Sonntag, 25. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 13


Ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte, zu erzählen. „Ach du weißt gar nicht, wie froh ich bin, dich wieder zu haben. Also real und vor mir.“ Sagte ich zu Alex, als wir ins Gästezimmer gegangen waren. Er trug meinen Koffer, wie ein echter Gentlemen. Meine Tasche trug ich aber selbst. „Geht mir genauso.“ Bestätigte Alex. Er stellte meinen Koffer aufs Bett. „Wenn du willst, kannst du deine Sachen in den Schrank räumen.“ Fügte er hinzu und deutete mit seinem Kopf auf den Schrank. Ich überlegte kurz, öffnete dann aber meinen Koffer und nahm mir ein paar Sachen raus. Ich räumte alles in den Schrank. Als ich meine Unterwäsche ansah, musste ich wieder an Robin denken. Meine Gedanken waren nur noch bei ihm und irgendwie schien ich Alex ignoriert, oder wenigstens überhört zu haben. „OLI! Hey!“ rief er. Ich kam wieder zurück in die Realität. „Hm, was ist los?“ fragte ich abwesend. „Ich habe dich grade dreimal gefragt, ob du was trinken möchtest.“ Erklärte Alex. „Achso...ehm...nein, ich habe keinen Durst.“ Meinte ich und legte die letzten Sachen in den Schrank. Alex kam zu mir und umarmte mich von hinten. „Hey, was ist denn los mit dir?“ fragte er. Ich zögerte. Sollte ich ihm das von vorhin erzählen? Andererseits war er ja mein Freund und ich rede schließlich immer mit ihm über meine Probleme.
Also gut...
Ich löste mich aus der Umarmung und drehte mich zu Alex um. „Weißt du...ich habe dir doch von Robin erzählt?“ Alex nickte. „Er ist total komisch, schon die ganze Zeit. Aber nur, wenn er mit mir irgendwo allein ist. Und vorhin...“ ich zögerte erneut. „Vorhin da saß ich in meinem Zimmer und habe ganz normal ein Video geguckt. Auf einmal kam er rein und hat sich neben mich gesetzt. Er hat gefragt was ich denn so mache und kam mir immer näher. Dann hat Mama mich gerufen und ich bin vor ihm geflüchtet. Als ich dann wieder zurück in mein Zimmer gegangen bin, war meine Schublade, wo meine Unterwäsche drinnen ist offen. Alex, ich bin mir 100%ig sicher, dass sie vorher zu war. Was hat er daran gemacht? Und warum kommt er mir immer so nahe?“ fragte ich schon ganz verzweifelt. Ich spürte, wie ich leicht zitterte. Alex umarmte mich. „Ich...ich weiß es nicht. Auf jeden Fall, bist du jetzt erstmal hier.“ Meinte Alex und strich mir beruhigend über den Kopf. „Danach hältst du dich am besten so weit wie es geht von ihm fern.“ Fügte er noch hinzu. „Aber wie soll ich dass denn machen, wenn er zu mir ins Zimmer kommt? Ich kann ihm dann doch nicht einfach ausweichen!“ sagte ich und sah ihn an. Unsere Gesichter waren uns so nah. „Hast du denn schon mit jemandem außer mir darüber geredet?“ fragte Alex. „Ja, mit Jack, aber er glaubt mir ja nicht. Er meint, ich übertreibe.“ Sagte ich. Die Situation sah so aussichtslos für mich aus. „Wieso dass denn nicht?“ fragte Alex überrascht. So kannte er seinen besten Freund nicht. Ehrlich gesagt, so kannte ich meinen Bruder auch nicht. „Sekunde.“ Meinte Alex und ging zur Tür. Er wollte bestimmt zu Jack. Ich ging ihm also hinterher. Er klopfte an die Tür. Jack saß schon an seinem Handy, Maria schien zu zeichnen. „Hey, Bro.“ Sagte Alex. Jack sah auf.
Ich war mir nicht sicher, ob ich damit einverstanden war, dass er mit Jack redete. Aber nun war es eh zu spät.
„Oli hat mir grade erzählt, dass du ihr nicht geglaubt hast, als sie dir gesagt hat, dass sie Robin komisch findet.“ Meinte Alex. Ich schloss die Tür. Also die Familie versteht zwar kein Deutsch, aber sie mussten trotzdem nicht alles mitbekommen. Jack nickte. „Ja, sie übertreibt auch völlig. Ich finde an ihm nichts komisch.“ Meinte Jack. „Achso, dann findest du es also nicht komisch, dass er versucht sich an sie ran zu machen?“ fragte Alex. Jack sah ihn mit großen Augen an und auch Maria drehte sich geschockt um. „Bitte was?“ fragte Jack nach kurzer Zeit. Ich senkte meinen Blick. „Ja. Erzähl ihm was vorhin passiert ist.“ Sagte Alex zu mir.
„Ich...ich kann das nicht...“ meinte ich und ging weg. Jack war direkt hinter mir. Ich setzte mich aufs Bett in Alex und meinem Zimmer. Jack schloss langsam hinter sich die Tür. Er stand nun vorm Bett. „Was ist vorgefallen?“ fragte er sanft. Ich atmete tief durch und krallte meine eine Hand mit der anderen. Ich spürte, wie sich meine Fingernägel ins Fleisch gruben. Dann fing ich an. „Er versucht die ganze Zeit mir nahe zu sein. Immer wenn wir irgendwie alleine sind kommt er mir total nahe und vorhin...vorhin saß ich ganz normal auf meinem Bett, als er reinkam und sich einfach neben mich setzte er kam mir immer näher und näher. Ein Glück hat Mama mich dann gerufen...aber als ich wieder in meinem Zimmer war...da stand meine Unterwäsche Schublade offen. Und ich bin mir GANZ sicher, dass ich sie vernünftig geschlossen hatte...“ sagte ich. Ich versteckte meine Hände in meinen Ärmel, weil ich mich so unbehaglich fühlte. Jack sagte eine ganze Weile nichts und schaute mich nur an. „Warum hast du mir das alles denn nicht einfach erzählt?“ fragte er dann doch. „Du hättest mir doch nicht geglaubt! Hättest gesagt ich übertreibe!“ warf ich ihm vor. Er senkte seinen Blick. „Aber doch nicht, wenn du mir das mit vorhin erzählt hättest.“ Meinte er dann. „Doch, auch dann...“ sagte ich leise. Jack setzte sich neben mich. „Es tut mir leid, dass ich dir nicht geglaubt habe. Aber nachdem, was du mir jetzt erzählt hast, glaube ich dir auf jeden Fall.“ Meinte er und griff nach meiner Hand. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Ok, danke...“ meinte ich. „Versuch dich einfach von ihm fern zu halten.“ Meinte er. „Das hat mir Alex auch schon gesagt...aber wie soll das gehen, wenn er in mein Zimmer kommt?“ fragte ich. Jack war ebenfalls überfragt. „Irgendwas fällt uns schon ein.“ Meinte er.
Alex kam rein. „Ok...sorry dass ich gelauscht habe...Ich will euch echt nicht stören, aber ich würde dann doch gerne etwas Zeit mit ihr verbringen.“ Sagte Alex lächelnd. „Kein Problem Bro.“ Meinte Jack und stand auf. Er ging zurück in sein Zimmer. Alex kam zu mir aufs Bett. „So, geht es dir jetzt etwas besser?“ fragte er. Ich lehnte mich zurück und lag jetzt auf dem Bett. „Ich habe zwar immer noch keine Lösung für das Problem aber im Großen und Ganzen schon.“ Meinte ich. Alex legte sich auch hin. „Oh Gott, wie ich dich vermisst habe.“ Meinte er und küsste meine Wange. Eigentlich wollte ich „Ich auch.“ Sagen, aber so weit kam es nicht mehr. Alex hatte mich schon in einen Kuss verwickelt. Ich zog ihm am T-Shirt auf mich drauf. „Hey, ich bin doch viel zu schwer.“ Meinte er. „Nein, überhaupt nicht, ich liebe das, etwas ins Bett gedrückt zu werden. Das ist perfekt.“ Meinte ich und küsste ihn. „Naja ok...“ meinte Alex grinsend.
Eine Weile redeten wir gar nicht, wir waren anderweitig beschäftigt. Irgendwann kam es dann zum Zungenkuss. Es war so schön, ihm so nahe zu sein. Es fühlte sich alles so richtig an. Ich strich Alex über seine Brust, da ich wusste, wie gerne er das hatte.
Doch schnell wurde das alles zerstört. Es klopfte an der Tür und schnell waren Alex und ich am jeweils anderen Ende vom Bett und taten so, als ob wir nur miteinander reden würden.
Jason steckte seinen Kopf durch die Tür.
