die Klappe halten und verschwinden solle, als er sich vorhin mal wieder bei uns einmischen wollte. Irgendwann klingelte es an der Tür, aber ich kümmerte mich ehrlich gesagt nicht wirklich darum, ich wartete nur die ganze Zeit auf eine Rückmeldung aus London. Die bekam ich dann auch bald.
Meine Zimmertür öffnete sich und ich realisierte erstmal gar nichts. Dann fiel ich ihm um den Hals. Alex. Er stand wahrhaftig vor mir. Ich küsste ihn. Immer und immer wieder. Doch dann änderte sich meine Freude und Erleichterung. Ich schlug Alex gegen die Brust. „Du Idiot!“ rief ich. „Wieso hast du nicht angerufen? Oder uns sonst irgendein Zeichen gegeben?!“ rief ich völlig aufgebracht. „Ich habe gedacht, ihr wärt Tot! Ich konnte niemanden erreichen! Und Jason hat auch nicht wieder angerufen! Wieso hast du mir nicht eben vom Flughafen aus eine SMS geschickt? Oder vorhin?!“ Ich konnte mich gar nicht mehr bremsen. Alex konnte gar nichts mehr sagen. „Weißt du eigentlich, dass die letzten 24h die Hölle auf Erden für mich waren?!“ rief ich schließlich noch. Jack schenkte ich keinerlei Beachtung. Alex antwortete immer noch nicht. „SAG WAS!“ rief ich hysterisch. Aber Alex senkte nur den Kopf. Ich musterte ihn kurz. Seine Augen waren rot und geschwollen, so wie meine. „Ich...“ setzte er an, verstummte dann aber wieder. „Ich bin nicht tot...“ meinte er. Ich verstand nicht ganz, was er meinte, schließlich sah ich ihn, er stand vor mir. Dann machte es PING in meinem Kopf. „Und Maria?“ wollte ich fragen, aber ich traute mich nicht. Ich brachte die Worte nicht über die Lippen. Zu groß war die Angst vor dem, was die Antwort sein könnte. „Maria...Maria jedoch schon...“ sagte er schließlich. Alles um mich herum wurde schwarz und drehte sich. Ich merkte wie ich fiel und ich sah, dass sich Alex diesmal kein bisschen rührte. Dann wurde ich von zwei Armen aufgefangen und auf mein Bett gesetzt. Ich hörte nichts mehr, zumindest bildete ich mir das ein.
Auf einmal hatte ich entsetzliche Kopfschmerzen und fühlte mich, als hätte ich seit Jahren nicht mehr geschlafen. Jack schien meinen Namen zu rufen, aber ich konnte nichts mehr machen. Alex saß auf dem Boden und weinte. Er hatte seine Zwillingsschwester verloren und dann musste er sich auch noch vor mir rechtfertigen. Ich merkte, dass Tränen meine Wangen runtertropften und wie ich ruckartig Luft ein- und ausatmete. Alles verschwamm.
Nach einiger Zeit war es, als würde ich aus einem ewigen Traum aufwachen. Mein ganzes Gesicht war Tränenüberströmt, das konnte ich fühlen.
„Say anything, say anything, say anything that can make this all okay...take it away, take it away, take away all of this emptiness I feel...’Cause I will never find another, I may never find myself and I will never find another you...” schallte immer und immer wieder durch meinen Kopf. Dann stand ich auf und warf mich förmlich zu Alex auf den Boden.
Nach eniger Zeit kam Mama und nahm mich in den Arm. Irgendwann hatten Alex und ich uns wieder beruhigt.
Ich war leer. „So I’ll carry you with me, in my dreams, my memory, so I’ll carry you with me, you’ll always be with me...in my dreams my memory, so I’ll carry you with me...you’ll always be my memory...” ging es mir dann durch den Kopf.
Den Rest des Tages hatten Alex und ich schweigend in meinem Zimmer, auf meinem Bett verbracht.
Alex schlief bei mir. Robin protestierte erst noch, aber ich hatte dafür keine Nerven. „Robin, HALT DICH DA RAUS! Halt einfach deine dumme Klappe!!!!“ hatte ich geschrien und war mit Alex in meinem Zimmer verschwunden und hatte es von innen abgeschlossen.

Noch eine kleine Sache am Schluss: Ich musste mich ziemlich dazu überwinden Maria sterben zu lassen, es wiederstrebt mir immer noch, aber naja, es muss dann wohl so sein und ich muss es akzeptieren :(

Sonntag, 22. Juni 2014

Olivia Story - Kapitel 16



Wir waren sehr lange aufgeblieben. Hatten Karten mit dem Rest der Familie gespielt. Gegen halb elf hatte es dann an der Tür geklingelt. Es schien für Jason zu sein und außerdem war es eine Jungenstimme gewesen. Die Stimme hatte gekränkt geklungen und als ob er geweint hätte. Danach war Jason mit ihm in seinem Zimmer verschwunden. Was mich als einziges überraschte, war, dass Jason Eltern anscheinend nichts dagegen hatten. So wie sie ja auch nichts dagegen hatten, dass Alex und ich in einem Zimmer, sogar in einem Bett schliefen. Aber anscheinend sahen sie das ganze ganz locker.
Jetzt war es circa halb eins und Jack und Maria waren grade in ihr Zimmer verschwunden. Sie wollten schlafen wie es schien. Naja, ich war mir sicher, dass nur Maria schlafen wollte, Jack würde sicherlich noch Videos gucken oder etwas zocken.
Vielleicht würde Maria dann auch noch mitzocken, mit ihr kann man echt toll zocken, manchmal kann sie echt wie ein Junge sein. Ich glaube das schätzen viele Jungs an ihr, denn sie hat auch viele männliche Freunde. Mark störte das ganze aber nicht. Auch er findet es gut, dass man mit ihr auf diese Weise Spaß haben kann und auch, dass er dadurch auch einige weibliche Freunde haben kann, ohne das Maria eifersüchtig wird.
