Nach einigen Minuten war ich dann
aufgestanden und zu Jack geschlurft. Mein Herz pochte schon wieder. Wie
erwartet und auch wie immer war Jack noch wach. Ohne anzuklopfen ging ich rein.
Jack saß an seinem PC und hatte wie ich seine Brille auf. Seine Haare waren noch gestylt und er hatte nicht einmal seinen Schlafanzug an. Er sah auf. „Was ist los?“ fragte er. Ich setzte mich auf seinen Bett und atmete erstmal tief durch. „Ich...ich hatte wieder den Traum.“ Sagte ich dann. „Welchen Traum?“ fragte er. „Meinst du etwa den Alptraum?“ Ich nickte. Jack stand auf und setzte sich zu mir aufs Bett. Er legte einen arm um mich und drückte mich an sich.
Auf der Treppe hörte ich jemanden. Und dann fiel mir auf, dass ich meine Zimmertür offen gelassen hatte. Also ging schon nach kurzer Zeit Jacks Tür auf. Aber Glücklicherweise war es Mama. Als die Tür aufgegangen war, hatte ich die Luft angehalten. Jetzt stieß ich sie ruckartig wieder aus. „Wieso schlaft ihr denn nicht? Ist alles ok?“ fragte Mama. „Nein, alles ok, ich habe nur schlecht geträumt und konnte nicht mehr schlafen, also bin ich zu Jack gegangen.“ Meinte ich. Was nicht ganz stimmte, schließlich bin ich ja sofort zu Jack gegangen, ich hatte gar nicht erst versucht zu schlafen. Mama nickte nur. „Naja gut, dann macht aber nicht mehr so lange.“ Meinte Mama und ging wieder.
Es war einer der letzten Tage der Schule. Bald würden die Sommerferien anfangen und Alex und Maria würden endlich wiederkommen.
Heute hätten wir eigentlich acht Stunden gehabt, aber die siebte und achte fiel aus. Daher waren Jack und ich früher zu Hause. Wir gingen rein. „Mama?“ rief ich nur, da ich sie auf den ersten Blick sehen konnte. „Hier im Wohnzimmer! Kommt mal schnell!“ rief sie. Sie klang ziemlich aufgebracht und auch ziemlich geschockt. Also rannten wir schnell ins Wohnzimmer. Sie stand vor dem Fernseher. Die Nachrichten liefen. Ich schaltete lauter, da ich nicht ganz verstand.
Dann wurde mir schmerzlich bewusst, worum es ging. In London hatte eine Explosion im Chemieraum die ganze Schule in Brand gesteckt. Es war eine ziemlich große Explosion und es gab auch einige Tote.
Ich schlug mir die Hand vor den Mund. Zuerst warf ich einen Blick auf die Uhr. Alex und Maria müssten noch in der Schule sein, zumal sie ja auch noch eine Stunde vor uns sind. Dann riss ich mein Handy aus meiner Tasche und wählte sofort Alex Nummer. Nach fünfmal piepen, legte ich auf und versuchte es wieder. Und wieder nahm niemand ab. Danach versuchte ich es bei Maria. Auch nichts. Schlussendlich versuchte ich Jenny anzurufen, aber auch sie nahm nicht ab. Panik stieg in mir auf, genauso wie Tränen. Ich versuchte ein letztes mal Alex anzurufen, aber er nahm wieder nicht ab. Dann ließ ich mein Handy auf die Couch fallen. „Nimmt niemand ab?“ fragte Mama. „Nein! Weder Alex, noch Maria! Nicht einmal Jenny!!“ rief ich hysterisch. Ich ließ mich zu meinem Handy auf die Couch fallen. Und die Tränen konnte ich auch nicht aufhalten. Ich machte mir ernsthafte Sorgen. Auch Jack versuchte Alex und Maria zu erreichen, Mama Jenny. Nichts.