„Hey, Sorry to bother you, but my parents wanted to know if you have anything you need.“ sagte Jason mit seinem süßen Britischen Akzent. “Uhm...yes, we have anything.” Sagte ich. “OK and dinner is ready in one hour.” Fügte er noch hinzu. “Wait!” rief ich. Er sah mich an. „Can I help with cooking? Or in general. I mean, if we can stay here, I feel like I should help because it’s so nice of you that we can stay here.” Fragte ich. “Uhm...Yeah, I guess, but you really don’t have to do that.” Meinte Jason. “No, no problem. It’s ok, I always help, when I’m a guest at someone’s house.” Erklärte ich und stand auf. Ich ging Jason hinterher.  “Hey, und was wird mit mir?” rief Alex mir hinterher. „Du kannst doch zu Jack und Maria gehen.“ Sagte ich. „You two are really cute together.“ Sagte Jason lächelnd. Ich grinste. „Thanks.“ Meinte ich. „Do you’ve got a girlfriend?“ fragte ich. Jason lachte. Ich wusste nicht was so lustig ist. „Oh, I’m sorry, I see you don’t know about that.“ Sagte er. Ich schaute ihn fragend an. “I think I’ll never get a girlfriend. I don’t want to. I’d rather have a boyfirend.” Sagte er. Dann leuchtete es mir erst ein. Ich lachte. „No? Not really! You’re gay? Ok, I could have known that. You’re too good looking and to kind to be a straight boy.” Meinte ich lachend. “Oh, thanks.” Sagte Jason ebenfalls lachend. Wir gingen in die Küche. “Hey Dad, Olivia asked if she could help anything. She feels like she needs to.” Erklärte er seinem Dad und ging dann auch wieder. “Oh, that’s very kind of you, but you don’t have to do this.“ sagte Peter. “No, no problem, I always help, when I’m at someone’s house.” Meinte ich. “Ok, then you can help me with cooking...You can cook, can’t you?” “Of course I can!” meinte ich lachend. “Ok, you can cut the vegetables.” Sagte Peter lachend und machte Platz an der Arbeitsfläche. „But don’t cut yourself with the knife!“ scherzte er. „No worries, I know how to handle a kitchen knife.“ meinte ich lächelnd. “So, Alex and you...how long are you together now?” fragte er. “Uhm...It’s one and a half year.” Sagte ich und hielt mein Armband hoch. „He gave me this bracelet on our one year anniversary.“ Erklärte ich. “Oh, that’s cute.” Meinte Peter. “He is really cute sometimes. Even the story how we got together was so cute...I mean from my point of view.” Schwärmte ich. “Really? Tell me!” bat Peter. “Ok, I’ll do. So...it was the evening of my Birthday Party. August 28th. Maria was already my best friend and I fell in love with Alex some months before. I invited him. And he came. We celebrated in our garden. I had hung lampions all over the garden, because I thought we would celebrate everywhere, but we just were under the carport. Alex and me were talking and I told him, that I love the stars so much. Then he suggested that we could watch them together. So we’d gone away from the others. We have some trees in our garden and we sat on one. He was sitting behind me. Then he told me that he really likes me and asked whether I wanted to be together with him. And I said yes. It was so romantic and I sit often on that tree. On our one year anniversary we sat on there, as well.” Erzählte ich. “Oh, that sounds really romantic and cute. You have luck to have a boy like him. He’s really nice.” “Oh yes! I don’t know why I deserve him. I mean it’s great, but I really have no idea.” Meinte ich lächelnd. “I can guess what you mean. I’m very glad to have my wife. We are together since we were in 10th grade.” Erzählte Peter. “Oh that’s cute!” meinte ich. “I hope, that Alex and I will be together the rest of our lives, too! I mean, I know that sounds crazy from a16-year-old, but I really love Alex.” Sagte ich. “I completely understand what you mean.” Beruhigte mich Peter. Wir redeten noch eine Weile. „Does your father also cook at home or does it your mother?“ fragte er. “Oh...I can’t remember that my dad cooked ever but...even if he wants to, he wouldn’t be able to...” meinte ich. “Oh, are you’re parents divorced?” fragte Perter. “Yes since...uhm...I guess it’s half a year now. It was really sad how it ended...” meinte ich und erinnerte mich nur ungern daran zurück. „Oh, I’m sorry for you, but what do you mean it was really sad?“ “I mean...my parents never fought. And then suddenly they fought all the time. One whole month. They just screamed the whole time and my mum broke plates and glasses in our kitchen. On day I was sitting on my bed when I heard the door slam. It was my dad that ran out the house. Then my mum called us children. So we went downstairs. She told us that they are going to get a divorce. I started crying immediately and ran into my bedroom. I threw some things my bag and ran out of the house, too. Jack asked me where I want to go and I told him that I want to go to Alex ant Maria and that he shouldn’t tell Mum. She also asked me, but I didn’t told her. Then I cycled to Alex and so on.” Erklärte ich. “Oh is it another sweet story of Alex and you?” fragte Peter. Ich grinste. “Kinda.” Meinte ich. “Don’t bother telling me.” Meinte Peter nur. Also erzählte ich weiter. „Ok, well...I rang the doorbell again and again. I was crying so hard. Alex opened. When he saw me he was obviously shocked. He just hugged me and hold me while I was crying. Maria came down the stairs. She was shocked, too. She took my bag and closed the door. Then Jenny, Alex mother, came out of kitchen. She asked me what was wrong, but I wasn’t able to answer. Then my phone rang. It was my mom and I just pushed decline. Jenny told me to go in the living room and tell all of them slowly what happened. She got me a tea and then I just told them what happened before. Alex just hold me. Then the door rang again. I was sure it was my mum. Jenny told us to go upstairs and lock ourselves in Alex room and first open the door again when she tells us. She also told me that I of course can stay at their hose for a few days. I mean that was what I wanted. Anyway. So we got upstairs and did that, was Jenny had told us. My Mom just ran upstairs when Jenny opened and wanted to go into the room. I was just crying and holding my hand in front of my mouth so she couldn’t hear me crying. Alex hold me and tried to calm me down. My mum just went away. She had accepted what had happened. Maria just got out of the room and left us alone, so Alex could calm me down. After hours I wasn’t crying anymore. But my tears made his whole pullover wet. Then the second night I was so tired that I almost fell asleep sitting. Alex carried me in his bed and helped me at changing my clothes. I fell asleep immediately after I lied down. Then in the middle of the night I woke up. I heard footsteps in on the floor and saw a tiny light, like a flashlight or something. I got a Whatsapp message from Maria. She heard the footsteps, too. So I woke up Alex. He said that this couldn’t be his mum so he got up and looked through a gap in his door. Then suddenly he threw the door open and smashed the light switch. He shouted ‘Dad?!’. I just thought what the hell and I was sitting there like ‘Alex!’ because the light was so bright. I grabbed my glasses and tried to see what has happened. I heard Maria in her room, even Jenny got up. So we were all standing there and in our middle it was Alex’ and Maria’s Dad. After a bit screaming and shouting Jenny said something like ‘what have you thought? I guess Maria and Olivia were almost scared to death and of course Alex, too’ Ole, Alex Dad, was just standing there like ‘ tzz, of course, Alex is scared...’. The I got really angry. Ole hated Alex. He had slapped him and Maria very often as their parents were still together. I ran over to him and asked him what were so funny about that. And I said that this is about that he just hates Alex. Then he slapped me right in my face. He hit me on my cheek and my nose. My nose was broken because of that. Long story short, we called the police and went to the hospital. That night nobody slept again. The next time we were kissing he cared extra much.” Beendete ich grinsend die Geschichte. “Aw...he seems to be a real gentlemen.” Meinte Peter. Ich nickte nur. „Oh, I’ve got one more cute story.“ Sagte ich. „Let’s go!” meinte Peter lachend. “Ok, we were in school and had the lesson together with Jack’s class. Don’t ask why, it’s not the important thing. Oh wait, I have to say that this happened before the last story I told you. Well. Suddenly the school director came in. He called Jack and me. The rest of the class worked along. Then the school director told us that our grandma died and that our parents wait in his office. I started crying and Alex just hold me again. It war very cute.” Beendete ich alles.

Freitag, 23. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 12


Mittlerweile war es schon April. Es war Freitagnachmittag und ich skypte mit Maria und Alex. Bald waren endlich Osterferien.
„Und, was habt ihr so in den Osterferien vor?“ fragte ich die beiden. Niemand sagte etwas. „Ehrlich gesagt wissen wir es noch nicht wirklich.“ Gab Maria zu. Auf einmal erhellte sich Alex‘ Gesicht. „Was ist?“ fragte ich, meine Augen auf Alex gerichtet. „Ich habe grade eine super Idee!“ verkündete Alex. Maria und ich sahen ihn fragend an. „Ja los, sag schon!“ drängte ich. „Achso, ihr wollt sie auch noch hören.“ Scherzte Alex. Ich verdrehte ebenso wie Maria die Augen.
In diesem Augenblick kam Jack in mein Zimmer. Erst wollte er mich etwas fragen, sah dann aber, dass ich mit Alex und Maria skypte und setzte sich wortlos neben mich. Die Jungs begrüßten sich. „Also zurück zu meiner Idee.“ Sagte Alex. „Was für eine Idee?“ fragte Jack. „Keine Ahnung, er erzählt ja nicht.“ Meinte Maria. „Ok, wartet eine Sekunde, ich muss kurz mit Jason reden, dann kann ich euch davon erzählen...“ meinte Alex, gab Maria den Laptop und ging weg. Maria sah ihm einfach nach. Dann sah sie uns an. „Ehm...also keine Ahnung was mit ihm los ist...“ meinte sie. Jack und ich schüttelten beide den Kopf.
Nach zehn Minuten war Alex wieder da. „Das nennst du eine Sekunde?“ fragte Jack. Alex beachtete seine schlauen Bemerkungen gar nicht. „Also ich habe grade mit Jason und seinen Eltern geredet.“ Sagte er. „Aber erst zu meiner Idee. Ich habe mir gedacht, dass ihr vielleicht in den Osterferien zu uns nach London fliegen könntet und uns besucht. Ich habe Jason gefragt und er meinte, dass es ok wäre. Seine Eltern wären auch einverstanden. Also, wollt ihr?“ Ich musste das alles erstmal kurz verarbeiten. So viele Informationen auf einmal...
Maria war sofort hellauf begeistert. Auch auf Jacks Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. Nur ich saß ausdruckslos da. „Hey Oli, was ist? Findest du die Idee nicht gut?“ fragte Alex. Er wirkte leicht gekränkt. Ich fasste mich wieder.
„N-nein! Nein, ich finde die Idee super, ich musste das nur erstmal alles verarbeiten.“ Versicherte ich ihm lächelnd. „Ok, dann fragt Cassadee.“ Drängte Maria. Achja, fragen müssen wir auch noch.
In diesem Moment kamen meine Zweifel hoch. Würde Mama uns erlauben nach London zu fliegen und vor allem, für wie lange würden wir fliegen? Würde Mama mitfliegen wollen? Oder Jenny? Wenn Mama mitfliegen wollen würde, was würde mit Jason, Aubrey und Hayley passieren?
So viele Fragen kamen in mir hoch. „Wow, Moment mal, Sekunde. Wie lange sollen wir denn kommen?“ Ich wusste, dass Jack neben mir mal wieder zweideutig dachte, aber ich ignorierte ihn und sein albernes Gekicher einfach.
„Ja, keine Ahnung...ich vermisse dich so...ich will schon ein wenig Zeit mit dir...also euch verbringen und ich glaube, dass du auch Zeit mit mir und auch mit Maria verbringen willst...also wenn ihr wollt, könnt ihr gerne die ganzen Ferien kommen.“ Meinte Alex. Ich nickte. „Ok.“ Eine Frage war somit schon mal geklärt. „Na dann, lass uns Mama fragen.“ Sagte ich zu Jack und stellte den Laptop auf mein Bett. „Wir sind gleich wieder da.“ Sagte ich noch schnell, bevor wir nach unten gingen und Maria und Alex allein ließen.
Wir gingen die Treppe runter. „Glaubst du, sie wird uns lassen?“ fragte Jack mich. Er dachte also genauso wie ich. „Ich weiß nicht...“ meinte ich nur und öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Dort waren Mama und...ein fremder Mann...zumindest kannte ich ihn nicht. Sie saßen auf dem Sofa. Ich war wie angewurzelt. Dann schaute ich zu Jack, der mich auch nur fragend ansehen und mit den Achseln zucken konnte. „Jack, Olivia...was...was gibt es denn?“ fragte Mama. Ich brachte keinen Ton hervor und starrte nur auf die beiden. Jack erging es genauso, so viel konnte ich aus meinem Augenwinkel erkennen. „Ach das... Jack, Olivia, das ist Robin. Wir kennen uns von der Arbeit.“ Erklärte sie lächelnd. Ich kannte diese Art von lächeln. Sie hatte immer so gelächelt, wenn sie mit Dad zusammen gewesen war. Dieses Lächeln hatte sie schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr an den Tag gelegt. Ich senkte meinen Kopf für einen Moment, dann sah ich wieder auf. Ich biss mir auf die Lippe, es schmerzte und ich schmeckte Blut. „Olivia, was machst du da?“ fragte Mama. Ich wischte an meiner Lippe herum. „Mama, wir wollten dich was wegen der Osterferien fragen...“ meinte ich. Und versuchte krampfhaft nicht Robin anzusehen. Ich wich seinen Blicken aus. Irgendetwas an ihm gefiel mir nicht. „Ok, dann schießt los.“
Einerseits war sie jetzt so gut gelaunt, dass sie uns wahrscheinlich den Wunsch nicht abschlagen würde, auch wenn wir noch diskutieren müssten, andererseits wollte ich hier weg. Aber ich wollte halt lieber zu Alex, deswegen entschied ich mich hier zu bleiben. Jack hatte noch immer nichts gesagt.