Alex und ich machten uns auch fertig fürs Bett, aber wir hatten noch nicht vor zu schlafen, obwohl es schon so spät war. Ich hatte eine ziemlich kurze Baumwoll-Shorts und ein T-Shirt an. Alex trug nur Boxershorts. Heute war es trotz des Gewitters mega warm. Die Decken hatten wir gleich schon weggelegt. Alex lag auf dem Bett. Ich kam zu ihm. Zuerst setzte ich mich nur auf die Bettkante. „Das heute im Schwimmbad...“ setzte ich an. Alex grinste mich an. „Mich hat es überkommen...Ich konnte mich nicht zurückhalten.“ Meinte er. Auch ich grinste. Dann schwang ich mich auf seine Hüften. Ich beugte mich zu ihm runter und presste meine Lippen auf seine. Meine Hände legte ich auf seine Brust. Er schien zuerst ein wenig überrascht über diesen spontanen Kuss, erwiderte ihn dann aber mit größtem Vergnügen. Ich massierte seine Brust ein wenig. Er stöhnte wieder in den Kuss hinein und mein Körper war mit einer Gänsehaut überzogen. Mein Verstand setzte irgendwie aus, das merkte ich daran, dass ich meinen Körper nicht mehr kontrollieren konnte. Ich machte einfach mit dem weiter, was ich schon die ganze Zeit macht. Ihn küssen und seine Brust massieren. Selbst wenn ich es gewollt hätte, hätte ich nicht aufhören können. Dieser Moment war einfach so intensiv. Um mich herum verschwamm wieder alles und ich hörte nicht einmal mehr die Uhr ticken. Ich konnte nur noch Alex atmen und stöhnen hören. „Hör damit bitte nie wieder auf...“ murmelte er als wir Luft für einen weiteren Kuss holten. Ich konnte nur lächeln. „Ich hatte auch nicht vor aufzuhören.“ Sagte ich nur und küsste ihn erneut. Dabei musste ich feststellen, dass küssen und lächeln gleichzeitig nicht sehr gut funktioniert. Mir war ziemlich warm. „Willst du dich nicht lieber nach unten legen?“ fragte er irgendwann. Ich überlegte. Dann nickte ich aber und wir tauschten Plätze. Jetzt lag ich unten und Alex stützte sich auf seinen Ellenbogen ab, damit er mich nicht ganz erdrückte. Unsere Lippen waren gierig, wie heute im Freibad. Eine seiner Hände wanderte zum Saum meines T-Shirts. Ich hielt seine Hand fest. So schnell sollte es dann auch nicht gehen. Er stockte und sah mich an. Ich legte seine Hand wieder neben mich. Er verstand was ich meinte und stützte sich wieder auf beide Ellenbogen. Wir küssten uns einfach weiter und weiter. Ich verlor vollkommen das Zeitgefühl.
Auf einmal ging das Licht aus. Ich spürte, wie sich Alex von mir runterrollte. Aufeinmal blitze und donnerte es. Ich nahm mein Handy und schaltete daran die Taschenlampe an. Dann stand ich auf und sah aus dem Fenster. Es regnete fürchterlich und ehrlich gesagt, sah es nicht so aus, als ob es grade erst angefangen hatte. Ich hörte Schritte draußen. Dann klopfte es an der Tür.
Jemand öffnete sie. „Hey, don’t you have light, too?“ fragte Jason. „No, we haven’t.” antwortete ich. “Well, it seems like we have a power failure...” sagte Jason. “Oh no...” meinte ich nur. Wir sahen nach, wer noch alles wach war. Jeder war noch, oder schon wieder wach. Anscheinend hatten Alex und ich das Gewitter überhaupt nicht mitbekommen. Auch Jasons Kumpel war noch da. Er hieß Mike. Die ganzen Umliegenden Wohnungen schienen auch kein Strom zu haben, im Treppenhaus konnte man ebenfalls kein Licht anmachen und die Straßen waren auch dunkel. Es blitzte fast jede Sekunde. Wir holten richtige und LED Kerzen hervor. Alle saßen im Wohnzimmer. Entweder auf dem Sofa oder auf dem Boden. Alex und ich zum Beispiel saßen auf dem Boden. Ich war an Alex gekuschelt, auch wenn es immer noch ziemlich warm war. Alle schwiegen. Das Zimmer war jede Sekunde erhellt und der Donner wollte auch nicht wieder aufhören. Es regnete und stürmte fürchterlich. Ich war aufeinmal so müde. Irgendwann schlief ich in Alex‘ Armen ein. Das hielt aber nur eine halbe Stunde an. Dann wachte ich wieder auf. Jason und Mike lagen auf dem Boden und schliefen, Jack saß im Sessel und schlief auch, der Rest war wach. Immer noch blitzte es dauernd. Ich zog Alex Arm etwas mehr um mich. Er gab mir einen Kuss auf die Wange. Normalerweise mag ich Gewitter, ich liebe es sogar, aber jetzt machte es mir einfach nur Angst. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Dauerblitzen und –donnern. Maria ging auf Toilette und setzte sich danach neben mich. Sie griff nach meiner Hand. Dann lehnte sie sich an mich und ich legte einen Arm um sie. Sie hatte also auch Angst. Aufeinmal kam ein ganz lauter Donner. Alle rissen die Hände zu ihren Köpfen um sich die Ohren zu zuhalten. Der Donner ging durch Mark und Knochen. Jetzt waren alle wieder wach. Jack kam von seinem Sessel runter und setzte sich zu uns. Ich zitterte noch immer vom Donner. Das Gewitter zog sich bis früh am Morgen. Der Himmel wurde langsam wieder etwas heller, die Blitze und der Donner wurden weniger und auch leiser. Die ganze Zeit hatte niemand was gesagt. Der Strom kam erst gegen halb elf wieder. Wir kochten erstmal Kaffee und Tee und aßen ein wenig. Mein Handy war leer gewesen und da kein Strom da war, hatte ich es nicht aufladen können. Ich hatte einige verpasste Anrufe von Mama und auch von Emily und Carly. Ich rief zuerst Mama an. „Oh Gott sei Dank! Wieso seid ihr denn nicht an eure Handys gegangen?“ meldete Mama sich. „Mama, alles ok, es gab einen Stromausfall und unsere Handys waren leer.“ Beruhigte ich sie. Sie ließ sich aber erst ganz beruhigen, nachdem Jack und ich ewig auf sie eingeredet hatten.