Dann klingelte mein Telefon. Erst hatte ich Hoffnung, es könnte Alex oder Maria sein, aber es war Mark. Aufgeregt nahm ich ab. „Oli?! Hast du das in London gehört?!“ rief er aufgebracht. „Ja! Ich kann niemanden erreichen!“ rief ich. „Scheiße, ich auch nicht!“ meinte Mark. „Verdammt, was machen wir denn jetzt?“ fragte er. „Wir können wohl nichts machen...“ meinte ich mit erstickter Stimme. „Weißt du was?“ setzte ich dann an. „Komm rüber, dann können wir immerhin gemeinsam hoffen, dass ihnen nichts passiert ist.“ Mark überlegte einen Moment. „Ok, ich bin gleich da!“ meinte Mark dann und legte auf. Mark wohnt nur zwei Straßen von uns entfernt, von daher dauerte es nicht lange, da stand er vor der Tür. Wir saßen mit Jack im Wohnzimmer. Da kam mir eine Idee. „Ich habe doch Jasons Nummer!“ rief ich. Erst sahen die beiden mich fragend an, aber dann fiel es ihnen ein, was ich meinte. Ich wählte also seine Nummer und hielt den Atem an. Und er nahm ab! „Jason?“ fragte ich. „Yes, Olivia, I’m here.“ Meinte er. „Oh, thank god!“ rief ich. “You know, what has happened to Maria and Alex?” fragte ich sofort. “Uhm...no, not really. So you heard about what has happened?” fragte er. “Yes, we heard it, so what do you mean, you don’t really know what has happened to them?” fragte ich gleich weiter. “You know, we were in this Room, we had our education in there. But I had to go to the toilet and as I came back, the whole thing has happened. I couldn’t really go back there. Other teachers didn’t let me. I don’t know what has happened to them both.” Erklärte er. “Oh my gosh...” flüsterte ich nur und fing wieder an zu weinen. „Ok, thanks, you phone me, if you know something?“ fragte ich schon mit erstickter Stimme. “Yes, immediately! And I’ll pray for them. Okay?” “Okay.” Meinte ich nur und legte auf. Ich fing an wie ein Schlosshund zu heulen und ließ mich auf die Couch sinken. Jack kam gleich zu mir und nahm meine Hand. „Was hat er gesagt?“ fragte er. „Er...er...“ meine Stimme versagte, auch wenn ich ihnen unbedingt sagen wollte, was los war. Also holte ich tief Luft und versuchte mich zu sammeln.
„Er hat gesagt, dass sie drei in dem Raum waren, dass sie dort Unterricht hatten. Er musste auf die Toilette und als er zurückkam, war es schon passiert. Die Lehrer wollten ihn auch nicht mehr dahin lassen und er weiß nicht, was mit Alex und Maria ist!“ brachte ich grade noch so heraus. Mark war zu tiefst geschockt und er sah aus, als hätte eine Imaginäre Figur ihm mitten ins Gesicht geschlagen. Auch Jack senkte den Kopf. „Wenn die beiden noch leben, fange ich ernsthaft an, an Gott zu glauben...“ schluchzte ich.
Den Rest des Tages bekamen wir keine Rückmeldung und ich konnte auch Jason nicht mehr erreichen. Die Nacht über schlief ich nicht und ich aß auch nichts mehr.
Am nächsten Tag gingen wir trotzdem in die Schule. Ich hatte extra etwas mehr Make Up aufgetragen, aber das half auch nicht meine roten, geschwollenen Augen abzudecken. Die Lehrer und die anderen hatten natürlich auch davon gehört, aber niemand konnte sich vorstellen, wie sehr ich Momentan durch die Hölle ging. Außer Mark natürlich, dem ging es nicht besser. Ein paar mal musste ich mich während des Unterrichts auf die Toilette verziehen, um nicht vor den anderen zu weinen. Wir hatten heute nur fünf Stunden und ich konnte es gar nicht erwarten wieder nach Hause zu kommen, aber noch immer konnte ich niemanden erreichen.
Später war ich dann mit Jack in meinem Zimmer. Robin hatte ich nur angefaucht, dass er die Klappe halten und verschwinden solle, als er sich vorhin mal wieder bei uns einmischen wollte. Irgendwann klingelte es an der Tür, aber ich kümmerte mich ehrlich gesagt nicht wirklich darum, ich wartete nur die ganze Zeit auf eine Rückmeldung aus London. Die bekam ich dann auch bald.