„Also...Alex und Maria habe vorgeschlagen, dass wir sie vielleicht die Ferien über besuchen könnten.“ Sagte ich. Die Situation war so komisch grade. „Wie? Ihr sollt zu ihnen nach London fliegen?“ fragte Mama. „Mama bitte! Ich musste jetzt schon so lange ohne ihn und Maria auskommen und Jack auch. Ich vermisse Alex so sehr, bitte! Das ist die einzige Chance in der nächsten Zeit!“ bettelte ich. Mama ließ sich schneller breitschlagen, als ich es erwartet hätte. „Nun gut, ok. Ihr dürft fliegen, wir reden nachher über Details.“ Sagte sie. „Oh danke!“ riefen Jack und ich wie aus einem Mund.
Ach ja...Jack. Er war so still gewesen, dass ich völlig vergessen hatte, dass er noch da war. Auf einmal stand Robin auf und ging zu und. „Hey, ich bin Robin. Ich bin bis jetzt ja noch gar nicht zu Wort gekommen.“ Meinte er lächelnd und steckte mir die Hand entgegen. Ich starrte nur auf seine Hand. „Oli, schüttel seine Hand.“ Flüsterte Jack mir zu. Ich streckte ihm zögerlich meine Hand entgegen und schüttelte seine. Jack tat es mir nach. „Es ist bestimmt komisch für euch, mich hier mit eurer Mutter zu sehen, aber...“ setzte er an, aber ich unterbrach ihn. „Ja...ich denke wir gehen mal wieder, Alex und Maria warten oben.“ Sagte ich schnell und zog Jack am T-Shirt mit mir aus dem Wohnzimmer und die Treppe hoch. „Hey, zieh nicht so!“ sagte Jack, als wir oben angekommen waren. „Findest du ihn nicht auch komisch?“ fragte ich Jack. „In wie weit?“ „Naja, keine Ahnung...er kommt mir so komisch vor. Wie ein Schleimiger Typ.“ Meinte ich. Jack musterte mich. „Oli, ich glaube du übertreibst.“ Meinte er nur und ging in mein Zimmer. Ich ging ihm nach einem Moment wortlos nach.
Alex und Maria sahen uns neugierig an. „Wir dürfen!“ verkündete Jack fröhlich. Ich starrte nachdenklich aus dem Fenster und dachte über Robin nach. „ Oli? Alles ok?“ fragte Alex. Ich hörte ihn zwar, aber ich wollte jetzt meine Gedanken zu Ende führen und konnte keine Unterbrechungen gebrauchen. „Hey, Oli!“ rief Alex und wank mir zu. „Jaja, ich habe dich schon gehört...“ murmelte ich und dachte weiter Krampfhaft nach. Ich sah, wie Alex Jack fragend ansah. „Sie ist durcheinander, weil wir grade Mama mit einem Typen erwischt haben. Also nicht im Bett oder so, aber sie sind halt unten im Wohnzimmer. Und der Typ kommt ihr komisch vor. Mir nicht, ich fand die Begegnung nur komisch.“ Erklärte Jack. Alex nickte langsam, als ob er das alles noch nicht ganz verstanden hätte. „Ok, also in den nächsten Tagen können wir ja noch die Details besprechen...“ ich hörte Alex schon gar nicht mehr zu. Irgendetwas an Robin störte mich und ich musste noch herausfinden was. Ich bemerkte irgendwann nur, dass wir uns verabschiedeten und Jack meinen Laptop zuklappte.

Heute war der erste Tag der Ferien und in ein paar Stunden würden wir nach London zu Maria und Alex fliegen. Robin war in den letzten Tagen ganz schön oft da gewesen. Zu oft für meinen Geschmack. Er kam mir immer merkwürdiger vor und ich fühlte mich von ihm auch irgendwie belästigt. Ich war ehrlich gesagt froh, bald von ihm wegzukommen. Jetzt saß ich in meinem Zimmer und sah ein Video von Lamiya. Es klopfte an der Tür. Ich sah auf. Es war Robin. Innerlich stöhnte ich. Was war denn nun schon wieder los. Ich pausierte das Video. „Na, was machst du?“ fragte Robin.
Was-zur-Hölle-ist-jetzt-los?!
„Ich ehm...ich gucke ein Video.“ Sagte ich. Ole kam zu mir und sah auf mein Tablet. „Aha, interessant... weißt du ich...“ in diesem Moment rief Mama mich. Ich eilte aus meinem Zimmer und war mehr als glücklich von ihm weg zu sein. Andererseits war er jetzt allein in meinem Zimmer. Wie dem auch sei, ich habe ja nichts zu verbergen und Hauptsache ich bin weg von ihm. Mama gab mir noch Geld für die zwei Wochen. Dann ging ich wieder in mein Zimmer. Robin war verschwunden, aber meine Schublade, wo meine Unterwäsche drinnen ist, war einen Spalt offen. Ich hätte schwören können, dass sie vorher noch nicht offen war.
Ok Olivia, du musst dich jetzt beruhigen! Er ist ein ganz normaler Mann, der mit deiner Mutter ausgeht. An ihm ist nicht unheimlich und du hast die Schublade einfach nur nicht richtig geschlossen.

Ich setzte mich wieder an mein Tablet und schaute das Video zu Ende.
Irgendwie überbrückte ich die Zeit, bis wir losfliegen würden.
Weder Mama, noch Jenny würden mitfliegen. War mir in gewissermaßen auch Recht. Wir hatten jetzt gleich eineinhalb Stunden im Flugzeug vor uns, dann könnte ich Alex endlich wieder in die Arme schließen und küssen. Mama fuhr uns, glücklicherweise ohne Robin, zum Flughafen. Wir verabschiedeten uns von ihr und warteten, bis wir ins Flugzeug konnten. Jack und ich saßen nebeneinander. Die meiste Zeit hörte ich Musik oder las.
Dann war es soweit. Wir setzten zum Flug an. Es kam mir vor, wie eine Ewigkeit, bis wir dann endlich aus dem Flugzeug konnten und in diese große Halle. Ich hielt nach Alex Ausschau. Er, Maria und seine Gastfamilie wollten uns abholen. Dann endlich entdeckte ich ihn. Ich rannte auf ihn zu. Auch er sah mich kommen. Er breitete die Arme aus und ich lief ihm in die Arme. Sofort umarmte er mich. Mir kamen vor Freude die Tränen. Er küsste mich. Jack war mittlerweile auch zu uns gekommen. Als nächstes umarmten Maria und ich uns unter Tränen. Jack und Alex checkten sich ein.
„I hope, that are tears of Joy.“ Sagte Peter, Jasons Vater lächelnd. Maria und ich nickten lächelnd. Dann wurden wir von der ganzen Familie begrüßt.
Nach einer halben Ewigkeit waren wir dann aus dem Flughafen raus, mit all unseren Sachen. Als erstes rief ich Mama an. Dann fuhren Fish & Chips essen. Wir unterhielten uns eine Menge. Alex schaute mich immer wieder an. Meine Haare waren schon wieder etwas gewachsen und ungefähr so lang wie die von Miley Cyrus. Ich wollte sie wieder wachsen lassen. Dass ich sie abgeschnitten hatte, bereute ich aber nicht. Außerdem hatte ich sie vor ein paar Wochen wieder braun gefärbt, somit kam ich mir wieder normal vor, da ich ja so lange braune Haare hatte. Ich bekam auch Komplimente, wie gut ich aussähe, von den anderen.
Dann fuhren wir zu der Familie nach Hause. Sie hatten zwei Gästezimmer. Alex und Maria hatten sich aber nur eins geteilt. Auf eine Sache hatten wir uns aber geeinigt. Im zweiten Zimmer gibt es zwei einzelne Betten. Jack und Maria würden dort schlafen, damit Alex und ich zusammen in einem Bett schlafen könnten.
Ich hatte lange darüber nachgedacht, ob wir vielleicht miteinander schlafen sollten...aber irgendwie...nein, es ist noch nicht so weit...

Dienstag, 20. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 11


Alex und ich hatten den ganzen Vormittag geskypt. Jetzt aßen wir Mittag. Mama redete seit Tagen kaum. Was auch immer jetzt schon wieder los war.
Nach dem essen ging ich zurück in mein Zimmer. Jack hatte in ein paar Tagen Geburtstag. Er wird 18. Unsere Clique wollte ein Schild machen, auch wenn Alex und Maria nicht mehr da waren. Wir hatten schon angefangen bevor sie nach London geflogen sind. Ich hatte die Aufgabe, Babyfotos von Jack zu besorgen. Das hatte ich schon längst erledigt und sah sie mir nochmal an. Dabei war auch ein Foto von Jack und mir. Ich beschloss es zu behalten, denn ich mochte es sehr. Außerdem brauchte ich eh noch neue Fotos für mein Fotoalbum. Auf meinem Laptop hatte ich noch aktuelle. Da kam mir eine Idee.
ich wollte eine Fotowand machen. Ich zog die Fotos auf meinem Laptop auf einen Stick und zog mir etwas Vernünftiges an. Dann fuhr ich mit meinem Fahrrad zu dm und druckte mir die Fotos aus. Danach kaufte ich mir noch ein bisschen Kosmetik. Zu Hause sortierte ich die Fotos erst und klebte sie an meine Wand in Form eines Herzens. Die machte ich in mein Fotoalbum. Dann hatte ich noch ein Foto von Alex und mir und das Gruppenfoto von meinem Geburtstag. Die beiden tat ich in zwei Rahmen und stellte das von Alex und mir auf meinem Nachttisch und das Gruppenfoto auf die Fensterbank über meinem Bett.
Mittlerweile war es auch schon abends. Also ging ich ins Badezimmer. Ich entschied mich mal wieder zu Baden.
Später fiel ich in einen unruhigen Schlaf. Schweißgebadet schreckte ich aus einem Albtraum auf. Ich hatte wohl zu viel Amnesia gesehen. Ich setzte mich auf und griff nach meiner Brille. Nachdem ich mich nach einiger Zeit immer noch nicht beruhigt hatte, beschloss ich zu Jack zu gehen. Ich war mir hundertprozentig sicher, dass er noch wach war. Also schlurfte ich samt Decke zu Jack’s Zimmer. Ich klopfte an. „Jack?“. „Was gibt’s?“ fragte er. Ich trat ein. Jack hatte ebenfalls seine Brille auf und seine Haare waren genauso wie meine ungestylt. Die blonden Strähnchen stachen im halbdunkeln total hervor. „Ich...ich hatte einen Albtraum...hab wohl zu viel Amnesia geguckt...kann ich vielleicht hier schlafen?“ fragte ich. „Ja klar.“ Meinte Jack. Er saß auf seinem Bett und zockte GTA auf seiner Playstation. Damit ich auch Platz hatte rutschte er rüber. Ich setzte mich neben ihn und lehnte mich an ihn. Eine Weile sah ich ihm nur beim zocken zu, dann nahm ich ihm den Controller weg um selbst zu zocken. Erst war er überrascht, dann knuffte er mich lachend in die Seite. Wir zockten immer abwechselnd.