Die nächsten Tage passierte nichts Aufregendes mehr. Und irgendwann war dann der Tag gekommen, an dem Jack un dich zurück nach Deutschland fliegen mussten. Am Flughafen wurden dann wieder Tränen vergossen. „Ich will nicht von euch weg!“ schluchzte ich in Alex Armen. „Oli, es sind nur noch zwei Monate!“ versuchte Alex mich zur Vernunft zu bringen. Ich wusste ja, dass es nicht mehr lang war, aber ich wollte trotzdem nicht weg. „Oli, wir müssen zum Flugzeug.“ Sagte Jack sanft. Wiederwillig löste ich mich von Alex, verabschiedete mich von den anderen und küsste Alex ein letztes Mal für die nächsten beiden Monate.
Wen es interessiert: Jason und Mike sind zusammengekommen, am Morgen nach dem Gewitter. Jason und ich sind außerdem recht gute Freunde geworden. Ich habe seine Nummer.
Dann setzte ich meine Sonnenbrille auf und ging mit Jack zum Flugzeug. Dort setzte ich die Brille logischerweise wieder ab. Als wir abhoben hatte ich einen stechen in der Brust und mein Magen zog sich zusammen. Es schmerzte so Doll wieder von hier wegzugehen. So mussten sich Alex und Maria auch gefühlt haben, als sie weggeflogen sind.
Mama wartete natürlich am Flughafen auf uns. Robin war ein Glück nicht bei ihr. Nach gefühlten fünfzigtausend Umarmungen konnten wir dann auch endlich los. Meine erste Tat war Alex eine Whatsapp Nachricht zu schreiben, dass wir angekommen sind.
Ich hatte übrigens heute das Of Mice & Men Top an und die Armbänder um. Dazu eine Leggins mit Blumen drauf und schwarze Vans.
Nachdem Mama uns nach Hause gebracht hatte, kam auch gleich Robin wieder. Ich flüchtete mich zu Jack ins Zimmer und wir guckten gruselige Videos. Jemand kam die Treppe hoch, wahrscheinlich um auf die Toilette zu gehen. Irgendwann kreischte ich auf und klammerte mich an Jack, weil ich mich so erschrocken hatte. Die Tür ging auf. „Was ist denn hier los?“ fragte Robin mit gerunzelter Stirn. Ich seufzte innerlich und verdrehte meine Augen. „Wir gucken nur gruselige Videos, alles ist ok.“ Meinte Jack. Robin schloss die Tür wieder. „Oh mein Gott, wie er mich einfach aufregt, ey. Wieso muss er sich bei ALLEM einmischen?“ fragte ich gereizt, als ich mir sicher sein konnte, dass er mich nicht mehr hören konnte. Jack seufzte nur und spulte ein Stück zurück, da wir ja nun ein Stück verpasst hatten.
Später ging ich zurück in mein Zimmer, da ich mich duschen wollte. Das tat ich dann auch und als ich wieder in mein Zimmer kam, lag meine GESAMTE Unterwäsche auf dem Boden verteilt und meine Spitzenunterwäsche, die ich mir in London gekauft hatte lag auf meinem Bett. Mein Herz begann zu rasen. Ich sah mich um und ein Glück konnte ich Robin nirgends entdecken. Ich hastete also zur Tür und schloss ab. Dann ließ ich mich erstmal an der Tür auf den Boden sinken und sah mich in meinem Zimmer um. Mein Herzschlag war das lauteste Geräusch weit und breit. Dann stand ich aber abrupt auf und sammelte meine gesamte Unterwäsche wieder auf. Fast hatte ich alle Stücke wieder zusammen und in meinen Schrank gelegt. Da hob ich einen Slip auf und packte dabei in eine milchig-trübe, weiße Flüssigkeit. Augenblicklich ließ ich den Slip wieder fallen und starrte auf meine Finger. Die andere Hand schlug ich mir vor den Mund, denn in mir kam mein Mittagessen wieder hoch. Ich stürmte ins Badezimmer und übergab mich. Das Zeug sah aus wie Sperma. Sofort wusch ich mir die Hände und zwar mindestens fünf Minuten, nur um sicher zu gehen, dass auch wirklich nichts mehr an meinen Händen war. Danach desinfizierte ich sie noch. Ich ging zurück in mein Zimmer und nahm den Slip mit meinen Fingerspitzen, ich schlich mich nach draußen und warf ihn in die Mülltonne. Ich konnte den jetzt einfach nicht mehr anziehen. Dann ging ich wieder hoch in meine Zimmer und räumte den Rest meinen Unterwäsche auch in den Schrank. Danach knallte ich die Schublade einfach zu und setzte mich vor dem Schrank mit einem Kissen auf den Boden. An das Kissen klammerte ich mich und atmete erstmal ganz tief durch. Dann machte ich meine Musik an. Ich postete einige Fotos auf Facebook und Instagram. Irgendwann gab es Abendessen. Ich hatte mich entschlossen, niemandem etwas von der Sache vorhin zu erzählen, das war mir dann doch zu peinlich. Robin musterte mich eine ganze Weile als ich unten kam, als ich ihm dann kurz in die Augen sah, konnte ich für einen Bruchteil einer Sekunde Nervosität in seinen Augen erkennen, dann war alles wieder weg und er wandte seinen Blick ab. Wir aßen und ich verkrümelte mich in mein Zimmer. Dort beschloss ich, mal wieder einen Beauty-Abend zu machen. Also zog ich mich bis auf die Unterwäsche aus, zog mir einen Bademantel über, nahm meinen Schmuck ab und schminkte mich erstmal ab. Danach machte ich eine Maske auf mein Gesicht und setzte mich an meinen Schreibtisch. Dort entfernte ich meinen alten Nagellack, schnitt meine Nägel, machte Nagelpflege und Unterlack drauf und lackierte meine Nägel dunkelrot. Danach machte ich noch Topcoat drauf und wartete bis alles getrocknet war. Es klopfte an meiner Tür und jemand machte sie auf. Es war Jack. „Oh Gott sei Dank, ich dachte Robin wäre es...