Meine Zimmertür öffnete sich und ich realisierte erstmal gar nichts. Dann fiel ich ihm um den Hals. Alex. Er stand wahrhaftig vor mir. Ich küsste ihn. Immer und immer wieder. Doch dann änderte sich meine Freude und Erleichterung. Ich schlug Alex gegen die Brust. „Du Idiot!“ rief ich. „Wieso hast du nicht angerufen? Oder uns sonst irgendein Zeichen gegeben?!“ rief ich völlig aufgebracht. „Ich habe gedacht, ihr wärt Tot! Ich konnte niemanden erreichen! Und Jason hat auch nicht wieder angerufen! Wieso hast du mir nicht eben vom Flughafen aus eine SMS geschickt? Oder vorhin?!“ Ich konnte mich gar nicht mehr bremsen. Alex konnte gar nichts mehr sagen. „Weißt du eigentlich, dass die letzten 24h die Hölle auf Erden für mich waren?!“ rief ich schließlich noch. Jack schenkte ich keinerlei Beachtung. Alex antwortete immer noch nicht. „SAG WAS!“ rief ich hysterisch. Aber Alex senkte nur den Kopf. Ich musterte ihn kurz. Seine Augen waren rot und geschwollen, so wie meine. „Ich...“ setzte er an, verstummte dann aber wieder. „Ich bin nicht tot...“ meinte er. Ich verstand nicht ganz, was er meinte, schließlich sah ich ihn, er stand vor mir. Dann machte es PING in meinem Kopf. „Und Maria?“ wollte ich fragen, aber ich traute mich nicht. Ich brachte die Worte nicht über die Lippen. Zu groß war die Angst vor dem, was die Antwort sein könnte. „Maria...Maria jedoch schon...“ sagte er schließlich. Alles um mich herum wurde schwarz und drehte sich. Ich merkte wie ich fiel und ich sah, dass sich Alex diesmal kein bisschen rührte. Dann wurde ich von zwei Armen aufgefangen und auf mein Bett gesetzt. Ich hörte nichts mehr, zumindest bildete ich mir das ein.
Auf einmal hatte ich entsetzliche Kopfschmerzen und fühlte mich, als hätte ich seit Jahren nicht mehr geschlafen. Jack schien meinen Namen zu rufen, aber ich konnte nichts mehr machen. Alex saß auf dem Boden und weinte. Er hatte seine Zwillingsschwester verloren und dann musste er sich auch noch vor mir rechtfertigen. Ich merkte, dass Tränen meine Wangen runtertropften und wie ich ruckartig Luft ein- und ausatmete. Alles verschwamm.
Nach einiger Zeit war es, als würde ich aus einem ewigen Traum aufwachen. Mein ganzes Gesicht war Tränenüberströmt, das konnte ich fühlen. „Say anything, say anything, say anything that can make this all okay...take it away, take it away, take away all of this emptiness I feel...’Cause I will never find another, I may never find myself and I will never find another you...” schallte immer und immer wieder durch meinen Kopf. Dann stand ich auf und warf mich förmlich zu Alex auf den Boden.
Nach eniger Zeit kam Mama und nahm mich in den Arm. Irgendwann hatten Alex und ich uns wieder beruhigt. Ich war leer. „So I’ll carry you with me, in my dreams, my memory, so I’ll carry you with me, you’ll always be with me...in my dreams my memory, so I’ll carry you with me...you’ll always be my memory...” ging es mir dann durch den Kopf.
Den Rest des Tages hatten Alex und ich schweigend in meinem Zimmer, auf meinem Bett verbracht.
Alex schlief bei mir. Robin protestierte erst noch, aber ich hatte dafür keine Nerven. „Robin, HALT DICH DA RAUS! Halt einfach deine dumme Klappe!!!!“ hatte ich geschrien und war mit Alex in meinem Zimmer verschwunden und hatte es von innen abgeschlossen.