„Schlafen kann ich jetzt nicht mehr...wollen wie let’s plays gucken?“ fragte ich. „Was wollen wir denn gucken?“ „Outlast oder so?“ schlug ich vor. Wir einigten uns auf „Outlast: Whistleblower“. Ich kann eigentlich schon Horror ab, nur Amnesia war teilweise schon heftig. Nur war ich mir auch darüber im Klaren, dass Outlast um längen heftiger werden wird.
Also saßen wir vor Jack’s Laptop, aneinander und in unsere Decken gekuschelt und stellten das erste Video von Gronkh an. Schon nach kurzer Zeit bekam ich quasi einen Herzinfarkt und krallte mich mit einem unterdrückten schrein an Jack. Er legte seinen Arm um mich. Ich krallte mir eins seiner Kissen und hielt es mir von nun an vor den Mund. Irgendwann hörte ich Jack leise schnarchen und kurz darauf war auch ich eingeschlafen.
Am nächsten Morgen – Sonntag – wurden wir von Mama geweckt. Die Sonne erhellte den Raum bereits. Ich saß immer noch an Jack gekuschelt und er saß an die Wand gelehnt. Scheinbar hatten wir so geschlafen. Ich ging zurück in mein Zimmer. Da machte ich mich fertig für das Treffen mit Emily, Carly und Mark, wegen Jacks Schild, da er ja Morgen Geburtstag hat. Jack erzälte ich einfach, dass ich mit Emily und Carly Mädchensachen besprechen wollte, und schon war seine Aufmerksamkeit weg. Um ihn brauchte ich mir also keine Gedanken mehr machen.
Wir trafen uns wieder bei Mark im Partyschuppen. Das Schild war schon fast fertig, wir mussten eigentlich nur noch die Bilder aufkleben. Marks Mutter brachte uns Tee und Kuchen. Nachdem wir mit dem Schild fertig waren saßen wir eigentlich nur noch rum und quatschten. Wir riefen auch noch Alex und Maria an, bzw. nur Alex, aber Maria war bei ihm und so konnten wir quatschen. Wie sonst auch, nur mit dem Unterschied, dass Maria und Alex nur übers Handy mit uns reden und Jack fehlt. Naja, vielleicht nicht ganz wie immer. Später fuhren wir zu mir nach Hause und stellten im dunkeln das Schild auf. Jack würde ganz sicher bis morgen früh nicht mehr aus dem Haus kommen.
Wenn Alex und Maria noch hier gewesen wären, hätten wir Jacks Lieblingslied spielen können. Hello Brooklyn von All Time Low. Ich am Keyboard, Alex an der Gitarre, Maria am Bass und ich singe dazu. Auf den Bass könnte man rein theoretisch schon verzichten, aber ich kann ja nicht Gitarre und Keyboard gleichzeitig spielen. Und am Schlagzeug hatten wir auch keinen, das hätten wir aber verschmerzen können. Alles war schon geplant, nur dann kam etwas dazwischen. Naja, jetzt würde ich einfach Happy Birthday singen und am Keyboard begleiten. Dazu hatte ich ihm noch ein All Time Low T-Shirt und Nothing Personal besorgt. Ich habe ja selbst zwei. Meine All Time Low sucht habe ich ein wenig von Alex. Er hat damit angefangen und ich habe mich dann damit infiziert. So entstand dann eine Liebe [ähm *süßholzgerasple wieder abstell*]. Seitdem höre ich überwiegend All Time Low. Alex habe ich damit auch angesteckt und Maria erst recht. Wir beide finden Alex Gaskarth (den Sänger) [ja, er heißt so wie Alex] und Jack Brakat (den Gitarristen) [und ja, er heißt so wie Jack] einfach nur heiß. Natürlich respektieren wir aber alle Bandmitglieder [ich glaube ich rutsche grade in eine Rede über Bands rein, ich sollte das an dieser Stelle beenden].
Auf jeden Fall saß ich am Abend an meinem Keyboard und spielte wieder. Musik gibt mir meistens einfach Kraft weiter zu machen. Abends konnte ich nicht schlafen. Ich ging wieder zu Jack, aber es war nicht geplant, dass ich dort übernachte. Auf jeden Fall zockte Jack an seinem DS. Ich durfte mich natürlich neben ihn legen. Leider schlief ich schon bald doch ein. Irgendwann mitten in der Nacht wachte ich wieder auf. Jack’s DS lag ihm im Gesicht, wahrscheinlich ist er eigeschlafen und der DS ist runtergefallen. In sein Gesicht. Ich nahm ihn vorsichtig aus Jack’s Händen und hoffte, dass Jack dadurch nicht aufwachte. Dann legte ich den DS weg. Ich warf einen Blick auf Jack’s Wecker. 2:16 Uhr. Leise seufzend legte ich mich wieder hin und schlief weiter.
Mama holte mich am nächsten Morgen aus Jacks Zimmer, sodass ich mich fertig machen konnte. Später weckten wir Jack. Mir war sogar feierlich zumute. Die Geschenke hatten wir unten aufgestapelt und mein Keyboard stand auch unten. Schließlich entschied ich mich aber doch „Hello Brooklyn“ zu spielen, nur eben als Piano-Akustik Version. Jack war begeistert. „Eigentlich wollten Alex, Maria und ich das für dich machen und dann mit Keyboard, Gitarre und Bass und auch nach der Schule, aber jetzt musste es eben so gehen.“ Erklärte ich. „Ach kein Problem, es ist perfekt. Und wie aufs Stichwort rief Alex an. Ich sah auf die Uhr. „Er ist jetzt schon wach? Wow, ihr seit echt gute Freunde. Wenn er sich extra aus dem Bett bequemt nur um dich anzurufen.“ Bewunderte ich meinen Freund. Jack schüttelte lachend den Kopf. Alex und Jack telefonierten eine Weile. Dann zeigten wir Jack sein Schild. Er war total begeistert und auch sehr dankbar. Das T-Shirt was ich ihm geschenkt hatte, wollte er auch gleich anziehen. Also zog ich auch mein All Time Low Shirt an. Partnerlook. Heute war mir alles egal, was die anderen sagen würden (nicht dass es mir auch sonst egal wäre, aber trotzdem), denn heute geht es um Jack. Beim Frühstück redeten wir jedoch über mich. „Mama, ich hab mal ne Frage.“ Meinte ich. „Was gibt es denn mein Schatz?“ sie sah mich fragend an. „Naja, ich habe mir gedacht, dass es vielleicht langsam Zeit wäre einen Führerschein zu machen.“ Erklärte ich. „Ja, also warum nicht. Jack, wolltest du nicht auch Rollerführerschein machen?“ fragte sie Jack. „Ja, schon. Das wäre ja eigentlich gut, wenn Oli jetzt auch einen Führerschein machen würde, dann könnten wir zusammen lernen.“ Meinte Jack. „Ok gut. Ich gehe heute zu Horts und Nadine. Da melde ich euch beide an.“ Beschloss Mama. Horst und Nadine sind bekannte von uns, die eine Fahrschule leiten. Jack und ich gingen dann aber in die Schule. Ich freute mich, dass ich Mama so leicht überreden konnte. Ein wenig ungerecht gegenüber Jack war es ja schon, dass er zwei Jahre länger als ich auf seinen Rollerführerschein warten muss als ich, aber ich freute mich trotzdem.
In der Schule wurde Jack ebenfalls wie ich an meinem Geburtstag von allen Seiten beglückwünscht. Wir wurden natürlich auf unsere T-Shirts angesprochen. Eigentlich war es ein guter Tag, aber ich vermisste Maria und vor allem Alex. Wie sollte ich das bloß weitere sechs Monate aushalten?
Am Ende der Schule gingen wir zusammen nach Hause. Wir gingen ziemlich langsam, denn wenn man Montag gleich acht Stunden hat, ist man ganz schön kaputt. Vielleicht sollten wir doch mit Fahrrad fahren.
Auf jeden Fall gingen wir nach Hause. Dort wartete Mama schon mit Jacks Lieblingsessen: Pizza mit Salami. Typisches Jungs essen eben. Nach dem essen fuhren wir nach Berlin rein, besser gesagt zu Media Markt. Jack wollte sich ein neues Handy kaufen und auch mir kam das ganz gelegen. Ich hatte ja noch die 500€ von Weihnachten. Ich wollte mir ein Tablet kaufen. Ich hatte mich auch schon für eins entschieden, von daher hielt ich niemanden auf. Ich wollte mur das Samsung Galaxy Tab 3 kaufen. Es kostet 222€, also hatte ich noch 278€ übrig. Davon kaufte ich mir noch einen IPod Touch 5G, da mein alter schon ziemlich Schrott war. Der IPod kostete 250€. Ja ich weiß, ganz schön viel Geld auf einmal, aber wenn ich schon mal hier bin und sowieso keine Ahnung habe, wofür ich das Geld sonst ausgeben sollte, kann ich mir auch ein paar schöne Sachen kaufen. Von den übrigen 28€ kaufte ich mir noch eine Blumen-Handyhülle für 14€. Die restlichen 14€ behielt ich einfach. Jack  hatte von Weihnachten und seinem Geburtstag 550€. Er kaufte sich ein Samsung Galaxy S5 für 400€ Und von den restlichen 150€ kaufte er sich noch einige Spiele und CD’s. So wird man eben schnell 1050€ los.
Zu Hause packten wir die Sachen gleich aus und warteten, bis wir sie in Betrieb nehmen konnten.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 10


Heute war es soweit. Heiligabend. Aber bevor wir mit unseren Familien feiern würden, wollten wir noch unsere Wichtelgeschenke austauschen. Ich hatte Maria, aber für Alex und Jack hatte ich natürlich auch noch was. Wir trafen uns bei Mark im Partyschuppen.
Alex und Maria waren in letzter Zeit irgendwie ein bisschen komisch. Aber bestimmt würde ich noch herausfinden, was es damit auf sich hatte.
Also saßen wir jetzt auf den beiden Sofas, mit Weihnachtsmützen und den Geschenken. Im Partyschuppen hatten wir Anfang des Monats auch einen kleinen Baum aufgestellt und geschmückt. Der leuchtete nun vor sich hin. Auch am Adventskranz, den Emilys Mutter extra für uns gemacht hatte, brannten alle Kerzen.
Wir hatten alle unsere Namen auf einen Zettel geschrieben und in einen Sack getan und Maria spielte die Weihnachtselfe die einen Namen nach dem anderen zog. Zuerst durfte Jack sein Geschenk entgegen nehmen, dann Emily, ich, Alex, Mark, Carly und schließlich Maria. Ich bekam mein Geschenk von Emily. Sie schenkte mir ein paar Ohrringe und ein Armband. Für Maria hatte ich eine Packung Buntstifte, da sie so gerne Zeichnete und dazu ein paar Kopfhörer, da ihre letztens kaputt gegangen waren. Nachdem alle ihre Geschenke bekommen hatten fuhr ich noch mit Mark, Maria und Alex zu den beiden nach Hause. Ich ging logischerweise mit Alex in sein Zimmer und Mark mit Maria in ihrs.
