Montag, 5. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 2



Dort wurde ich schon erwartet. Mein Vater musste zwar Arbeiten, aber meine Mutter hatte sich freigenommen. Sie hatte mir mein Lieblingsessen gekocht. Lachs und Bandnudeln in Dill Soße. Einfach beste. „Hallo mein Schatz, oh und hallo Alex.“ Begrüßte uns meine Mutter. „Hey.“ Sagte ich nur und warf meine Tasche in die nächstbeste Ecke. „Hi Cassadee.“ Meinte Alex. Ich rannte gleich zu Mum in die Küche. „Schau mal, was Alex mir heute Morgen geschenkt hat!“ sagte ich sofort und hielt ihr die Kette hin. Sie betrachtete sie. „Hübsch.“ sagte sie und lächelte. „Alex scheint zu wissen was dir gefällt.“ Fügte sie hinzu und war einen Alex einen typischen Mutter-Blick zu. So einen „Hast-du-gut-gemacht“ Blick. Alex lächelte Verlegen. „Rufst du uns, wenn das Essen fertig ist?“ fragte ich. Mama nickte und rührte die Nudeln um.
Alex und ich gingen die Treppe hoch. Meine beiden Schwestern kamen gleich auf Alex zugestürzt. Sie mögen ihn irgendwie, vor allem weil er auch öfters mal mit ihnen spielte. Nur Jaden war nirgendwo zu sehen. Naja, warum auch, er hat ja nichts mit Alex und mir zu tun. Wahrscheinlich war er in seinem Zimmer und zockte GTA, nur um es blitzschnell wieder auszustellen, falls jemand reinkommt. Jack hätte es ihm gar nicht geben dürfen, aber naja, ist ja auch egal.
Nachdem wir Aubrey und Hayley wieder losgeworden waren gingen wir in mein Zimmer. Wir legten uns nebeneinander auf mein Bett. Glücklicherweise hatte Mama das Bettzeug schon gewechselt. Also hatten wir es trocken. „Fühlst du dich wirklich nicht anders als gestern?“ fragte Alex. „Naja, du bist hier, aber ansonsten nicht.“ Meinte ich lachend. „Wieso fragst du die ganze Zeit?“. „Ach ich will es nur wissen, weil es bei mir schon so war, dass ich mich freier gefühlt habe.“ Erklärte er. „Ja, ich weiß auch warum, schließlich hat dein Vater euch verlassen.“ Meinte ich. „Naja, gut, dran kann es auch gelegen haben.“ Meinte Alex lachend.
An Alex Geburtstag vor ein paar Wochen hatte sein Vater die Familie verlassen. Alex war heilfroh, weil sein Vater ihn buchstäblich gehasst hat. Er hat ihn auch ein paar Mal geschlagen, aber damit war jetzt endgültig Schluss.
„Sieht man eigentlich noch ein paar Blaue Flecken?“ fragte ich und setzte mich auf. „Ja, an meinem Oberarm.“ Meinte er. „Darf ich mal sehen?“ fragte ich weiter. „Wieso willst du das denn sehen?“ stellte Alex als Gegenfrage. „Nur so, ich will es halt sehen.“ Antwortete ich. „Na gut...“ murmelte Alex, setzte sich auf und zog seinen Ärmel hoch. Ein paar Blaue Flecke kamen zum Vorschein. Ich sah sie mir genauer an. „Oh man, die sollten deinen Vater echt vor Gericht ziehen, das ist doch Kindesmisshandlung.“ Meinte ich. Alex zog den Ärmel wieder runter. „Ach quatsch, solange er jetzt weg ist, ist doch alles gut.“ Beruhigte er mich. „Aber...oh man, irgendwie tust du mir grade voll leid...“ meinte ich. Alex nahm mein Gesicht in seine Hände. „Nein, hör auf damit, mir geht es doch gut.“ Sagte er und küsste mich. „Na gut...“ meinte ich und lächelte ihn an, als wir uns wieder lösten. Dann rief Mama uns auch schon. Also gingen wir mit Aubrey, Hayley und Jaden nach unten. „Wo ist Jack?“ fragte Jaden. „Der hat acht Stunden, der kommt später.“ Meinte ich und setzte mich. Alex setzte sich neben mich und auf der anderen Seite saß Mum. Wir taten uns alle was auf und ich musste meine Geburtstagskerze ausblasen. Dann aßen wir. „Echt Mama, das ist super lecker.“ Meinte ich. Sie lachte. „Ich habe mir auch extra Mühe gegeben, heute ist ja schließlich ein besonderer Tag.“ Meinte sie. Wir aßen weiter. „Ich hatte mir gedacht, dass wir heute vielleicht shoppen gehen könnten. Es ist schließlich Freitag und du hast 200€ bekommen. Ich weiß ja, wie gerne du shoppen gehst.“ Schlug Mama vor. Ich sah sie an. „Nein, oder? Wir gehen shoppen?!“ fragte ich überglücklich. „Wenn Alex mitkommt.“ Meinte sie. Ich drehte mich sofort zu Alex. Er lachte. „Wenn es seien muss...klar komme ich mit und ich trage sogar freiwillig deine Tüten.“ Sagte Alex. Ich gab ihm einen Kuss. Jaden verzog das Gesicht. „Ach komm Jaden, du kommst auch noch dahin, dass du Küsse gar nicht eklig findest.“ Meinte ich lachend. „Hoffentlich nicht...“ meinte er. Alex lachte hinter mir.