“ murmelte ich nur. Jack schreckte erstmal zurück. „Wie siehst du denn aus?“ fragte er. Ich grinste. „Tzja, was glaubst du, warum ich sonst immer so gut aussehe?“ fragte ich. „Du scheinst ja ein großes Selbstvertrauen zu haben.“ Meinte Jack nur, grinste dann aber. Dann fiel sein Blick unter mein Bett. Er ging hin und nahm einen meiner BHs mit den Fingerspitzen hoch. Dabei sah er mich mit gerunzelter Stirn an. Ich sprang auf und entriss ihm den BH. Den schmiss ich in meine Schublade und knallte sie wieder zu. „Ich sollte da wohl ein großes Vorhängeschloss vor machen...“ murmelte ich. „Was?“ fragte Jack. „Ach nichts, alles ok.“ Meinte ich nur. „Also was wolltest du hier eigentlich?“ lenkte ich schnell ab. „Achja, genau! Ich...eh...verdammt...was wollte ich nochmal...Ach scheiße, ich habs vergessen...!“ meinte Jack. „Na dann war es wohl nicht so wichtig.“ Meinte ich und setzte mich wieder auf meinen Stuhl. „Ja...naja, ich komme wieder, wenn es mir wieder einfällt.“ Meinte Jack und ging wieder. Als meine Nägel dann trocken waren wusch ich die Maske ab. Ich cremte mich ein und wollte mir erst meinen Schlafanzug anziehen, dann entschloss ich mich aber dazu, nochmal in den Garten gehen. Also zog ich mir wieder was an und ging in den Garten. Ich hatte mein Tablet dabei. Damit kletterte ich auf Alex‘ und meinen Baum und setzte mich an meine Tablet. Ich machte erst noch ein paar Selfies im Sonnenuntergang, auch wenn ich kein Make Up trug. Auf einem Bild, glitzerte Alex Ring, an der Kette. Ich umschloss ihn mit meiner Hand und schloss einen Moment meine Augen.
Noch eine Sache nebenbei. Falls ihr euch fragt, wie ich auf den Baum sitzen kann, dort ist eine kleine Fläche mit Brettern. Die haben wir extra dort angebracht, damit man da sitzen kann.
Ich surfte ein wenig im Internet. Irgendwann wurde es dann etwas kühl, also holte ich mir einige Decken, um mich erstens zuzudecken und zweitens, den Platz dort oben etwas bequemer zu machen. Ich saß noch bis spät in die Nacht dort oben. Das Tablet hatte ich schon bald wieder weggelegt und hatte dann einfach nur auf dem Baum gesessen, nachgedacht und die Natur genossen. Danach ging ich dann aber ins Bett. Mitten in der Nacht wachte ich wieder schweißgebadet auf. Ich hatte wieder den Traum gehabt.

Dienstag, 10. Juni 2014

Olivia Story - Kapitel 15



Ich hatte eine ganze Weile nur stumm weinend auf dem Toilettendeckel gesessen. Vor ein paar Minuten hatte ich noch mit Alex in einem Bett gelegen und war kurz davor mein erstes Mal zu haben, dann war ich mal wieder total ausgerastet, als es darum ging und jetzt saß ich völlig verstört hier im Badezimmer. Dazu kam noch, dass ich eben ziemlich heftige Bauchschmerzen bekommen hatte. Ich hörte Schritte. Sie kamen näher. Dann klopfte es an der Badezimmertür. „Oli? Geht es dir gut?“ hörte ich Alex fragen. Ich zog die Nase hoch. „Ja...“ meinte ich nur und wischte an meinen Augen rum. „Bist du dir sicher? Du bist jetzt schon eine ganze Weile darin.“ Alex klang ernsthaft besorgt. „Ja, nein, alles gut, wirklich...“ versicherte ich ihm, auch wenn ich wusste, dass es nicht so war. „Komm raus, dann gehen wir wieder ins Zimmer.“ Meinte er. Ich erhob mich und ging zum Spiegel. Meine Augen waren ganz rot von den Tränen. Glücklicherweise trug ich wie immer wasserfesten Mascara. Dann schloss ich die Tür auf. Alex legte mir die Hand auf die Schulter und wir gingen zurück in unser Zimmer. Wir setzten uns aufs Bett. Alex schloss mich in seine Arme, ich kuschelte mich an ihn und wir sagten einfach nichts mehr. Aufeinmal war ich hundemüde, aber meine Bauchschmerzen hielten mich wach.
Dann wurde mir schmerzlich bewusst, woher die Bauchschmerzen kamen. „Oh, Mist...“ murmelte ich und stand auf. „Was ist...?“ fragte Alex überrascht. Ich ging zu meiner Kosmetik Tasche und nahm eine Binde raus. Die Bauchschmerzen kamen durch meine Tage. Ich verschwand im Badezimmer. Ein Glück war noch kein Blut in meiner Unterhose. Schnell kehrte ich wieder zu Alex ins Zimmer zurück, damit er sich nicht noch mehr unnötige Sorgen machen musste. „Was war denn los?“ fragte er. „Ich habe meine Tage bekommen. Nichts Schlimmes.“ Meinte ich und zwinkerte Alex zu. Er nickte. Ich holte mir erstmal eine Jogginghose und ein Top aus meiner Tasche. Das war jetzt irgendwie passender und angenehmer zu ertragen. Nachdem ich mich umgezogen hatte legte ich mich wieder zurück zu Alex.
Den Rest des Tages blieben wir in unserem Zimmer und uns störte auch niemand. Essen bekamen wir aber natürlich schon.
Abends fiel ich mal wieder in einen unruhigen Schlaf und ich hatte einen Albtraum. Es ging um Robin. Er wollte mich...naja...ist ja klar, was ich meine.
