Mittwoch, 9. Oktober 2013

Wintergesi:)


Ich nickte. „Es tut verdammt weh…“ sagte ich aufeinmal. „Was?“ fragte Lilly. „Alles was passiert ist. Und vor allem die Erinnerung an Max.“ Die Tränen liefen – mal wieder. Lilly setzte sich zu mir aufs Bett und wischte die Tränen weg. Sie umarmte mich. „Nicht weinen, du schaffst das. Auf jeden Fall musst du ganz viel Reden. Das hilft ungemein.“ Sagte Lilly. Die Tür ging erneut auf und der Arzt kam rein. „Oh…ehm…komme ich unpassend? Ich kann auch wieder gehen.“ Meinte er etwas verlegen und etwas besorgt. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, kein Problem…“ sagte ich leise und versteckte meine Hände unter meinem Pullover. „Ok…also ich wollte dich nur fragen wie es dir geht um abzuschätzen ob du heute Abend schon wieder rauskannst, aber wie ich sehe…“ Ich unterbrach ihn. „Keine Sorge, ich kann heute raus. Es sind nur Erinnerungen an eine schöne Zeit, das ist in letzter Zeit häufig so…“ „Hm…ok, dann darfst du heute wieder raus, aber ich denke ich spritze dir noch einmal ein Beruhigungsmittel.“ Sagte er. Ich nickte. Er verschwand und kam kurze Zeit später wieder. Lily saß nun auf der anderen Seite von mir und hielt meine Hand. Sie guckte schon mal gegen die Wand, sie kann spritzen einfach nicht sehen. Er spritze es mir. „So, das war’s.“ Sagte er nachdem er mir ein Pflaster aufgeklebt hatte. „Du kannst dann heute um sechs gehen.“ Er wollte grade aus der Tür gehen. „Und wenn ich dir einen Tipp geben darf, dann geh mal zu unserer Krankenhauspsychologin, die kann dir vielleicht helfen, dass alles zu verarbeiten.“ Sagte er. Nach kurzer Zeit hatte ich meine Überlegungen beendet. „Kann…kann ich jetzt auch schon dahin gehen?“ fragte ich ihn. „Sicher, aber deine Freundin ist doch da, du willst bestimmt erstmal mit ich reden.“ Gab er zu bedenken. Ich sah Lilly an. „Ach, das ist kein Problem, ich habe Zeit mitgebracht. Ich kann hier warten.“ Sagte sie. „Na dann. Soll ich dich zu ihr bringen?“ fragte er. Ich nickte und ging mit ihm mit. Lilly machte es sich auf meinem Bett bequem und nahm mein Tablet. Wir gingen den langen Gang entlang und fuhren mit dem Fahrstuhl ins Erdgeschoss. Er klopfte an eine Tür. „Herein!“ sagte eine sanfte Stimme. Wir traten ein. „Sylvia ich habe hier eine neue Patientin für dich, sie hatte gestern einen Zusammenbruch und würde sich gerne von dir behandeln lassen.“ Sagte er. Die Frau sah jung und nett aus.  Sie lächelte mich nett an und nickte. Der Arzt ging wieder. „Hallo, ich bin Frau Lange, die Krankenhauspsychologin.“ Sagte sie und streckte mir die Hand aus. „Hallo, ich bin Jennifer.“ Sagte ich und schüttelte ihr die Hand. „Hallo Jennifer, setz dich.“ Sagte sie und deutete auf ein Sofa. Ich setzte mich hin. „So Jennifer, wie alt bist du denn?“ fragte sie mich. „Ich bin letzten Monat 17 geworden.“ Sagte ich. „Und wie ist dein Nachnahme?“ fragte sie weiter. „Scholz, Jennifer Scholz.“ Sie fragte mich noch einiges über mich und dann fingen die ganze fragen an: was ist passiert, hat er dir viel bedeutet (sehr intelligente frage, da das alle ja nur wegen ihm passiert ist), wie bist du bis jetzt damit klargekommen, weißt du vielleicht warum er es dir nicht früher gesagt hat, wie lange wart ihr zusammen, wie weit seit ihr gegangen (ist das überhaupt relevant?), wie hattest du dir dein weiteres Leben vorgestellt…und alle diese Fragen auf die ich kaum eine Antwort wusste. Sie gab mir auch den Tipp viel zu reden, so wie Lilly schon gesagt hatte und zu versuchen mich abzulenken. Da ich ihr erzählt hatte, dass es jetzt in der Weihnachtszeit am schlimmsten ist, meinte sie, dass ich mich jetzt so viel wie möglich mit etwas anderem beschäftigen soll. Sie fragte mich danach, was ich am liebsten mache und gab mir den Rat, dann einfach viel zu Fotografieren und sonstiges was mit dem Thema verbunden ist. Sie wollte außerdem meine Eltern noch sprechen, wenn sie mich nachher abholen. Und dann war auch schon eine ganze Stunde vorbei. In drei Tagen hab ich den nächsten Termin bei ihr. Lilly kann mich dann auch begleiten. Ich humpelte dann wieder zu Lilly zurück. Und ehe wir uns versahen waren meine Eltern auch schon da. Ich ging mit ihnen auch noch zu Frau Lange. Wir fuhren nach Hause und setzten Lilly bei ihr zu Hause ab. Ich legte mich schon schlafen, denn das Beruhigungsmittel macht  ziemlich müde. Am nächsten Morgen waren meine Eltern Arbeiten. Brandi war bei ihrem Freund Jackson und Lars schlief bei seinem Kumpel Steven. Ich machte mich fertig (was mit einem gebrochenen Fuß ziemlich schwierig ist). Danach ging ich nach unten und frühstückte erstmal. Es klingelte an der Tür. Als ich sie aufmachte konnte ich meinen Augen nicht trauen. Und zwar ganz und gar nicht…
„Max?!“ rief ich ungläubig. Er war ebenso sprachlos wie ich auch. Wir fielen uns gegenseitig in die Arme und ich heulte vor Freude. Auch Max bekam Tränen in den Augen. „Jenny…“ flüsterte er. Ich wollte mich gar nicht mehr lösen. „Das kann alles nur ein Traum sein!“ schluchzte ich. „Nein, nein, ist es nicht!“ flüsterte Max zurück. Wir lösten uns schließlich doch. Ich sah ihm in die Augen. In seine wunder, wunderschönen Augen. Schließlich küssten wir uns.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen