Mittwoch, 9. Oktober 2013

Wintergesi:)


Ich zog mir eine Jeans, einen warmen Pulli und flauschige socken an. Max‘ Kette vergaß ich natürlich nicht. Schminken tat ich mich auch noch, mit meinem neuen Make Up von M.A.C. Esma und Lucky warteten schon unten und schnurrten vor dem Kamin. Wir aßen Frühstück und danach bauten wir meinen PC auf meinem Schreibtisch auf.
Heute ist der 27. Dezember. Ich wollte mir jetzt endlich meine Spiegelreflexkamera kaufen. Also fuhr Mum mich in die Stadt. Nach ein wenig Sucherei hatte ich mich dann für eine entschieden und ging gut gelaunt und mit der Kamera in der Tüte zum Auto. Zu Hause angekommen guckte ich mir alle erstmal an und fing auch gleich an zu Knipsen. Also sobald der Akku aufgeladen war versteht sich. Dann rief ich Max an. Er kam rüber und wir machten noch Fotos von uns. Ich hatte mich sogar dazu überwunden ein paar Mal meine Brille auf den Fotos aufzusetzen. Dann gingen wir spazieren und ich war ständig am Fotografieren. Später als Max weg war, beschlossen Lilly, meine beste Freundin und ich, eine spontane Übernachtungsfeier bei mir zu machen. Wir beschenkten uns noch nachträglich und machten Fotos. Irgendwann mitten in der Nacht gingen wir dann schlafen. Am nächsten Morgen ging sie dann nach dem Frühstück. Ich setzte mich an meinen PC und installierte die restlichen Erweiterungspacks von Sims 3. Ich hatte es noch nicht geschafft alle zu installieren. Jetzt erstellte ich eine Familie. Max und ich waren verheiratet und hatten ein Kind. Cecilia habe ich sie getauft. Später am Nachmittag erreichte mich eine SMS von Max. „Wir müssen reden, ich komme rüber. Bin in 10 Minuten da.“ Stand drinnen. Also stand Max nach zehn Minuten vor mir in meinem Zimmer. „Ich…muss dir was sagen.“ Fing er an. Ich schaute ihn nur erwartungsvoll an. „Also…ich war ja in Italien. Meine Tante hat uns ein Haus angeboten, wo wir drinnen leben könnten.“ Ich verstand nicht ganz. „Und…meine Eltern haben ja gesagt…Ich ziehe nach Italien…schon morgen.“ Das war das Todesurteil. Das schlimmste, was hätte kommen können. Einige Zeit war Stille. „Das kannst du mir nicht antun!“ schrie ich ihn mit Tränen in den Augen an. „Jenny, bitte! Ich wünschte es gäbe eine andere Möglichkeit, aber die gibt es leider nicht…“ sagte er mit Verzweifeltem Blick. „NEIN! Nein, nein, nein, nein, nein! Das kann es nicht gewesen sein! Das geht nicht! Wieso… wieso immer ich? Oder besser, warum du? Warum kann nicht irgendein anderer gehen?!“ Ich war vollkommen verzweifelt. „Ich… Ach ich weiß auch nicht. Ich liebe dich und ich will dich auf gar keinen Fall verlieren, aber ich kann es doch auch nicht ändern…“ versuchte er mich zu beruhigen. „UND WIESO HAST DU ES MIR NICHT FRÜHER GESAGT? Warum sagst du es mir einen Tag bevor du weggehst? Bist du wirklich so feige?!“ schrie ich. „Ich wollte dir das Weihnachtsfest nicht verderben! Ich liebe dich Jenny! Und ich weiß wie sehr du das Weihnachtsfest liebst. Es wäre vorbei gewesen mit alldem, wenn ich es dir vorher gesagt hätte!“ schrie er zurück. Jetzt war ich geschockt. Er hatte mich noch nie zuvor angeschrien. Ich fasste mich wieder. „GUT! Dann werde ich also mein Leben ohne dich weiterleben. Nicht mal Silvester wirst du noch hier sein. Du hättest es mir sagen sollen. Dann hätte ich mich wenigstens angemessen von dir Verabschieden können! Dann hätte ich nicht hier gestanden und wüsste nicht was ich tun soll. Dann hätte ich mir was für die Zukunft überlegen können! Aber jetzt?! Ich habe gar nichts mehr, worauf ich mein Leben aufbauen kann! NICHTS! Der wichtigste Teil in meinem Leben fliegt morgen für immer nach Italien!“ schrie ich. „Und jetzt verschwinde aus meinem Zimmer, verschwinde aus meinem Haus und VERSCHWINDE AUS MEINEM LEBEN!“ fügte ich hinzu. Max schaute mich noch einen Moment lang an und ging dann. Ich begleitete ihn nicht mal mehr bis zur Tür. Die Haustür flog zu. RUMS! „SCHEISSE!“ rief ich und warf mein Kissen gegen die Tür. Ich warf mich weinend aufs Bett. Es klopfte an meiner Tür. „Jenny geht es dir gut?“ Es war meine Mutter. „Ja mir geht es super!“ rief ich. Lasst mich alle erstmal einfach in Ruhe.“ Fügte ich leise hinzu. Meine Mutter ging wieder weg. Dann heulte ich mich bei Lilly per Telefon aus. Als ich aufgelegt hatte, klingelte mein Telefon erneut. Brandi war dran. Ich erzählte auch ihr alles. Wir könnten eigentlich auch ganz normal reden, ihr Zimmer ist schließlich nur ein Raum weiter. An Silvester saß ich alleine auf der Bank vorm Haus. Und so verging die Zeit dann auch. Es wurde Frühling und Brandi wurde Schwanger. Ich saß aber nur Tag für Tag auf meinem Sessel. Ich hatte ihn vor mein Fenster geschoben. Ich betrachtete die Vögel vor meinem Fenster im Baum. Gelegentlich Fotografierte ich auch mal was. Anfang Mai war meine Speicherkarte dann erstmals voll. Ich druckte mir bei Rossmann einfach alle aus. Zu Hause betrachtete ich sie dann erstmalig. Als die Fotos von Max und mir kamen fühle ch ein Stechen in der Brust. Ich war den Tränen nahe. Dann suchte ich alles von Max und mir zusammen und legte es in eine Kiste. Max‘ Kette trug ich immer noch.

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