Jack saß an seinem PC und hatte wie ich seine Brille auf. Seine Haare waren noch gestylt und er hatte nicht einmal seinen Schlafanzug an. Er sah auf. „Was ist los?“ fragte er. Ich setzte mich auf seinen Bett und atmete erstmal tief durch. „Ich...ich hatte wieder den Traum.“ Sagte ich dann. „Welchen Traum?“ fragte er. „Meinst du etwa den Alptraum?“ Ich nickte. Jack stand auf und setzte sich zu mir aufs Bett. Er legte einen arm um mich und drückte mich an sich.
Auf der Treppe hörte ich jemanden. Und dann fiel mir auf, dass ich meine Zimmertür offen gelassen hatte. Also ging schon nach kurzer Zeit Jacks Tür auf. Aber Glücklicherweise war es Mama. Als die Tür aufgegangen war, hatte ich die Luft angehalten. Jetzt stieß ich sie ruckartig wieder aus. „Wieso schlaft ihr denn nicht? Ist alles ok?“ fragte Mama. „Nein, alles ok, ich habe nur schlecht geträumt und konnte nicht mehr schlafen, also bin ich zu Jack gegangen.“ Meinte ich. Was nicht ganz stimmte, schließlich bin ich ja sofort zu Jack gegangen, ich hatte gar nicht erst versucht zu schlafen. Mama nickte nur. „Naja gut, dann macht aber nicht mehr so lange.“ Meinte Mama und ging wieder.
Es war einer der letzten Tage der Schule. Bald würden die Sommerferien anfangen und Alex und Maria würden endlich wiederkommen.
Heute hätten wir eigentlich acht Stunden gehabt, aber die siebte und achte fiel aus. Daher waren Jack und ich früher zu Hause. Wir gingen rein. „Mama?“ rief ich nur, da ich sie auf den ersten Blick sehen konnte. „Hier im Wohnzimmer! Kommt mal schnell!“ rief sie. Sie klang ziemlich aufgebracht und auch ziemlich geschockt. Also rannten wir schnell ins Wohnzimmer. Sie stand vor dem Fernseher. Die Nachrichten liefen. Ich schaltete lauter, da ich nicht ganz verstand.
Dann wurde mir schmerzlich bewusst, worum es ging. In London hatte eine Explosion im Chemieraum die ganze Schule in Brand gesteckt. Es war eine ziemlich große Explosion und es gab auch einige Tote.
Ich schlug mir die Hand vor den Mund. Zuerst warf ich einen Blick auf die Uhr. Alex und Maria müssten noch in der Schule sein, zumal sie ja auch noch eine Stunde vor uns sind. Dann riss ich mein Handy aus meiner Tasche und wählte sofort Alex Nummer. Nach fünfmal piepen, legte ich auf und versuchte es wieder. Und wieder nahm niemand ab. Danach versuchte ich es bei Maria. Auch nichts. Schlussendlich versuchte ich Jenny anzurufen, aber auch sie nahm nicht ab. Panik stieg in mir auf, genauso wie Tränen. Ich versuchte ein letztes mal Alex anzurufen, aber er nahm wieder nicht ab. Dann ließ ich mein Handy auf die Couch fallen. „Nimmt niemand ab?“ fragte Mama. „Nein! Weder Alex, noch Maria! Nicht einmal Jenny!!“ rief ich hysterisch. Ich ließ mich zu meinem Handy auf die Couch fallen. Und die Tränen konnte ich auch nicht aufhalten. Ich machte mir ernsthafte Sorgen. Auch Jack versuchte Alex und Maria zu erreichen, Mama Jenny. Nichts.