Ich gab Alex sein Geschenk. Für ihn hatte ich ein Parfum besorgt. Joop Homme. Sami Slimani hat es auch und es riecht einfach wunderbar. Lustigerweise hat Alex mir auch ein Parfum besorgt. Killer Queen von Katy Perry. Später fuhren wir dann zu unseren Familien zu Hause. Dieses Jahr feiern wir ohne andere Verwandtschaft. Also nur Mama, Jack, Jason, Aubrey, Hayley und ich. Den Baum hatten wir vor ca. zwei Wochen gekauft und geschmückt. Alle Geschenke lagen unter dem Baum, als wir nach unten kamen. Außer natürlich die, die wir für Mama gekauft hatten, was aber bei Jack, Jason und mir Pralinen bedeutet und bei Aubrey und Hayley irgendetwas Selbstgemachtes. Das legten wir auch noch unter den Baum. Dann wurden wir aufgeklärt, wem was gehört. Ich hatte wirklich die Playstation bekommen und ansonsten Basic Klamotten, dicke Socke, ein paar Hausschuhe, ein Häschen Kuscheltier, ganz viele Süßigkeiten und 500€. Weil ich mir ja nichts anderes gewünscht habe. Mal schauen, was ich mir davon alles kaufe. Auf jeden Fall aßen wir noch schön. Den Rest des Abends half Jack mir die Playstation aufzubauen und in Gang zu setzten. Ich hatte auch schon einige Spiele bekommen. Unter anderem auch Grand Tourismo, also zockte ich bis spät in die Nacht. Am nächsten Morgen bekamen wir in unserer Gruppe eine Nachricht von Alex und Maria. Wir wollten uns treffen, weil sie uns was zu sagen hatten. Ich hatte doch gewusst, dass da etwas war. Das würden wir wohl nun herausfinden, aber ich war mir gar nicht sicher, ob ich es wirklich herausfinden wollte. Vielleicht war es ja auch etwas Schlimmes. Ich roch, dass Alex das Parfum drauf hatte. Und ich hatte auch das Parfum von ihm drauf. Maria und Alex sahen ziemlich angespannt aus. Wir saßen auf der Couch, Alex und Maria standen vor uns. „Also...“ setzte Maria an, verstummte dann aber. Alle sahen die beiden erwartungsvoll an. So bedrückend wie die Atmosphäre war, konnte ich nur ahnen, dass es nichts Gutes ist. Alex konnte es dann doch nicht mehr aushalten. „Also... nach den Zeugnisferien...da gehen Maria und ich für ein halbes Jahr nach...London.“ sagte er. Ich realisierte erst mal gar nichts. Niemand sagte etwas. „Wir machen einen Auslandsaufenthalt und gehen zu einer wirklich netten Gastfamilie.“ Fügte Maria nach einiger Zeit hinzu. Immer noch sagte niemand was. Ich sagte als erstes wieder was, auch wenn nicht viel. „Ok...“ sagte ich ausschließlich.
Erst später realisierte ich das ganze. Ich saß weinend auf meinem Bett und hatte mich in meine Zimmer eingeschlossen, aber niemand bekam etwas davon mit. Worüber ich auch ganz froh war.
Die Zeit bis zu den Zeugnisferien verging viel zu schnell. Zwei Tage bevor Alex und Maria nach London fliegen würden übernachtete ich wieder bei Alex. Die beiden Tage. Mark kam am letzten Tag hinzu.
Alex und ich hatten und geschworen, das wie jeden Tag Skypen, über Whatsapp schreiben und telefonieren würden. Ich konnte mir nicht vorstellen ein halbes Jahr lang von Alex getrennt zu sein, aber langsam sollte ich mir ernsthaft Gedanken machen.
In den letzten beiden Tagen kuschelten und knutschten wir ziemlich viel und oft.
Dann war es soweit. Wir fuhren zum Flughafen. Mama und Jack waren mitgekommen. Da mir kalt war, hatte Ale mir seine Sweatjacke übergelegt.
Letztendlich mussten wir voneinander Abschied nehmen. Ich versuchte Krampfhaft nicht zu weinen. „Verändere dich nicht zu sehr.“ Meinte ich um die Tränen zu überspielen. „Ok, wie wäre es, wenn wir einen Pakt machen, dass sich niemand großartig verändert? Das heißt auch, das du dir in der Zeit keine weiteren Ohrlöcher stechen lassen darfst.“ Schlug Alex vor. Ich zögerte. „Weißt du...eigentlich...hatte ich mir vor meine Haare abschneiden zu lassen...“ meinte ich. „Von wie kurz reden wir?“ fragte Alex. „Naja...auf jeden Fall kürzer als deine Haare...Warte, ich zeige dir ein Foto...“ meinte ich und zog mein Handy raus. Ich zeigte ihm eins von Miley Cyrus, wo sie ziemlich kurze Haare hatte, die super gestylt waren. Ich weiß ein wenig radikal, aber naja, es ist schließlich auch ein neuer Lebensabschnitt. Er seufzte. „Naja, eine Ausnahme können wir vielleicht machen...“ meinte er. „Und dann wollte ich mir noch zwei weitere Ohrlöcher stechen lassen...Ich habe schon die Erlaubnis von Mama und Papa...“ fügte ich hinzu. „Ok, warte. Folgendermaßen. Der Pakt gilt ab dann, wenn ich in London gelandet bin. Du kannst jetzt sofort zum Frisör und zum Juwelier bzw. Piercer gehen. Danach gibt es keine Veränderungen mehr, ok?“ fragte er. Ich nickte und viel ihm um den Hals. Als wir uns wieder lösten machte ich noch schnell Baby Lips drauf und verbrauchte sie somit. Schlussendlich kamen mir doch noch die Tränen. Alex umarmte mich. „Ich vermisse dich schon jetzt so doll...“ schluchzte ich. Alex nahm seine Kette mit dem Ring dran ab und gab sie mir. „Hier bitte. Nimm sie und pass darauf auf. Dann hast du immer etwas von mir bei dir.“ Sagte er. Ich schloss meine Finger um die Kette. „Ok...“ hauchte ich. Dann küssten wir uns ein letztes Mal. Dann ging Alex mit Maria zum Flugzeug. Ich drehte mich um und lief schnurrgrade zu Jack; und ihm in die Arme. Er umarmte mich. „Hey, du hast ja noch Alex‘ Jacke an.“ Bemerkte dieser. Ich sah an mir herunter. Er hatte Recht. „Alex?“ rief ich noch den Gang entlang, aber er hörte mich schon nicht mehr. „Zu spät...“ murmelte ich. Die Kette ließ ich auf dem Weg zum Frisör nicht einmal los. Und auch während mir die Haare abgeschnitten und blond gefärbt wurden nicht. Als sie mir die erste Strähne abschnitt schmerzte es schon ziemlich, aber ich war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Das einzige Problem war, dass nun meine Ohren kalt wurden.
Apropos Ohren: Wir fuhren danach wie gesagt auch noch zum Piercer. Ich ließ mir rechts noch ein Helix und ein ganz Normales stechen. Dann fuhren wir nach Hause. Ich hatte mir Alex Kette inzwischen umgebunden und den restlichen Abend ließ ich die Jacke lediglich zum Selfies machen, umziehen und im Badezimmer fertig machen los. Später schlief ich an sie gekuschelt ein. Mit Alex hatte ich heute nicht mehr geschrieben, telefoniert und geskypt. Morgen früh wollten wir gleich Skypen.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich tonnenweise Kommentare unter meinen Bildern auf Facebook und Instagram und auch ca. zehntausend Nachrichten auf Whatsapp, Instamessage und Facebook. Auf die alle einzugehen dauerte auch erstmal ewig. Schließlich machte ich mich fertig. Ich borgte mir ein wenig Haargel von Jack. Er erklärte mir sogar wie man es benutzte, auch wenn ich mir nicht sicher war, ob das nötig war. „Endlich hast du mal einen vernünftigen Haarschnitt.“ Scherzte er herum. „Haha, sehr lustig.“ Meinte ich nur. Endlich brauchte ich nicht mehr fünf Stunden im Badezimmer, um meine Haare zu richten. Dann war es schließlich so weit. Ich stellte den Laptop auf mein Bett und setzte mich bequem hin. Schon nach kurzer Zeit bekam ich eine Chatanfrage. Ich wollte erst wie früher meine Haare nach vorne tun, dann fiel mir aber auf, dass ich ja keine langen Haare mehr habe, also fuhr ich mir noch schnell einmal durch die Haare und nahm die Anfrage an. Alex staunte nicht schlecht. „Wow, heftig, ich habe längere Haare als meine Freundin.“ Scherzte er. Ich wollte mir meine Haare hinters Ohr schieben, wie sonst auch immer, aber immer noch dasselbe: keine langen Haare. Also strich ich einfach an meinem Ohr entlang und spielte ein wenig an meinen Ohrringen. Das war Alex‘ Stichwort, mich nach meinen neuen Ohrlöchern zu fragen. Ich hielt mein Ohr in die Kamera, sodass er alles genau sehen konnte. Wir redeten eine Weile, bis sein ‘Gastbruder‘ dazu kam. Also der Sohn von der Gastfamilie, bei der er und Maria sind. Er tauchte hinter Alex auf. Alex redete von nun an auf Englisch.
„Hey Jason, this is Olivia, my girlfriend. Olivia, this is Jason.” Stellte er uns vor. Ich wank Jason. „Hey Jason, I’m Olivia, how are you?“ fragte ich. “Hey, I’m fine thanks, and you?” er hatte einen lustigen englischen Akzent, aber englische Akzente sind auch so heiß. „Yeah, I’m fine thanks. And, how is it with Alex?“ “Yeah, he’s nice. It’s cool with him here.” “Cool.”. Dann ging Jason wieder. Alex und ich konnten also wieder auf Deutsch reden. „nd, wie ist es so?“ fragte ich. „Ist eigentlich ganz cool. Ich kann mir schon vorstellen, das nächste halbe Jahr hier zu verbringen, zumal ich ja auch noch Maria habe, aber Mama und vor allem dich, vermisse ich jetzt schon. Ich versuche das einfach zu ertragen.“ Meinte er. Ich nickte. „Ich vermisse dich auch Schatz. Aber das packen wir und vor allem du schon. Irgendwie bekommen wir das hin und Maria und du, ihr werdet dann ein schönes halbes Jahr da haben und das Leben genießen. Das ist eine super Chance für euch beide, lass sie dir nicht versauen.“ Sagte ich. „Keine Sorge, ich weiß das alles hier zu schätzen. Aber wir werden sehen. Lass uns über etwas anderes, als mein Heimweh reden.“ Bat er. „Warte, Heimweh? Im ernst? Du?“ fragte ich. Er kratzte sich verlegen am Kopf. „Ja...sogar Maria hat Heimweh...“ meinte er. Ich musste lachen. „Oh man, wie soll das denn die nächsten sechs Monate weitergehen, wenn du schon jetzt Heimweh hast?“ fragte ich lachend. „Naja seh es mal so, ich gewöhne mich schon noch daran und dann wird das vielleicht ja weniger.“ Meinte Alex grinsend. „Naja, wie du meinst...“ sagte ich nur. Wir chatteten noch eine ganze Weile. Dann spielte ich mal wieder auf meinem Keyboard.
Vor ein paar Monaten hatte ich angefangen ‘ein eigenes Stück zu schreiben‘. Also ich habe einfach ein wenig drauflosgespielt und ich fand es gut, also habe ich es immer und immer wieder gespielt und auch erweitert. Jetzt saß ich wieder dran. Das ging eine ganze Weile so, bis ich genug hatte.

