Er betrachtete mich immer wieder von der Seite. Irgendwann brach er dann
die Stille. „Du hast geweint, oder?“ fragte er mich. Ich sah ihn schockiert an.
Konnte man das etwa noch sehen? Und wie hat er das herausgefunden. „W-woher
weißt du das?“ fragte ich. „Von dir, du hast dich grade verraten. Ich habe es
mir nur gedacht, weil du noch länger als du gesagt hast bei Lilly warst und
komischerweise anders geschminkt bist als vorher. Normalerweise schminkt man
sich ja nicht um oder? Und außerdem bist du schon die ganze Zeit so komisch.
So…ruhig und auch leicht reizbar und verletzbar.“ Meinte er. Brandis Freund
Jackson kam den Gang entlang gerannt. Wir deutenden nur auf den Raum, wo Brandi
grad drinnen war. Dad war drinnen bei ihr und kurz darauf kam auch Mum. Sie
verschwand auch in dem Zimmer. „Ja…kann schon sein…“ sagte ich dann endlich.
„Weil…es schmerzt halt…morgen ist es genau ein Jahr her, dass ich weiß, dass er
weggeht und wir uns getrennt haben. Und übermorgen ist er ein Jahr weg. Und
Lilly hat mir vorhin eine Kette geschenkt, die der von Max so ähnlich sah, dass
ich in Tränen ausgebrochen bin.“ Fügte ich hinzu. Diesmal konnte ich die Tränen
runterschlucken; mein Hals brannte trotzdem. Wir hörten Brandi schreien. Lars
gab mir eine Umarmung. „Ich weiß zwar nicht wie es ist auf diese Weise jemanden
zu verlieren, aber es hat mich damals sehr schwer getroffen als Alisa und ich
uns getrennt haben. Es ist damit nicht zu vergleichen, wenn jemand einfach aus
dem Leben verschwindet, aber Schmerz ist trotzdem da.“ Sagte er. Ich nickte.
Dann kam ein anderes schreien. Es hörte sich so…neu an. Die Tür flog auf. „Es
ist soweit!!“ rief Dad uns entgegen. Wir sprangen auf und rannten (so gut man
mit Krücken rennen kann) ins Zimmer. Ein kleines etwas lag da auf Brandis
Brust. Brandi lächelte uns an. Es war ein Mädchen. Ich musste auch lächeln.
Aufeinmal wurde mir schwarz vor Augen und ich bemerkte nur noch, dass ich fiel.
Und ich hörte die Schreie meiner Familie. Das nächste an das ich mich
erinnerte, war dass ich in einem Krankenhausbett wieder aufwachte. Ich war an
einen Tropf angeschlossen. Mum, Dad und Lars saßen um mich herum. Ich bewegte
mich nur und alle Blicke waren auf mich gerichtet. „Oh, Gott sei Dank…“ meinte
meine Mutter nur. „W-was ist passiert?“ fragte ich verwirrt und setzte mich
leicht auf. „Du bist einfach abgeklappt, als du zu Brandi und ihrer Tochter
reingehumpelt bist. Die Ärzte haben dich versorgt und jetzt musst du heute und
Morgen zur Beobachtung hierbleiben.“ Sagte Dad. Ich nickte. Der Arzt kam rein.
„Ich
möchte
ihrer Tochter in Ruhe ein paar Fragen stellen und möchte sie bitten, kurz aus
dem Zimmer zu gehen.“ Sagte der Arzt freundlich. Meine Eltern und Lars, taten
wie ihnen aufgetragen. Als sie draußen waren lächelte der Arzt mich an. „Na
Jenny, schon wieder hier?“ fragte er nett. Ich nickte lächelnd. „Und, wie geht
es dir?“ fragte er weiter. „Naja, abgesehen davon, dass ich hier in einem
Krankenhausbett liege…also…um ehrlich zu sein, geht es mir scheiße…“
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