Dann klingelte mein Telefon. Erst hatte ich Hoffnung, es könnte Alex oder Maria sein, aber es war Mark. Aufgeregt nahm ich ab. „Oli?! Hast du das in London gehört?!“ rief er aufgebracht. „Ja! Ich kann niemanden erreichen!“ rief ich. „Scheiße, ich auch nicht!“ meinte Mark. „Verdammt, was machen wir denn jetzt?“ fragte er. „Wir können wohl nichts machen...“ meinte ich mit erstickter Stimme. „Weißt du was?“ setzte ich dann an. „Komm rüber, dann können wir immerhin gemeinsam hoffen, dass ihnen nichts passiert ist.“ Mark überlegte einen Moment. „Ok, ich bin gleich da!“ meinte Mark dann und legte auf. Mark wohnt nur zwei Straßen von uns entfernt, von daher dauerte es nicht lange, da stand er vor der Tür. Wir saßen mit Jack im Wohnzimmer. Da kam mir eine Idee. „Ich habe doch Jasons Nummer!“ rief ich. Erst sahen die beiden mich fragend an, aber dann fiel es ihnen ein, was ich meinte. Ich wählte also seine Nummer und hielt den Atem an. Und er nahm ab! „Jason?“ fragte ich. „Yes, Olivia, I’m here.“ Meinte er. „Oh, thank god!“ rief ich. “You know, what has happened to Maria and Alex?” fragte ich sofort. “Uhm...no, not really. So you heard about what has happened?” fragte er. “Yes, we heard it, so what do you mean, you don’t really know what has happened to them?” fragte ich gleich weiter. “You know, we were in this Room, we had our education in there. But I had to go to the toilet and as I came back, the whole thing has happened. I couldn’t really go back there. Other teachers didn’t let me. I don’t know what has happened to them both.” Erklärte er. “Oh my gosh...” flüsterte ich nur und fing wieder an zu weinen. „Ok, thanks, you phone me, if you know something?“ fragte ich schon mit erstickter Stimme. “Yes, immediately! And I’ll pray for them. Okay?” “Okay.” Meinte ich nur und legte auf. Ich fing an wie ein Schlosshund zu heulen und ließ mich auf die Couch sinken. Jack kam gleich zu mir und nahm meine Hand. „Was hat er gesagt?“ fragte er. „Er...er...“ meine Stimme versagte, auch wenn ich ihnen unbedingt sagen wollte, was los war. Also holte ich tief Luft und versuchte mich zu sammeln.
„Er hat gesagt, dass sie drei in dem Raum waren, dass sie dort Unterricht hatten. Er musste auf die Toilette und als er zurückkam, war es schon passiert. Die Lehrer wollten ihn auch nicht mehr dahin lassen und er weiß nicht, was mit Alex und Maria ist!“ brachte ich grade noch so heraus. Mark war zu tiefst geschockt und er sah aus, als hätte eine Imaginäre Figur ihm mitten ins Gesicht geschlagen. Auch Jack senkte den Kopf. „Wenn die beiden noch leben, fange ich ernsthaft an, an Gott zu glauben...“ schluchzte ich.
Den Rest des Tages bekamen wir keine Rückmeldung und ich konnte auch Jason nicht mehr erreichen. Die Nacht über schlief ich nicht und ich aß auch nichts mehr.
Am nächsten Tag gingen wir trotzdem in die Schule. Ich hatte extra etwas mehr Make Up aufgetragen, aber das half auch nicht meine roten, geschwollenen Augen abzudecken. Die Lehrer und die anderen hatten natürlich auch davon gehört, aber niemand konnte sich vorstellen, wie sehr ich Momentan durch die Hölle ging. Außer Mark natürlich, dem ging es nicht besser. Ein paar mal musste ich mich während des Unterrichts auf die Toilette verziehen, um nicht vor den anderen zu weinen. Wir hatten heute nur fünf Stunden und ich konnte es gar nicht erwarten wieder nach Hause zu kommen, aber noch immer konnte ich niemanden erreichen.
Später war ich dann mit Jack in meinem Zimmer. Robin hatte ich nur angefaucht, dass er die Klappe halten und verschwinden solle, als er sich vorhin mal wieder bei uns einmischen wollte. Irgendwann klingelte es an der Tür, aber ich kümmerte mich ehrlich gesagt nicht wirklich darum, ich wartete nur die ganze Zeit auf eine Rückmeldung aus London. Die bekam ich dann auch bald.
