Mittwoch, 9. Oktober 2013

Wintergesi:)



„1.Dezember“ steht groß und breit auf meinem Kalender. Dieses Jahr habe ich keinen Adventskalender. Ich muss mich wirklich bemühen nicht anzufangen zu heulen oder auch nur an Max zu denken. Ich hatte ja eigentlich vorgehabt mit diesem Kapitel abzuschließen. Aber es ist ziemlich schwer. Meine Eltern arbeiten jetzt sowieso mehr und ich habe beschlossen zu Hause zu bleiben. Ich habe mega Bauchschmerzen, wegen meiner Regel. Trotzdem ist es jetzt halb sieben und ich bin schon wach. Also beschloss ich aufzustehen. Ich schickte Lilly schnell eine SMS. Dann machte ich mir ein Wärmekissen und einen Kamillentee. Schnell machte ich mich fertig. Pulli und Leggins schnell überziehen und dann auf dem Sofa mit Percy Jackson teil 1+2 chillen. Er sieht so geil aus. Denken aber alle die ich kenne und die Leute von den Leuten die ich kenne auch. Also im Prinzip gibt es nur wenige die ihn nicht mögen. Ich musste den Film öfters anhalten, weil ich entweder neuen Tee brauchte, mein Kissen neu aufwärmen musste oder beides. Danach ging es mir aber doch besser. Ich setzte mich wieder in meinen Sessel. Irgendwann abends kamen meine Eltern nach Hause. Ich sagte ihnen gleich Bescheid, dass ich nicht in der Schule war. Ich wollte wieder die Treppe hochgehen, aber ich knickte unglücklich um und es machte Knacks. Ich konnte es deutlich hören und ich schrie auf. Es schmerzte unerklärlich. Meine Mutter kam angerannt. Ich heulte schon. Lars kam auch schon angerannt. Mein Dad rief einen Krankenwagen. Nach einigen Minuten in der Notaufnahme warten kam ich dran. Mittelfußknochenbruch. Ich bekam einen roten Gips und schwarze Krücken. Zwei Tage muss ich zur Beobachtung noch da bleiben. Mum brachte mir meine Sachen. Ich machte es mir mit meinem Tablet und meinen Beats Kopfhörern auf dem Bett gemütlich. Naja so gut wie man es sich im Krankenhaus bequem machen kann. Seit langem beschloss ich mal wieder was von Demi Lovato zu hören. Irgendwann war ich ziemlich schläfrig und versuchte zu schlafen. Mit Gips ziemlich anstrengend, vor allem, weil ich nur auf der Seite schlafen kann. Klappte aber irgendwie.
Heute ist der 4. Dezember. Also darf ich heute nach Hause. Ich humpelte mit meinen Krücken ins Haus. Gleich setzte ich mich an Hausaufgaben und an den Stoff, den ich verpasst hatte. Schnell war alles nachgeholt. Lilly kam um mich zu besuchen. Sie kam die letzten beiden Tage immer zu mir um mich zu besuchen. Morgen kann ich dann wieder in die Schule und dann ist auch schon wieder Wochenende.
Heute ist Weihnachten. Und ich saß heulend auf meinem Bett. Es ist halt alles so anders und so schwer. Meine Eltern warten unten auf mich und meine Geschwister. Lars kommt zu mir rein. „Ich soll dich… Hey, was ist denn los?“ fragte er. Ich schüttelte nur den Kopf. Er setzte sich zu mir. „Ich…es ist wegen Max. Letztes Jahr war er bei mir…und jetzt? Jetzt sitze ich hier allein und habe nen gebrochenen Fuß. Und er ist wahrscheinlich alleine in Italien und ist glücklich. Auch ohne mich. Es war ja so leicht für ihn mich einfach hier zu lassen, er ist ja einfach abgehauen, während ich geheult habe und am Boden zerstört war.“ Schluchzte ich. „Hey, für ihn war es das schwerste dich hier zurückzulassen. Aber ihr habt doch beide geschrien und er klang auch ziemlich Verzweifelt.“ Meinte er. Ich schwieg. Irgendwie hatte er ja Recht. Er umarmte mich von hinten. Ich schloss die Augen. Sie brannten von den Tränen. „Danke…“ meinte ich. Ich nahm ein bisschen Schminke und verdeckte meine verheulten Augen so gut es ging. „Ok…wollen wir? Es dauert ein bisschen zu Oma und Opa und wir sollten los.“ Meinte Lars. Ich nickte. Er half mir auf und wir gingen nach unten. Bzw. ich humpelte mit meinen Krücken die Treppe runter und ins Auto. Brandi und Mum fuhren in Brandis Auto und Lars, Dad und ich im anderen. Ich legte mein Bein hoch und saß quasi auf der gesamten Rückbank. Ich hörte die ganze Fahrt zu meiner Oma und meinem Opa nach München nur Musik. Halt alles so Rock und Hip Hop. Achso und ich guckte nochmal Systemfehler. Nach der schier endlosen Fahr humpelte ich dann schon im Dunkeln über die mit Eis und Schnee bedeckte Straße und versuchte bloß nicht auszurutschen. Lars trug mich die letzten Meter über die Eisfläche vor Opas und Omas Haus. „Ach Kind, was machst du nur immer?“ fragte meine Oma mich Kopfschüttelnd und lächelnd zugleich. Ich lächelte zurück. „Hallo Oma, tzja, ist doch auch mal lustig an Krücken zu gehen.“ Sagte ich und umarmte sie. „Naja, so lustig ist es nicht.“ Sagte sie und lachte. Ich begrüßte noch Opa. Mein Vater brachte grade den letzten Koffer rein. Er begrüßte seine Eltern, während ich ins Wohnzimmer humpelte. Ich bewunderte den riesigen und super schön geschmückten Baum. „Na, habe ich zu viel versprochen?“ fragte Opa mich. Ich schüttelte überwältigt den Kopf. „Nicht ein bisschen.“ Antwortete ich und
kam aus dem Staunen nicht mehr raus.

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