Montag, 12. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 9


Wir hatten nicht mehr geschlafen. Jetzt waren wir grade auf dem Weg uns mit den anderen am Baggerloch zu treffen. Wir wollten wieder den ganzen Tag hier bleiben. Alex, Maria und ich waren die letzten, die ankamen. Jack umarmte mich erstmal lange. Ich war froh ihn umarmen zu können. Ich hatte ihn in den letzten beiden Tagen ganz schön vermisst. Ich brauche ihn irgendwie in der letzten Zeit ziemlich viel. Kann ja aber nicht schaden, wenn man ein gutes Verhältnis zu seinen Geschwistern zu haben. Danach mussten alle erstmal meinen Gips betrachten. Wir machten noch ein paar Fotos, auch wenn ich meinen Gips hatte, ich kann das Leben ja trotzdem genießen. Nur darf ich nicht rumschreien oder einen Lachflash bekommen, da das nicht gut für die Heilung meiner Nase wäre. Aber alles im allen verbrachten wir einen schönen Tag miteinander. Wir hatten Sandwiches, Tee, Cola, Chips und Gummibären dabei. Wir redeten eigentlich den ganzen Tag und hatten super viel Spaß. Das Essen und Trinken war schon nach dem halben Tag weg. Abends war ich total müde, aber ich zwang mich selbst dazu erst im Bett zu schlafen. Jedoch war ich anfangs noch ein wenig verhindert, denn Alex und ich knutschten noch ein wenig rum. Natürlich ganz vorsichtig, damit meine Nase nicht noch mehr beschädigt wird. Glücklicherweise war das Licht aus, denn ohne meine Brille sehe ich eh nicht viel. Aber schließlich war ich doch so müde, dass wir schlafen gingen.
Ich würde nur noch Morgen bei Alex schlafen, danach ‘ziehe ich wieder zu Hause ein‘.
Am nächsten Morgen war ich trotzdem Hundemüde. Ich hatte überhaupt keinen Bock auf Schule und saß nur lustlos auf meinem Platz. Die Lehrer sprachen mich nur darauf an und fragten mich, ob alles mit mir Ok sei. Ich musste denen dann beibringen, dass ich EINFACH NUR MÜDE WAR. Ich hatte keine Nerven für sowas.
Dann waren wir wieder zu Hause. Maria brachte das Fass schließlich zum Überlaufen. „Und, was ist mit Alex und  dir?“ fragte sie grinsend. „Was meinst du?“ fragte ich stöhnend. „Naja du weißt schon, ist schon was gelaufen?“ fragte sie. Jetzt platzte mir der Kragen. „MARIA, WENN IRGENDETWAS PASSIERT WÄRE, WÄRST DU DIE ERSTE, DER ICH ES ERZÄHLEN WÜRDE! HÖR ENDLICH AUF MICH DAMIT ZU NERVEN! ICH KANN NICHT MEHR! LASS MICH EINFACH IN RUHE! ICH KANN ES EINFACH NICHT MEHR HÖREN. JEDEN TAG FRAGST DU MICH DANACH! LASS-ES-SEIN!“ Ich bekam schon Kopfschmerzen. Sie sah mich an. Dann ging sie einfach aus dem Raum. Ich stöhnte. „Maria, warte...!“ rief ich ihr hinterher, aber sie ging weiter. „Na super...“ murmelte ich. In diesem Moment kam Alex rein. „Was ist los?“ fragte er. „Ach Maria ist los... sie nervt mich einfach jeden Tag mit ein und demselben Thema. Jetzt ist mir der Kragen geplatzt und sie ist abgehauen...“ meinte ich und drehte mich weg. Ich ging zum Bett und setzte mich drauf. „Um was geht es denn?“ fragte Alex weiter. „Naja...sie will immer wissen, ob wir schon...naja du weißt schon...Sex gehabt haben.“ Meinte ich. Ich hörte ein „Oh...“ aus Alex‘ Richtung. „Naja und was hast du ihr gesagt?“ „Natürlich, dass wir noch nicht miteinander geschlafen haben, aber sie nervt mich jetzt echt schon seit Wochen damit und ich kann nicht mehr, das bereitet mir schon Kopfschmerzen...“ meinte ich. Alex setzte sich neben mich. „Und jetzt hast du sie angeschrien und sie ist abgehauen?“ Ich nickte. Er umarmte mich. „Keine Sorge, das wird schon wieder. Soll ich vielleicht mal mit ihr reden?“ fragte er aufmunternd. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, das kommt hilflos rüber...“ meinte ich. „Ok, dann rede ich eben von mir aus mit ihr. Mir passt es auch nicht, dass sie immer alles wissen will...“ schlug Alex vor. „Ich kann dich davon wahrscheinlich nicht abhalten...aber jetzt nicht. Mach es Morgen, wenn ich wieder weg bin.“ Bat ich ihn. Er nickte. „Ok.“ Sagte er noch. Dann machten wir erst mal Hausaufgaben. Schließlich knutschten wir noch rum, bis es Zeit war, schlafen zu gehen. Ich war noch immer total müde.
Dienstagmorgen war nicht besser als der Tag zuvor. Ich hatte GAR KEINE Lust auf Schule. Nach der Schule fuhr ich zu Alex um meine Sachen zu holen und fuhr dann nach einem Abschiedskuss nach Hause. Mama redete kaum, aber wie ich es von Jack erfahren hatte, hatte sie in den letzten Tagen generell nicht viel geredet.
Ich ging nach oben. Hayley kam grade von der Toilette wieder. Als sie mich sah, blieb sie stehen und sah mich an. „Hey Hayley, ich...“ setzte ich an und ging auf sie zu. Sie wich einen Schritt zurück. „Geh!“ meinte sie. Ich stockte. „Bitte was?“ fragte ich. Ich war mir nicht sicher, ob sie das grade ernsthaft gesagt hatte. „Ich hab gesagt geh! Lass mich! Du hast gelogen!“ rief sie. Ich wusste nicht was sie meinte. „Hayley, wovon redest du? Was habe ich dir getan?“ hakte ich nach. „Du hast gesagt, dass alles wieder gut wird! Aber jetzt lassen sie sich scheiden! Du hast mich angelogen! Und dann bist du auch noch abgehauen. Nicht mal gestern konntest du anrufen, um mir zum Geburtstag zu gratulieren!“ sagte sie unter Tränen.
VERDAMMT! Wie konnte ich das denn bitte vergessen?! Aber das mit Mama und Papa konnte ich ja nicht ahnen...Ok, ich hatte ja das Gefühl, aber hätte ich es ihr denn sagen sollen? Das wäre auch nicht gut angekommen. Sowas erzählt man doch keiner drei Jährigen...vier Jährigen. „Hayley, das tut mir leid, ich hatte nur so viel Stress in letzter Zeit und das mit Mama und Papa konnte ich doch nicht wissen. Ich kann doch nicht Hellsehen.“ Versuchte ich sie zu beruhigen, aber sie rannte in ihr Zimmer. Ich blieb fassungslos stehen. Dann stöhnte ich und fasste mir an den Kopf. Ich hatte schon wieder Kopfschmerzen. Ich war auch viel zu kaputt um zu heulen. Jack kam die Treppe hoch. „Alles ok?“ fragte er. Ich konnte nur erneut stöhnen. Ich setzte mich an Ort und Stelle auf den Boden und schaute auf selbigen. Jack setzte sich neben mich auf den Boden. Ich spürte, dass er mich ansah. „Hayley sagt, ich hätte sie mit Mama und Papa angelogen. Ich konnte das doch nicht wissen!“ sagte ich verzweifelt. „Und dann habe ich ihr nicht mal zum Geburtstag gratuliert...“ fügte ich hinzu. „Ist doch verständlich. Du hattest doch genug um die Ohren...um die Nase...“ sagte Jack. Ich knuffte ihn lächelnd. Auch er lachte ein wenig. „Du konntest das mit Mama und Papa nicht wissen. Ich mein...klar haben wir alle daran gedacht. Aber du konntest ihr das ja ganz schlecht erzählen.“ Versuchte Jack mein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Ich lehnte mich an ihn. Er legte einen Arm um mich. Schließlich gingen wir aber doch in Jacks Zimmer, denn da war es eindeutig bequemer als auf dem Boden. Von Jason hatte ich noch gar nichts mitbekommen. Aubrey hatte ich schon gesehen, aber Jason noch nicht. Keine Ahnung was los war, aber ich kann mir denken, dass er kaputt ist, war ich schließlich auch. Ein Glück ist Morgen der letzte Schultag, dann haben wir zweieinhalb Wochen Herbstferien.
Nachdem der Mittwoch zu Ende war, war ich auch am Ende. Ich war so Müde und so Kaputt. Ich schlief nach der Schule erstmal zwei Stunden. Die Ferien verbrachte ich größtenteils mit Jack oder Alex. Maria und ich vertrugen uns erst wieder gegen Ende der Ferien. Jetzt musste ich nur noch bis zum 23. Dezember durchhalten. Dann ist Weihnachten und auch wieder Ferien. In der Zeit war ich öfters mal Krank.
Anfang Dezember machte ich wie ein kleines Kind, meinen Adventskalender auf. In meinem Zimmer hatte ich auch einen Adventskranz. Viele Nachmittage verbrachte ich bei Kerzenschein und Weihnachtsmusik in meinem Zimmer und träumte vor mich hin. Ich spielte auch seit langem mal wieder Gitarre und Keyboard. Hayley hatte mir glaube ich wieder verziehen. Ich besorgte für alle Geschenke und schrieb meinen Wunschzettel. Ich wünschte mir größtenteils Geld, aber auch eine Playstation. Dann könnte ich endlich auch mal zocken, ohne dass ich Jack fragen müsste.
Seit Anfang November hatte ich mit dem Gedanken gespielt mir meine Haare abschneiden zu lassen. Kurze Haare und Blond. Ich weiß, ziemlich gewagt und außerdem habe ich taillenlange Haare, aber trotzdem. Ich war mir auch noch nicht sicher.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 8



Am nächsten Morgen schliefen wir ziemlich lang. Es war Samstag, somit konnten wir uns das erlauben. Alex weckte mich mit küssen auf. „Guten Morgen Schatz, Zeit zum Aufstehen.“ Flüsterte er mir ins Ohr. Ich gähnte. „Mhm...ok...“ murmelte ich und setzte mich umständlich auf. Dann schlurfte ich zu meiner Tasche, holte mir Unterwäsche, Socken, eine Jogginghose und den Wollpulli von gestern. Ich ging ins Badezimmer. Maria kam grade raus. „Naaa?“ fragte sie grinsend. „Was na? Wenn du wissen willst ob wir miteinander geschlafen haben, dann nein.“ Meinte ich und warf die Tür hinter mir zu. Ich hatte langsam genug davon. Wenn etwas passieren sollte, zwischen Alex und mir, dann würde ich es ihr ja wohl als erstes sagen. Sie muss mich ja nicht ANDAUERND fragen. Keine Ahnung was Maria danach machte, aber ich machte mich auf jeden Fall erstmal fertig. Nach mir ging Alex ins Bad. Währenddessen checkte ich die Neuigkeiten auf meinem Handy. Ich schrieb Jack, er müsste mittlerweile auch wach sein. „Hey, wie geht es dir?“ fragte ich. „Mir geht es gut, aber die Frage ist, wie es DIR geht. Du hast dich nicht gemeldet und nicht mit Mama geredet.“ Schrieb er zurück. „Ja, ich wollte nicht mit ihr reden, deswegen bin ich ja weggegangen. Mir geht es wieder gut, Maria und Jenny, aber vor allem Alex waren für mich da und haben mich getröstet. Ich weiß noch nicht genau wann ich wieder nach Hause komme, aber die nächsten Tage nicht.“ Meinte ich. „Bist du jetzt böse auf mich?“ fragte ich noch. „Nein, natürlich nicht. Aber ich habe mir sorgen gemacht.“ Meinte er. Ich war erleichtert. Immerhin war er nicht böse auf mich. Das hätte ich auch nicht ertragen, wenn er auf mich böse gewesen wäre. „Gut. Ich dachte schon. Aber es tut mir leid, ich kann einfach nicht mehr. Ich brauche erstmal ein wenig Abstand. Wir sehen uns dann ja Montag in der Schule.“ Schrieb ich. „Ok, hab dich lieb :*“ „Ich dich auch :*“ Ich legte mein Handy wieder weg. Danach aßen wir eine Kleinigkeit.
