Mittwoch, 9. Oktober 2013

Wintergesi:)



Er betrachtete mich immer wieder von der Seite. Irgendwann brach er dann die Stille. „Du hast geweint, oder?“ fragte er mich. Ich sah ihn schockiert an. Konnte man das etwa noch sehen? Und wie hat er das herausgefunden. „W-woher weißt du das?“ fragte ich. „Von dir, du hast dich grade verraten. Ich habe es mir nur gedacht, weil du noch länger als du gesagt hast bei Lilly warst und komischerweise anders geschminkt bist als vorher. Normalerweise schminkt man sich ja nicht um oder? Und außerdem bist du schon die ganze Zeit so komisch. So…ruhig und auch leicht reizbar und verletzbar.“ Meinte er. Brandis Freund Jackson kam den Gang entlang gerannt. Wir deutenden nur auf den Raum, wo Brandi grad drinnen war. Dad war drinnen bei ihr und kurz darauf kam auch Mum. Sie verschwand auch in dem Zimmer. „Ja…kann schon sein…“ sagte ich dann endlich. „Weil…es schmerzt halt…morgen ist es genau ein Jahr her, dass ich weiß, dass er weggeht und wir uns getrennt haben. Und übermorgen ist er ein Jahr weg. Und Lilly hat mir vorhin eine Kette geschenkt, die der von Max so ähnlich sah, dass ich in Tränen ausgebrochen bin.“ Fügte ich hinzu. Diesmal konnte ich die Tränen runterschlucken; mein Hals brannte trotzdem. Wir hörten Brandi schreien. Lars gab mir eine Umarmung. „Ich weiß zwar nicht wie es ist auf diese Weise jemanden zu verlieren, aber es hat mich damals sehr schwer getroffen als Alisa und ich uns getrennt haben. Es ist damit nicht zu vergleichen, wenn jemand einfach aus dem Leben verschwindet, aber Schmerz ist trotzdem da.“ Sagte er. Ich nickte. Dann kam ein anderes schreien. Es hörte sich so…neu an. Die Tür flog auf. „Es ist soweit!!“ rief Dad uns entgegen. Wir sprangen auf und rannten (so gut man mit Krücken rennen kann) ins Zimmer. Ein kleines etwas lag da auf Brandis Brust. Brandi lächelte uns an. Es war ein Mädchen. Ich musste auch lächeln. Aufeinmal wurde mir schwarz vor Augen und ich bemerkte nur noch, dass ich fiel. Und ich hörte die Schreie meiner Familie. Das nächste an das ich mich erinnerte, war dass ich in einem Krankenhausbett wieder aufwachte. Ich war an einen Tropf angeschlossen. Mum, Dad und Lars saßen um mich herum. Ich bewegte mich nur und alle Blicke waren auf mich gerichtet. „Oh, Gott sei Dank…“ meinte meine Mutter nur. „W-was ist passiert?“ fragte ich verwirrt und setzte mich leicht auf. „Du bist einfach abgeklappt, als du zu Brandi und ihrer Tochter reingehumpelt bist. Die Ärzte haben dich versorgt und jetzt musst du heute und Morgen zur Beobachtung hierbleiben.“ Sagte Dad. Ich nickte. Der Arzt kam rein. „Ich
möchte ihrer Tochter in Ruhe ein paar Fragen stellen und möchte sie bitten, kurz aus dem Zimmer zu gehen.“ Sagte der Arzt freundlich. Meine Eltern und Lars, taten wie ihnen aufgetragen. Als sie draußen waren lächelte der Arzt mich an. „Na Jenny, schon wieder hier?“ fragte er nett. Ich nickte lächelnd. „Und, wie geht es dir?“ fragte er weiter. „Naja, abgesehen davon, dass ich hier in einem Krankenhausbett liege…also…um ehrlich zu sein, geht es mir scheiße…“

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