Ich wachte schweißgebadet auf und ich saß aufrecht im Bett. Alex schien wach zu sein. „Hey, alles gut?“ fragte er. Ich sagte nichts, sondern vergrub mein Gesicht einfach an seiner Halsbeuge. Ich fing an zu weinen...mal wieder. „Hey, wow, alles gut...schhht...Hattest du einen Alptraum?“ fragte er ruhig. „Ja...“ schluchzte ich. Er strich mir beruhigend über den Kopf und küsste ihn. „Magst du darüber reden?“ fragte er leise. „Ich...ich...“ ich konnte nicht wirklich reden, die Tränen schnürten meine Kehle zu. „Es...es war Robin.“ Stieß ich hervor. „Robin? Was ist mit Robin?“ fragte Alex. „Ich habe geträumt, dass...dass er mich...“ weiter kam ich nicht, weil ich wieder weinen musste. „Wollte er dich etwa ver...“ auch er wagte es nicht das Wort auszusprechen. „Ja...“ sagte ich mit erstickter Stimme. „Um Gottes Willen...“ meinte Alex nur und drückte mich noch mehr an sich. Dann hielt er mich wieder nur die ganze Zeit.
Ich hörte sein Herz pochen und fühlte es auch. Es war so beruhigend, dass ich irgendwann einfach einschlief.
Am nächsten morgen fühlte ich mich wie gerädert. Getrocknete Tränen klebten noch auf meinem Gesicht. Ein unschönes Gefühl. Der Schock von dieser Nacht steckte noch immer in meinen Knochen. Und meine Bauchschmerzen wurden auch nicht sonderlich besser. Erstmal nahm ich also eine Tablette gegen Regelschmerzen. Dann ging ich ins Badezimmer.
Die nächsten Nächte wurde ich weiter von Alpträumen geplagt. Die meisten Tage war Alex wach, einige aber nicht. In diesen Nächten saß ich dann weinend auf dem Toilettendeckel.
So wie auch in dieser Nacht. Natürlich weinte ich nicht laut, zumindest bemühte ich mich darum. Aufeinmal hörte ich Schritte, dann wollte jemand ins Badezimmer. Ich hörte von draußen nur ein „Ehm...“ und erkannte sofort, dass es sich um Jack handelte. „Keine Sorge, ich bin gleich wieder raus.“ Sagte ich und bemühte mich möglichst normal zu klingen. „Ach du bist es...“ meinte Jack. Ich betätigte die Toilettenspülung, nur damit es so aussah, als ob ich wirklich nur auf Toilette war. Dann wusch ich mir noch die Hände. Meine Augen waren ganz rot und schmerzten, ist ja logisch, wenn man weint. Schließlich schloss ich die Tür wieder auf und wollte mich einfach an Jack vorbeidrängeln, sodass er meine roten Augen nicht bemerkte, aber es gelang mir nicht. Jack packte mich am Arm. „Hast du geweint?“ fragte er. Ich schaute weg. „Ich...ja...nein...“ meinte ich nur. „Hey, was ist los?“ fragte Jack weiter. „Ich...seit Tagen habe ich Alpträume. Es geht immer um Robin und dass er mich...naja du weißt schon...meistens ist Alex wach, manchmal aber nicht, so wie heute...“ meinte ich nur und schaute immer noch weg. Ich konnte spüren, wie Jack mich fassungslos anstarrte. Aufeinmal umarmte er mich einfach. Erst war ich überrascht, dann erwiderte ich die Umarmung aber und klammerte mich förmlich an Jack. Ich weinte wieder, auch wenn ich es erst gar nicht wollte, aber er ist schließlich mein Bruder. „Ok, geh am besten wieder zu Alex zurück.“ Meinte Jack nach einiger Zeit. Ich löste mich und nickte. Jack wischte meine Tränen weg und brachte mich dann zu meinem Zimmer. Ich hörte, wie er danach, wie er es von Anfang an geplant hatte, auf die Toilette ging.
Als ich mich zu Alex ins Bett legte, wachte er auf. „Sorry, dass ich dich geweckt habe...ich war auf Toilette.“ Flüsterte ich. Von Alex gab es nur ein „Mhmm...“. Er drehte sich zu mir um. „Hattest du wieder den Alptraum...?“ fragte er schlaftrunken. Ich schwieg. Alex sah zu mir auf und wartete. „Hey?“ fragte er. „Ich...ja...“ meinte ich. Alex setzte sich auf. „Dann sag das doch gleich...“ meinte er und nahm mich wieder in den Arm. „Jedes Mal, wenn du mich in den Arm nimmst, fühle ich mich sicher...so als ob mir nichts und niemand etwas anhaben könnte...“ meinte ich und atmete tief durch. Ich liebte Alex Geruch einfach über alles. Alex drückte mich an sich. „Dann lasse ich dich am besten gar nicht wieder los...“ scherzte Alex. Ich lächelte nur und schloss meine Augen. Ich hörte, wie Alex noch etwas sagte, aber ich war schon wieder im Halbschlaf. Halb sitzend schlief ich also ein.
Am nächsten Morgen tat mein Hals total weh, aber ich hatte den Rest der Nacht hatte ich vernünftig geschlafen und fühlte mich auch relativ ausgeruht.
Peter schlug vor ins Freibad zu gehen. Alle waren einverstanden, also packten wir unsere Taschen und fuhren ins Freibad. Ich hatte einen Schwarzen Bikini mit roten Punkten, der im Nacken zusammengebunden wurde. Maria hatte einen Marine Blauen Bikini, der ebenfalls im Nacken zusammengebunden wurde und darüber eine etwas hellere Schwimmshorts an. Die Jungs hatten beide eine Badehose mit großem Blütenmuster drauf an, also so eine Hawaii-Badehose. Jack eine Rote und Alex eine Orange. Jason hatte eine ganz normale rote an. Wir legten uns zwar zusammen mit Jasons Familie zusammen hin, aber die Kinder gingen alleine los. Das Freibad war echt riesig. Zuerst gingen wir alle fünf zusammen rein, später gingen oder vielmehr schwammen Alex und ich von den anderen Weg an den Rand. Alex hob mich hoch und drückte mich gegen die Beckenwand, sodass ich meine Beine um seine Hüfte schlingen konnte. Dann kamen sich unsere Gesichter immer näher, bis wir schließlich die ganze Zeigt rumknutschten. Die Welt um mich herum verschwamm und ich hörte nur noch ein Wirrwarr aus Stimmen. Jetzt gab es nur noch Alex und mich. Gierig tasteten seine Lippen nach meinen, als ob es das letzte Mal wäre, dass wir uns jemals küssten. Er wurde immer gieriger. Ich schlang meine Arme um seinen Hals, fuhr ihm mit meinen Händen durch die Haare. Ich wollte, dass dieser Moment niemals aufhört. Doch aufeinmal wurde der Himmel dunkel und ein relativ lauter Donner ertönte. Ich erschrak so, dass ich Alex von mir weg stieß. Alle schauten auf zum Himmel. Nach einigen Momenten ertönte dann eine Durchsage durch die Lautsprecher. Ich verstand kein Wort, aber ich wusste dass dies bedeutete, dass die Leute sofort aus dem Wasser kommen sollen und das Schwimmbad geschlossen wird. Das heißt es schließlich immer.