„So, was machen wir jetzt?“ fragte Alex. Ich zuckte die Schultern. Heute war es überraschend warm. Aber ich wollte meinen kuscheligen Pulli nicht ausziehen. „Ok, ich habe eine Idee. Zieh dir was Warmes an, wir gehen nach draußen.“ Ich sah ihn prüfend an, tat dann aber was er mir gesagt hatte. Alex packte einige Sachen in einen Rucksack. Er war mir eine Tasche zu. „Nicht reingucken, trag sie einfach. Ich führe dich wohin.“ Meinte er und zog sich ebenfalls noch etwas anderes an. Wir gingen raus und fuhren eine Weile mit dem Fahrrad. Dann kamen wir an. Große Steine versperrten den Weg. Wir stellten unsere Fahrräder ab und schlossen sie an einen Baum. Dann kletterten wir über die Steine. Natürlich wusste ich wo wir waren. Ich war zwar noch nie hier, aber ich hatte davon gehört. Wir waren am Baggerloch. Es war atemberaubend schön. Niemand außer uns war da. Hier wehte ein leichtes Lüftchen. „Gefällt es dir hier?“ fragte Alex. Ich nickte nur. Wir gingen um das Baggerloch rum, dann setzten wir uns in die Sonne. Alex hatte zwei Decken dabei. Eine legten wir auf den Boden und setzten uns drauf. Die andere wickelten wir um uns. Alex hatte auch Tee dabei. Er goss mir ein und reichte mir eine Tasse. Ich trank einen großen Schluck. Danach legten wir uns nebeneinander auf die Decke. Es war gleichzeitig warm und kalt, aber es war angenehm. Wir kuschelten. Momentan wollte ich sehr viel kuscheln. Wie gerne wäre ich jetzt auch mir Jack hier gewesen. Aber mit Alex hier zu sein fand ich auch sehr schön. Fast die ganze Zeit saßen bzw. lagen wir da auf der Decke. Alex hatte Karten und auch was zu essen dabei. Wir verbrachten den Tag da. Es war wunderschön. Später fuhren wir dann wieder nach Hause. Wir verabredeten uns mir den anderen aus unserer Clique, also Mark, Emily, Carly, Maria und auch Jack. Ich freute mich, ihn wieder zu sehen. Den Abend verbrachten wir mit Maria. Wir zockten alle drei Mario Kart auf der Wii. Natürlich gewann ich wieder, denn ich kann nicht nur auf der Playstation super fahren. Später war ich so müde, dass ich bei Maria im Zimmer einschlief.
Ich spürte Küsse auf meiner Wange und öffnete die Augen Alex lächelte mich an. „Hey Schlafmütze, willst du nicht lieber in mein Bett?“ fragte er. Ich nickte lächelnd. „Trägst du mich?“ fragte ich ganz lieb und lächelte ihn an. Er seufzte und hob mich hoch. Ich umklammerte seinen Hals und ließ mich wie ein Baby in Alex‘ Zimmer tragen. „Schaffst du es, dich umzuziehen?“ fragte er. Ich wusste nicht genau was ich sagen sollte. „Ja, denke schon...“ meinte ich und zog mir sogleich meinen Pulli über den Kopf. Alex reichte mir mein Shirt und meine Pyjamahose. Ich zog mich schnell um und schmiss meine Kleidung in eine Ecke. Beinahe wäre ich im sitzen eingeschlafen. Alex legte mich aber ordentlich ins Bett und deckte mich zu. Ich bekam grade noch mit, wie er sich von hinten an mich kuschelte, dann schlief ich tief und fest. Die ganze frische Luft hatte mich müde gemacht.
Irgendwann in der Nacht wachte ich auf. Ich hörte, wie jemand im Flur langschlich. Dann polterte es. Ich schreckte auf. Es war stockdunkel und niemand außer mir schien etwas bemerkt zu haben. Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Aus dem Flur schien ganz leicht Licht. Ich setzte mich ein wenig auf. Unter der Tür schien das Licht durch. Es war wie eine Taschenlampe. Wer zur Hölle könnte das sein? Man hörte ganz eindeutig Schritte. Ich bekam Angst. Ich glaube nicht, dass jemand der sich hier auskennt, bzw. jemand der hier wohnt so rumschleichen würde. Aufeinmal bekam ich eine Nachricht in Whatsapp. Schnell stellte ich meinen Ton am Handy aus. Es war Maria. „Hörst du auch die Schritte?“ fragte sie. Jetzt bekam ich einen Schock. Sie war es schon mal nicht und ich bezweifelte, dass es enny war. „Ja! Ich wecke jetzt Alex auf, ich hab Angst.“ Schrieb ich zurück. „Mach das.“. Also weckte ich Alex. „Hm...? Was ist denn los?“ fragte er verschlafen. „Auf dem Flur schleicht jemand rum. Maria hört es auch.“ Flüsterte ich. Alex war sofort wach. Er setzte sich auf und lauschte. „Mama ist das ganz sicher nicht.“ Meinte er. „Und jetzt?“ fragte ich. „Warte...“ meinte Alex, stand auf und ging zur Tür. „Was machst du da?“ flüsterte ich nachdrucksvoll. „Psst...!“ meinte er und öffnete die Tür einen Spalt. Er schaute durch den Türspalt. „Ich glaubs nicht...“ flüsterte er. „Was ist los?“ flüsterte ich. Alex öffnete die Tür ganz. Ich bekam einen Schrecken. Was war den jetzt los? „Dad?!“ rief Alex. Ich konnte die Gestalt erkennen. Alex schaltete das Licht im Zimmer und im Flur an. Ich hielt mir die Augen zu, da es verdammt nochmal blendete. „Alex!“ rief ich vor Schreck. Ich hörte wie Alex wegging. Eine weitere Tür wurde geöffnet. „Was zur Hölle...?“ hörte ich Maria fragen. Langsam konnte ich wieder sehen. Ich strengte mich an, aber ohne meine Brille sah ich nichts. Ich tastete auf dem Fensterbrett herum. Endlich bekam ich sie in die Finger. Im Aufstehen setzte ich sie auf und ging zu Alex. Er legte seinen Arm um mich. Beide starrten auf Ole, Alex‘ und Marias Vater. Er starrte zwischen den beiden hin und her. Unten hörte ich es rumpeln. „Was ist da los?“ hörte ich Jenny rufen. „Das wüssten wir auch gerne.“ rief Alex zurück. Jenny stieg die Treppe hoch. Als sie Ole sah stockte sie. „Was machst du denn hier?!“ rief sie und ging auf ihn zu. Er wusste gar nicht was er sagen sollte. Wahrscheinlich hatte er nicht damit gerechnet, erwischt zu werden. „So, entweder du sagst mir jetzt was du hier willst, oder ich rufe die Polizei! Und wenn du mir keinen guten Grund nennst, rufe ich sie trotzdem!“ meinte Jenny. Ole starrte immer noch auf Jenny. „Ich...ich wollte alles holen was mir gehört...“ meinte er. „Und das fällt dir JEZT ein?! Was hast du dir gedacht? Dass du hier MITTEN IN DER NACHT einfach reinspazieren kannst um DEINE SACHEN zu holen?“ sie war total aufgebracht und wütend. „Die hälfte der Sachen hier gehört mir, falls du das vergessen hast.“ Sagte Ole. „JA UND? Das kann man anders regeln, als dass du hier EINBRICHST und uns alle zu Tode erschreckst. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Mädchen keine Angst hatten und Alex natürlich auch.“ Sagte Jenny. Ole schnaubte verächtlich. Er hat Alex immer gehasst. Auch Maria hat er oft geschlagen. Mir wurde es zu Bunt. Auch wenn ich großen Respekt vor Ole hatte. „Was soll das heißen? Wieso sollte Alex keine Angst gehabt haben?!“ fragte ich ärgerlich und ging einen Schritt auf Ole zu. Alex hielt mich am Arm, aber ich befreite mich aus seinem Griff. „Weil er ein Junge ist?“ schlug Ole verachtend vor. „UND?!“ ich wurde richtig wütend. „Was tut das denn zur Sache? Nur weil er ein Junge ist? Ich bin mir sicher, dass du in seinem Alter auch oft genug Angst gehabt hast. Was soll das ganze? Hier geht es nicht darum, dass er ein Junge ist und deswegen ‘keine Angst haben sollte‘. Es geht hier darum, dass du ihn hasst. Warum auch immer. Ich verstehe das nicht. Du kannst froh sein, dass du nicht wegen Kindesmisshandlung vor Gericht kommst!“ fügte ich hinzu. Ole sah mich an. Er hob die Hand. Seine Hand sauste nieder. Ich hörte Alex „NEIN!“ rufen und sah aus dem Augenwinkel wie er auf mich zu stürzen wollte, aber es war zu spät. Ich bekam seine Hand voll ins Gesicht. Ich sank auf meine Knie. Alex kniete sich sofort neben mich. Ich hörte wie Jenny „Jetzt reicht’s!“ rief und zum Telefon eilte. Ole wollte abhauen. Maria stellte sich ihm in den Weg. „Ach, willst du dir auch noch eine Einfangen?“ fragte Ole. „Na los! Mach doch!“ rief Maria. „Zeig uns allen was du für ein MANN bist!“ fügte sie hinzu. Ich sah wie er ausholte. Aber Maria konnte sich wegducken. Jenny telefonierte schon fleißig. Alles um mich herum drehte sich. Alex strich mir immer wieder über den Arm während ich mir meine Wange und Nase hielt. Ich merkte, wie Tränen meine Wange entlangliefen, aber ich hatte nicht bemerkt, wann ich angefangen hatte zu weinen. Irgendwie gelang es Maria Ole hinzuhalten, sodass er noch da war, als die Polizei eintraf. Ein Krankenwagen kam auch nach einiger Zeit. Maria und Jenny fuhren mit dem Auto hinterher. Vorher hatten wir uns alle noch etwas anderes angezogen. Meine Nase hatte mittlerweile stark zu bluten angefangen, aber das ist ja normal bei einem Nasenbruch. Ich bat Alex Jack anzuschreiben und ihm zu erzählen was passiert war, auch wenn ich mir sicher war, dass Jenny Mama gleich anrufen würde, deshalb bat ich sie, dass sie Mama nur sagen würde, dass wir ins Krankenhaus fahren, aber nicht in welches, denn dann wäre sie ganz sicher auch hinterher gefahren. Keine Ahnung, ob Jenny das machen würde, aber ich denke schon. Im Krankenhaus dauerte es etwa eine halbe Stunde, bis ich dran war. Ich bekam einen Gips und meine Nase hatte mittlerweile auch aufgehört zu Bluten. Keine Ahnung was mit Ole jetzt passieren würde, aber ich hatte auch nicht wirklich Lust darüber nachzudenken. Ich konnte außerdem nicht viel sehen, da ich meine Brille nicht wieder aufgesetzt hatte. Sie war auch kaputt gegangen. In der Mitte zerbrochen, als Ole mich geschlagen hatte. Darum könnte ich mich aber auch später kümmern.