Meine Zimmertür öffnete sich und ich realisierte erstmal gar nichts. Dann fiel ich ihm um den Hals. Alex. Er stand wahrhaftig vor mir. Ich küsste ihn. Immer und immer wieder. Doch dann änderte sich meine Freude und Erleichterung. Ich schlug Alex gegen die Brust. „Du Idiot!“ rief ich. „Wieso hast du nicht angerufen? Oder uns sonst irgendein Zeichen gegeben?!“ rief ich völlig aufgebracht. „Ich habe gedacht, ihr wärt Tot! Ich konnte niemanden erreichen! Und Jason hat auch nicht wieder angerufen! Wieso hast du mir nicht eben vom Flughafen aus eine SMS geschickt? Oder vorhin?!“ Ich konnte mich gar nicht mehr bremsen. Alex konnte gar nichts mehr sagen. „Weißt du eigentlich, dass die letzten 24h die Hölle auf Erden für mich waren?!“ rief ich schließlich noch. Jack schenkte ich keinerlei Beachtung. Alex antwortete immer noch nicht. „SAG WAS!“ rief ich hysterisch. Aber Alex senkte nur den Kopf. Ich musterte ihn kurz. Seine Augen waren rot und geschwollen, so wie meine. „Ich...“ setzte er an, verstummte dann aber wieder. „Ich bin nicht tot...“ meinte er. Ich verstand nicht ganz, was er meinte, schließlich sah ich ihn, er stand vor mir. Dann machte es PING in meinem Kopf. „Und Maria?“ wollte ich fragen, aber ich traute mich nicht. Ich brachte die Worte nicht über die Lippen. Zu groß war die Angst vor dem, was die Antwort sein könnte. „Maria...Maria jedoch schon...“ sagte er schließlich. Alles um mich herum wurde schwarz und drehte sich. Ich merkte wie ich fiel und ich sah, dass sich Alex diesmal kein bisschen rührte. Dann wurde ich von zwei Armen aufgefangen und auf mein Bett gesetzt. Ich hörte nichts mehr, zumindest bildete ich mir das ein.
Auf einmal hatte ich entsetzliche Kopfschmerzen und fühlte mich, als hätte ich seit Jahren nicht mehr geschlafen. Jack schien meinen Namen zu rufen, aber ich konnte nichts mehr machen. Alex saß auf dem Boden und weinte. Er hatte seine Zwillingsschwester verloren und dann musste er sich auch noch vor mir rechtfertigen. Ich merkte, dass Tränen meine Wangen runtertropften und wie ich ruckartig Luft ein- und ausatmete. Alles verschwamm.
Nach einiger Zeit war es, als würde ich aus einem ewigen Traum aufwachen. Mein ganzes Gesicht war Tränenüberströmt, das konnte ich fühlen. „Say anything, say anything, say anything that can make this all okay...take it away, take it away, take away all of this emptiness I feel...’Cause I will never find another, I may never find myself and I will never find another you...” schallte immer und immer wieder durch meinen Kopf. Dann stand ich auf und warf mich förmlich zu Alex auf den Boden.
Nach eniger Zeit kam Mama und nahm mich in den Arm. Irgendwann hatten Alex und ich uns wieder beruhigt. Ich war leer. „So I’ll carry you with me, in my dreams, my memory, so I’ll carry you with me, you’ll always be with me...in my dreams my memory, so I’ll carry you with me...you’ll always be my memory...” ging es mir dann durch den Kopf.
Den Rest des Tages hatten Alex und ich schweigend in meinem Zimmer, auf meinem Bett verbracht.
Alex schlief bei mir. Robin protestierte erst noch, aber ich hatte dafür keine Nerven. „Robin, HALT DICH DA RAUS! Halt einfach deine dumme Klappe!!!!“ hatte ich geschrien und war mit Alex in meinem Zimmer verschwunden und hatte es von innen abgeschlossen.
Noch eine kleine Sache am Schluss: Ich musste mich ziemlich dazu überwinden Maria sterben zu lassen, es wiederstrebt mir immer noch, aber naja, es muss dann wohl so sein und ich muss es akzeptieren :(