Eben noch war so schönes Wetter gewesen und jetzt aufeinmal ein Gewitter. Schon ein bisschen verwirrend. Wir suchten die anderen und begaben uns dann zu unseren Handtüchern. Jason Eltern warteten schon. Wir waren rechtzeitig bei den Umkleidekabinen, sodass wir uns noch umziehen konnten. Als wir wieder rauskamen standen die Leute Schlange. Meine Haare waren schon längst wieder trocken. Ich hatte sie schon in der Umkleidekabine gestylt. Auch die Haare von den Jungs waren schon trocken. Auch sie hatten schon gestylte Haare, Nur Maria hatte noch nasse Haare. „Das ist dann wohl der Preis für lange Haare.“ Scherzte Maria. Alle lachten. Nachdem wir aus dem Schwimmbad raus waren überlegten wir, was wir unternehmen konnten. Auch wenn es regnete und gewitterte war es ganz schön warm. Da wir auch alle Schirme dabei hatten beschlossen wir in die Stadt zu gehen. Also shoppen...mal wieder. Aber zuerst gingen wir in ein Eiscafé um Eis zu essen. Als wir wieder rausgingen klarte der Himmel langsam auf und das Gewitter hatte auch schon lange aufgehört. Danach gingen wir dann nochmal shoppen. Wir waren grade in einem Laden an dessen Namen ich mich nicht erinnern kann, da sah ich es: ein Of Mice & Men Top. Auch wenn ich nur ein wenig Of Mice & Men höre, wusste ich, dass ich das Top Brauche. Es gab auch noch einen Pulli, ein Beanie und ein Wristband. Ich MUSSTE die Sachen einfach haben. Ich habe ja auch schon relativ viele Sachen von All Time Low, von daher konnte ich mir das erlauben. Nachdem ich bezahlt hatte ging ich neben Jack. Maria, Alex und Jason gingen ein Stück vor uns. „Vorhin im Schwimmbad...Alex und du...“ grinste Jack. Ich musste auch grinsen. „Ja...ich kann mir denken wie das ausgesehen haben muss...“ meinte ich. Jack lachte. „Ja, wir haben euch übrigens gestalkt.“ Meinte er. Ich lachte. „Na super...“ sagte ich nur. Nach einiger Zeit fuhren wir wieder zu Jason nach Hause. Annabelle wusch die Sachen sofort und warf sie danach in den Trockner, sodass wir sie theoretisch Abends auch anziehen konnten. Ich tat es auch, genauso wie Maria, die Jungs legten da nicht so großen Wert drauf.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Olivia story - Kapitel 14


Am Abend saßen wir zu viert in Alex‘ und meinem Zimmer. Es lief Transformers. Wenn auch auf Englisch, es ist mein Lieblingsfilm. Ich schlief zum Ende hin, wurde dann aber durch Jack geweckt, der in der Werbepause auf die Toilette gehen wollte und aufstand. Somit war ich wieder wach. „Na Dornröschen, wieder erwacht aus deinem hundertjährigen Schlaf?“ fragte Alex lächelnd. Als Antwort bekam er ein gähnen von mir. Ich zupfte an seinem Pulli. „Kann ich den haben?“ fragte ich. „Noch einen? Ok, aber den gibst du mir wieder.“ Meinte Alex lachend und zog sich seinen Pulli aus. Dabei rutschte auch sein T-Shirt hoch und man konnte seinen Oberkörper sehen. Maria warf mir einen Blick zu, aber ich ignorierte sie und nahm den Pulli entgegen.
Nachdem ich ihn angezogen und mich wieder an Alex gekuschelt hatte kam auch Jack wieder. Wir sahen den Film zu Ende, dann gingen Jack und Maria wieder. „Echt, das ist mega lieb von euch, dass ihr in einem Zimmer schlaft, damit wir hier zusammen schlafen können.“ Meinte ich schläfrig. „Kein Problem.“ Sagten Maria und Jack wie aus einem Mund. Dann verschwanden sie im Nebenzimmer. Ich nahm meine Abschminktücher und ging zum Spiegel am Schrank. Hinter mir sah ich, dass Alex sich umzog. Er sah einfach so heiß aus.
Nachdem ich mich auch noch eingecremt hatte zog ich mich ebenfalls um. Alex war grade im Badezimmer. Als er wieder da war, ging auch ich mir die Zähne putzen. Ich bürstete meine Haare ein letztes Mal und dann legte ich mich ins Bett. Alex ging nochmal auf Toilette und kam schließlich zu mir. Ich kuschelte mich an ihn. Ich war zwar müde, aber schlafen konnte ich auch nicht wirklich. Alex schien es genauso zu gehen. Meine Gedanken wanderten von einem Thema zum andere, bis sie schließlich wieder bei Robin angelangt waren. Ich hatte wieder mal ein mulmiges Gefühl im Bauch. Ich dachte über alles nach, was bis jetzt passiert ist. Hoffentlich bleibt es dabei, oder besser, hoffentlich trennen sich Mama und Robin wieder. Ich kann ihn einfach nicht ausstehen und ich wollte mich auch nicht mit dem Gedanken anfreunden, in zwei Wochen wieder zu Hause, bei IHM zu sein. Er war in letzter Zeit so oft da gewesen. Zu oft für meinen Geschmack und dann auch noch diese Annäherungsversuche...schrecklich. Das mit der Unterwäsche verwirrt mich immer noch. Sollte ich vielleicht mit Mama darüber reden? Und was wird Jack tun?