Auf jeden Fall fuhren wir jetzt wieder nach Hause. Dort angekommen zogen wir uns erstmal wieder um und setzten uns auf Alex‘ Bett. Also Maria, Alex und ich. Jenny ging wieder ins Bett, aber keine Ahnung, ob sie wirklich wieder schlief. „So, und was machen wir jetzt?“ fragte Alex. „Keine Ahnung, aber ich hatte in nächster Zeit nicht vor zu schlafen...“ meinte ich. Natürlich war ich müde und ich war mir sicher, dass wenn ich jetzt nicht schlafe, ich später am Tag schlafen werde und dann nicht in der Nacht. Was zur Folge hat, dass ich Müde in der Schule sitze und mein ganzer Schlafrhythmus für die nächsten Wochen total im Arsch sein wird. „Wir können ja noch ein wenig aufbleiben. Dann sehen wir weiter.“ Meinte Maria. Alex war auch einverstanden. Wir zockten zu dritt DS.
Ich hatte die ganze Zeit nicht auf mein Handy geachtet, da es ja außerdem auf Lautlos gestellt war. Deswegen hatte ich jetzt so einige Nachrichten von Mama und Jack. Ehrlich gesagt wunderte es mich, dass Mama noch nicht zu uns gefahren ist, um nach mir zu sehen, aber sie wird es wohl eingesehen haben. Sieht ihr zwar nicht sehr ähnlich, aber egal jetzt.
[Das Kapitel muss ja auch mal zu Ende sein, ist jetzt schon zu lang]

Montag, 5. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 7


Und sie sollte Recht behalten. Alex hatte mich einfach gehalten, während ich geweint hatte, bis keine Tränen mehr übrig gewesen waren. „Geht’s wieder?“ fragte Alex nach einiger Zeit. „Naja...“ sagte ich nur. Ich hatte seinen ganzen Pulli Nass geweint. Mir war kalt, also suchte ich mir aus meiner Tasche eine Leggins und einen Wollpulli aus meiner Tasche. Auch Alex ging zu seinem Schrank und zog sich kurzer Hand einen neuen Pulli an. „Ich bring den mal eben weg.“ Meinte er und deutet auf den nassen Pulli. Ich nickte. Ale er weg war zog ich mich um. Ich hörte Alex und Maria draußen reden. Danach holte ich mir noch dicke Socken mit ABS aus meiner Tasche. Alex kam wieder. „Und, was wollen wir jetzt machen?“ fragte Alex. „Hast du was zum zocken?“ fragte ich. „Ja, willst du GTA zocken?“. Ich nickte. Also zockten wir GTA, damit ich etwas abgelenkt bin. Auch immer abwechselnd. Danach zockten wir zusammen Gran Tourismo. Ich zockte ihn voll ab, denn wenn es um Rennspiele geht, dann gewinne ich immer. Jack hatte mir es mal beigebracht, wie man fährt und er hat mich immer zocken lassen, wenn ich Bock hatte. Ich habe ja keine eigene Konsole. Leider hat er mich zu gut ‘trainiert‘ denn ich bin besser als er und jeder andere in meinem Umfeld.
Später half ich Jenny beim Abendessen kochen. „Ach Olivia, das musst du doch nicht machen.“ Meinte Jenny. „Nein, nein, ich helfe dir, wenn ich schon hier bleiben darf.“ Meinte ich. „Naja, wenn du meinst, du kannst das Gemüse schneiden.“ Meinte Jenny. Also kochten wir zusammen Hähnchen-Reis Pfanne. Später saßen wir zusammen am Tisch im Esszimmer und aßen. „Schmeckt super.“ Meinte Maria. „Danke, ich hatte ja auch eine kleine Küchenelfe.“ Meinte Jenny und zwinkerte mir zu. Ich grinste verlegen. Wir aßen zu Ende und später schauten wir noch Ice Age 4 zusammen. Gleich am Anfang, da wo Peaches Manni hinterher ruft, weil er wegtreibt, da wo sie so verzweifelt klingt, kamen mir gleich wieder Tränen, weil es erstens so traurig war und zweitens weil es grade ein wenig wie in meiner Familie war. Alex zog mich an sich, weil er es mitbekommen hatte, aber auch Maria kamen die Tränen, weil es einfach so traurig war. Schließlich war es aber ein lustiger Film.
Später saßen Alex und ich wieder bei ihm im Zimmer. Wir lagen übereinander (ich lag oben) und wir küssten uns. Und wir streichelten uns. Doch ich unterbrach uns. „Warte...das geht so nicht...sollten wir nicht...naja...mal über Sex reden?“ meinte ich. Alex war am überlegen. „Ja schon...eigentlich hast du ja recht.“ Sagte er. Niemand sagte etwas für eine lange Zeit. Alex durchbrach die Stille. „Und...bist du denn schon...bereit?“ fragte er. Da musste ich nicht lange überlegen. „Nein. Noch nicht. Natürlich will ich mit dir Sex haben, aber erst später, wenn wir älter sind.“ Meinte ich. Alex nickte. „Und bist du denn bereit?“ fragte ich. „Naja...keine Ahnung, ich bin mir nicht sicher...“ meinte Alex. „Ich hab mal gelesen, dass man, wenn es einem zu peinlich ist, Kondome zu kaufen, noch nicht bereit ist.“ Sagte ich. „Was ist denn daran peinlich? Es ist doch ganz normal. Natürlich wird man von der Kassiererin dumm angeguckt, aber trotzdem, also ich finde das nicht peinlich.“ Sagte Alex. „Scheint so, als wärst du bereit...“ meinte ich. „Hey, wenn du noch nicht bereit bist, dann werden wir auch keinen Sex haben. Ist doch klar.“ Sagte er. Ich nickte erleichtert. „Also... wovor genau haben Mädchen eigentlich Angst, beim ersten Mal? Bei Jungen ist es einfach, sie wollen das Mädchen natürlich befriedigen, aber wie ist es bei Mädchen?“ fragte er und wurde leicht rot.
Omg, wie süß ist dass denn?
„Naja, also sie haben natürlich Angst, dass das Kondom reißt, aber davor hat glaube ich jeder Angst...Mädchen haben zum Beispiel Angst vor...naja, also...vorm Eindringen, also dass es wehtut...“ meinte ich. Alex sah mich einige Sekunden an. „Dafür ist ja das Vorspiel da...man muss es ja nur Richtig machen...“ meinte er. Ich glaube wir dachten grade beide an das Video von den Spacefrogs, auf Space Radio, wo sie über das erste Mal geredet haben. Wie immer auf viel zu lustige Weise, aber egal. Wie Steve gesagt hatte. „Wenn das Mädchen ordentlich feucht ist, dann entspannt sich das da unten und es flutscht wie in einer Wasserrutsche.“ [Ja, ich habe mir das Video extra eben nochmal angeguckt, damit ich auch genau das schreibe, was er sagt]. „Denkst du etwa grade an das Video von Spacefrogs?“ fragte ich grinsend. „Ach du auch?“ entgegnete Alex lachend. Unser lachen verstummte mit der Zeit. „Gut, dass wir jetzt darüber geredet haben...jetzt geht es mir besser.“ Meinte ich. Alex lächelte mich an und zog mich an sich. Dann konnte es ja jetzt damit weitergehen, womit wir grade aufgehört hatten. Naja...ihr wisst schon...knutschen.
Später gingen wir schlafen. Jenny hatte nichts dagegen, dass ich bei Alex schlief, zumindest sagte sie nichts dagegen. Ich lag schon in seinem Bett, er saß noch an seinem Laptop. Ich war ziemlich müde. Alex tippte. Es nervte irgendwie. „Alex, Schatz, kannst du bitte aufhören? Ich bin müde...“ fragte ich ganz lieb. Er drehte sich zu mir und überlegte. „Komm ins Bett...ich will kuscheln...“ fügte ich noch hinzu. Er lächelte und klappte den Laptop im Aufstehen zu. Dabei kam er auf das Bett zu. Ich konnte ihm ansehen, dass ihn die Lust gepackt hatte, denn seine Augen leuchteten verheißerisch. Irgendwie machte das mich an. Er schlüpfte unter die Decke und rutschte sogleich an mich ran. Er fasste mich an. Ein kribbeln ging durch meinen Körper. Ich küsste ihn. Es entwickelte sich zu einem leidenschaftlichen Kuss. Und schon wieder knutschten wir. Irgendwann unterbrach ich es. „Ich denke, wir sollten jetzt damit aufhören. Erstens bin ich müde und zweitens weiß ich nicht, wozu das noch führt.“ Meinte ich und drehe mich auf die andere Seite. Ich spürte, wie Alex mir die Haare aus dem Nacken strich und kurz darauf meinen Nacken mehrmals küsste. Ich bekam eine Gänsehaut. Er strich mir über den Arm und küsste immer und immer wieder meinen Nacken. Ich war ganz eindeutig erregt und alles prickelte. Leise stöhnte ich. „Soll ich dich vielleicht massieren?“ flüsterte Alex. Ich antwortete nicht verbal, sondern drehte mich auf den Rücken. Alex setzte sich auf. „Also...vielleicht solltest du dein Oberteil ausziehen...dann geht das besser.“ Meinte er. Einfach goldig, wie schnell er verlegen wird. Ich zog mir einfach mein T-Shirt über den Kopf. Das Licht war sehr dunkel. Alex beugte sich zu mir nach vorne und drückte mir noch einen Kuss auf die Wange. Dann nahm er Lotion (warum auch immer er die parat hat) und fing an meinen Rücken zu massieren. Mit der Zeit wanderten seine Hände immer mehr zur Seite, zu meinen Brüsten. Ich musste lächeln. Ich meine, man muss ja nicht gleich Sex haben, man kann ja auch vorerst anderes machen. Alex beugte sich wieder zu mir vor. Grade als er meine Wange küssen wollte, drehte ich mich um und fing seinen Kuss mit dem Mund ab. Ich lag also jetzt auf dem Rücken und es war freie Sicht auf meine Brüste. Aber ich hatte damit kein Problem. Alex war erst überrascht, aber dann breitete sich ein lusterfülltes Grinsen auf seinem Gesicht aus. „Soll ich denn nicht weiter massieren?“ schnurrte er. „Mach doch.“ Gab ich im gleichen Ton zurück.  Er hatte offensichtlich darauf gewartet, dass ich das sage...
[Das Ende lasse ich jetzte einfach mal weg, da es nicht Jugendfrei ist ;D]