„Hey, ich höre es in deinem Kopf förmlich rattern, was ist denn los?“ hörte ich Alex fragen. Ich seufzte. „Es ist wegen Robin, er geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Ich will nicht wieder zurück nach Hause, zumindest nicht solange wie Robin noch da ist. Es macht mir ernsthaft Bauchschmerzen und ich bekomme Angst bei dem Gedanken...“ gestand ich. Ich hörte ein leises seufzen von Alex. „Oh man, er macht dir ja echt zu schaffen...“ meinte Alex. Das mulmige Gefühl wurde immer stärker. „Ich habe das Gefühl, das wir eine Lösung brauchen, ansonsten wirst du heute nicht mehr schlafen...“ sagte Alex nachdenklich und schaltete das Licht wieder an. Er setzte sich mir gegenüber, ließ mir aber die Decke. „Hey, wie wäre es, wenn Maria und ich so oft wie möglich bei dir sein werden, wenn wir in zwei Monaten wieder da sind?“ schlug Alex vor. „Einverstanden, aber was mache ich die nächsten zwei Monate?“ fragte ich. Alex Begeisterung von eben verschwand von seinem Gesicht. „Ok, darüber habe ich nicht nachgedacht...“ gab er zu. „Dann halte dich doch einfach bei Jack auf.“ Sagte er. „Ja schon, aber ich kann ja nicht 24 Stunden am Tag bei Jack sein, das würde ihn auch irgendwann nerven...“ meinte ich. Es klopfte an der Tür. Annabelle, Jasons Mutter, steckte ihren Kopf durch die Tür.
„Children, I think it’s time to sleep now.“ Meinte sie freundlich. “Well, we want to, but Oli has a Problem and I’m sure she won’t sleep this night, if we don’t find a way to solve this problem.” Meinte Alex entschuldigend. “Oh, can I help you anyway?” fragte Annabelle. “I don’t think so...sorry...” meinte ich verlegen. Ich wollte ernsthaft nicht mit noch jemandem darüber reden. „Well, thats sad, do you like to tell me what it is about?“ fragte sie weiter. Alex sah mich an. Ich zögerte. “Well...no, not really, sorry, I’m not ready to tell it someone else than my best friends...” meinte ich und sah auf den Boden. “Ok, then I don’t want to bother you any longer. But don’t be awake too long. Try to sleep a bit.” Meinte sie und schloss die Tür wieder. Wir sagten eine Weile nichts. „Ok, ich weiß nicht mehr weiter...Ich glaube man kann da nichts machen...du musst glaube ich mal mit deiner Mutter reden.“ Meinte Alex irgendwann. „Nein, ich will nicht mit ihr darüber reden...!“ sagte ich. Ich war verzweifelt. Tränen stiegen in mir auf und liefen unaufhaltsam meine Wangen entlang. „Nein, nein, nein...nicht weinen, bitte...!“ meinte Alex und rutschte zu mir. Er nahm mich in den Arm. „Ich habe Angst vor ihm! Ich habe Angst vor dem, was vielleicht noch passiert! Aber ich will um Gottes Willen nicht mit Mama darüber reden! Ich brauche eine Lösung! Du und Maria, ihr seid noch zwei verdammte Monate hier und ich bin alleine zu Hause und muss mich vor dem Freund meiner Mutter fürchten...!“ schluchzte ich. „Hey, alles wird wieder gut! Du kriegst das mit den zwei Monaten hin! Wir packen das! Das hast du selbst gesagt. Bleib bei Jack, geh mit den anderen nach draußen oder sonst wo hin, halte dich nicht alleine mit ihm auf...schließe dich zur Not in deinem Zimmer ein! Es wird schon gehen!“ machte Alex mir Mut. Ich nickte. „Ok...“ sagte ich und wischte mir die Tränen weg.
Wir legten uns wieder hin. Alex umarmte mich von hinten. „Und jetzt versuch zu schlafen. Ich werde dich schon beschützen...“ flüsterte Alex mir zu. Ehrlich gesagt fühlte ich mich so wirklich sicherer. Irgendwann schlief ich dann auch ein.
Am nächsten Morgen wurden wir von Annabelle geweckt. Ich ging mich erstmal schön heiß duschen, dann putze ich mir meine Zähne, schminkte mich und föhnte und stylte meine Haare schließlich. Schnell zog ich mir noch was über und ging in Alex‘ und mein Zimmer. Ich nahm mir Ohrringe, Armbänder, einen normalen Ring und ein paar Knuckle-Ringe aus meinem Reise-Schmuckkästchen. Mein style hatte sich auch ein wenig Verändert, seit ich mir die Haare abschneiden lassen habe. Irgendwie cooler und rockiger, nicht mehr so mädchenhaft und manchmal auch ein wenig mit dem Trend gehend. Ich trage meistens nur noch die Sachen die mir gefallen, nicht das, was grade angesagt ist. Heute hatte ich eine Leggins mit Galaxy Print, ein Cropped-Top mit Totenkopfmuster und tiefen Armausschnitt und eine Jeansweste drüber an. Die Leggins ist extra eine High-Waist Hose, sodass man nicht viel von meinem Bauch sah. Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit meinem Bauch, nur ein wenig Flacher könnte er schon sein. Dann gingen Alex, Maria, Jack und ich zusammen mit Jason zu seinen Eltern in die Küche und aßen erstmal Frühstück. Natürlich gab es auch Tee. Ich liebe Tee. Vor allem da ich keinen Kaffee mag.
Nach dem Frühstück gingen wir ein wenig nach draußen. Jasons Eltern hatten vorgeschlagen, dass wir Fahrräder von Verwandten von ihnen ausleihen können. Also fuhren wir die erstmal abholen. Danach fuhren wir ein wenig damit durch die Gegend. Später saßen wir bei Jason zu Hause. Zu viert saßen wir in Alex und meinem Zimmer.
Heute war Donnerstag.
Es klopfte an der Tür. Es war Annabelle.
„Oh, I see you’re all here. So Peter and I, we thought that you maybe want to go shopping one day. So if you want to, you can go today, or maybe tomorrow.” Schlug Annabelle vor. Mein Gesicht erhellte sich sofort. “YES! Of course we want to!” meinte ich sofort. Wir vier steckten die Köpfe zusammen. „Ok, if it’s okay, then we want to go shopping today.” Sagte ich, nachdem wir uns geeinigt hatten. “Ok, of course it’s okay. So I guess that Maria and Alex can find their way around here in London by now. So you don’t need anyone of us. But be back home before 19 o’clock.” Sagte Annabelle und lächelte uns zu.
Also gingen wir los. Die Fahrräder nahmen wir diesmal nicht. Wir nahmen den Bus und die U-Bahn. Ich liebte es zu shoppen. Am Ende des Tages war ich um einige Sachen reicher: En Skater-Skirt, zwei Cropped Tops, eine Leggins, ein paar Vans, drei Knuckle-Rings, eine Infinity Kette und ein paar Unterwäsche. Spitzenunterwäsche. Mittags haben wir Pommes gegessen. Abends gaben wir Annabelle unsere neuen Sachen, da sie angeboten hat, sie zu waschen. Wir gingen schon relativ früh schlafen.
Als wir am nächsten Morgen wieder aufwachten waren unsere Sachen schon gewaschen und getrocknet. Ich nahm mir die Unterwäsche, eines der Cropped- Tops und den Skater-Skirt. Ich zog mir natürlich auch Socken an. Meine Haare hatte ich wie die von Miley Cyrus gestylt. Ich wurde gleich von allen Seiten bewundert. Später saßen wir in unserem Zimmer. Alex lag über mir. „Womit habe ich nur so eine hübsche Freundin verdient?“ fragte er. Ich lächelte. „Naja, ich sehe nur so gut aus, wegen deiner Erlaubnis mir die Haare abzuschneiden. Und dass ich mir noch mehr Ohrlöcher stechen lassen durfte.“ Meinte ich und küsste Alex erneut. Er lachte. „Na dann kann ich ja beruhigt sein.“ Meinte er und gab mir einen Kuss.
Danach redeten wir nicht weiter, unsere Lippen waren anderwärtig beschäftigt. Irgendwann gingen seine Hände unter mein Shirt und er schob meinen Rock etwas runter. Er strich über meinen Bauch. Auch meine Hände wanderten unter sein Shirt. Ich massierte seine Brust. Nach einiger Zeit stöhnte er. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper. „Gott, weißt du eigentlich wie heiß das ist?“ fragte ich. „Was meinst du?“ fragte Alex. „Wenn du stöhnst...“ meinte ich und küsste ihn immer und immer wieder. Alex stöhnte erneut. Wie mich das erregte. Ich zog Alex das Shirt über den Kopf. Nach einiger Zeit war ich mein Shirt und meinen Rock los. Kurz darauf hatte auch Alex keine Hose mehr an. „Oho, sexy Unterwäsche.“ Meinte Alex verführerisch. Diese war ich aber auch schnell los. Ebenso wie er seine Boxershorts. „Bist du jetzt bereit?“ flüsterte er. Ich zögerte nicht mehr und ich war mir bei der Sache auch sicher. „Ja...ja, bin ich.“ Flüsterte ich zurück. Glücklicherweise war die Tür abgeschlossen, sodass wir das nun nicht nachholen mussten. Aufeinmal hatte Alex ein Päckchen mit einem Kondom in der Hand. Wo hatte er dass den aufeinmal her? Auch egal.
Doch dann klopfte es an der Tür. „Hey Alex, Oli, wollt ihr mit uns zocken?“ rief Jack von draußen. Er drückte die Klinke runter, konnte aber logischerweise nicht reinkommen. „Hä, wieso ist abgeschlossen?“ fragte er verwundert. Ich sah Alex an. Er war genauso sprachlos und schockiert wie ich. „Ehm...oh, das muss ein Versehen gewesen sein... Geh schon mal vor, wir kommen gleich nach...!“ rief Alex zurück. Jack schien uns nicht wirklich über den Weg zu trauen, das merkte ich an seinem zögern. „Ehm...ok, dann bis gleich...“ meinte er und ich hörte wie er wegging.
Wir beide stürzten uns förmlich auf unsere Kleidung. So schnell wie möglich zogen wir uns wieder an. Dann stürzten wir in Richtung von Jacks und Marias Zimmer. Vor der Tür verlangsamten wir uns wieder und versuchten möglichst neutral auszusehen. Dann traten wir ein. Maria und Jack empfingen uns mit einem breiten Grinsen. Ich schaute verlegen auf den Boden und ich konnte spüren, wie mir das Blut ins Gesicht floss. Alex hatte aber sein Pokerface aufgesetzt. Einer der Gründe warum ich ihn so liebe. Man sah ihm so etwas echt nie an. „Naaa?“ fragte Maria. In mir kam etwas hoch. Auch wenn ich nicht genau sagen konnte was es ist, kam es mir nicht gut vor. Sie konnten sich natürlich denken, wobei sie uns grade gestört hatten.
Ich ließ mich aufs Bett fallen. „Ok, was wollen wir zocken?“ fragte ich ablenkend. „Ach ich weiß nicht, wie wäre es mit Wahrheit oder Pflicht? Da fällt mir sogar gleich eine Frage ein...“ meinte Jack mit einem breiten Grinsen. Jetzt wusste ich was es war, dass in mir hochkam. Es war Wut. Wut, weil sie einen NIE in Ruhe lassen. Vorallem bei Maria hätte ich echt gedacht, dass sie es langsam lassen könnte.
Die Wut vermischte sich aber langsam mit Tränen. Tränen der Verzweiflung.
„Spar dir deine Frage!“ fauchte ich. „Euch beide geht es echt einen Dreck an, was in dem Zimmer nebenan grade passiert ist! Und Maria, ich hatte echt gedacht, dass du dich gebessert hättest, aber du tust grade so, als ob unser Streit nie gewesen! Du kannst es echt nicht lassen!“ fügte ich noch unter Tränen hinzu. Dann ging ich aus dem Zimmer und flüchtete mich auf die Toilette.