Wir aßen zu Ende und danach noch Wackelpudding, dann machten wir uns fertig. „Ich muss mich noch umziehen!“ meinte ich. „Wieso müssen Frauen sich andauernd umziehen?“ fragte Alex grinsend. „Wieso nicht? Ich ziehe ganz bestimmt zum shoppen nicht das an, was ich den ganzen Tag schon in der schule getragen habe.“ Meinte ich und öffnete meinen Schrank. „Helf, mir ich weiß nicht was ich anziehen soll.“ Meinte ich lachend. „Frauen haben auch nur zwei Probleme, erstens nichts zum Anziehen und zweitens nicht genügend Platz für ihre Klamotten.“ Meinet Alex lachend und kam zu mir. „Haha witzig, jetzt helf mir.“ Sagte ich. „Ich hab doch keine Ahnung, was du anziehen willst.“ Meinte Alex leicht Hilflos. Jack kam nach Hause. Ich fing ihn gleich ab. „Jack, helf mir, ich weiß nicht was ich anziehen soll, wir gehen shoppen.“ Meinte ich. „Ich denke, Alex hat dir den Witz mit den Frauenproblemen schon erzählt?“ fragte er. „Man, ihr beiden seit echt unmöglich.“ Sagte ich und kramte in meinem Schrank. „Kein Wunder, wir sind ja auch beste Freunde.“ Sagte Jack belustigt. „Schön für euch, dann geht ihr doch zusammen shoppen...“ meinte ich und zog ein dunkelrotes Top aus dem Stapel. „So und dazu...“ meinte ich und zog eine Jeansweste raus. „Na geht doch, dann hast du ja was zum anziehen.“ Sagte Jack und verschwand in seinem Zimmer. Alex drehte sich weg, damit ich mich umziehen konnte. Nicht dass ich das von ihm verlangt hätte, aber naja, egal. Also zog ich mich um. Ich griff mir meine Tasche. Wir gingen nach unten und ich holte mir mein Geld. Dann fuhren wir mit Mama nach Berlin rein. „Wo willst du überhaupt hin?“ fragte sie. „Erstmal zu Primark!“ meinte ich. Also fuhren wir zu Primark. Ich holte mir so einiges.
Nach zwei Stunden waren wir wieder draußen. Ich hatte mir folgendes geholt: fünf T-Shirts, zwei Röcke, drei Ketten, vier Paar Ohrringe, zwei Armbänder, drei Sweatshirts, drei Cropped Shirts, zwei Gürtel, eine Hotpants, drei Tops und ein paar Sneakers. Jetzt hatte ich noch 50€ übrig. Danach wollte ich noch zum Frisör. „Mama, wenn wir jetzt schon mal in der Nähe sind, darf ich mir dann BITTE endlich noch ein Ohrloch stechen lassen?“ fragte ich, da neben dem Frisör ein Juwelier war. Mama überlegte. „Ok Schatz, wenn es unbedingt sein muss. Sagen wir, weil du heute Geburtstag hast.“ Ließ sie sich schließlich doch noch breitschlagen. „Oh danke Mama!“ meinte ich und umarmte sie.
Aber jetzt war der Frisör erstmal wichtiger. Ich ließ mir die Haare waschen, die Spitzen schneiden, die Haare föhnen, den Ansatz nachfärben, die Haare wieder föhnen und danach glätten, da ich ja normalerweise leichte Locken habe. Alex hatte sich die Haare auch noch etwas kürzen und nachbleachen lassen. Ja, er hat gefärbte Haare. Normalerweise hat er ganz dunkelblonde, aber er hat sie sich bleachen lassen und sie dann hellblond gefärbt. Das ist aber auch schon ein Jahr her, seitdem trägt er die immer so. Alex achtet halt sehr auf sein Aussehen. Das macht ihn aber vor unseren Freunden oder sonst wem nicht Schwul. Niemand sagt etwas, vor allem weil Jack ja auch gefärbte Haare hat, er hat blonde Strähnchen.
Wie dem auch sei. Nachdem wir fertig waren gingen wir also zum Juwelier und ich ließ mir noch ein Ohrloch stechen. Jetzt hatte ich auf beiden Seiten zwei normale Ohrlöcher.
Mittlerweile war es schon dunkel. Wir fuhren noch zu DM. Ich kaufte mir noch ein bisschen Make Up und ein Duschgel von Treaclemoon. Schließlich fuhren wir wieder nach Hause. Alex ging zu Jack und sie zockten zusammen. Ich widmete mich meinem Handy. Aber erstmal musste ich Selfies machen. Und auch Fotos von meinen Tüten und den Kleidungsstücken. Ich suchte mir etwas heraus, was ich morgen anziehen wollen würde. Außerdem riefen gefühlte tausend Verwandte an, da wo ich jetzt schon mal zu Hause bin. Ich entschied mich für die Hotpants, eines der Tops mit Galaxy Print, Alex‘ Kette, ein paar der Ohrringe, die beiden Armbänder und die neuen Schuhe. Das wäre also geklärt. Morgen war aber auch noch ein besonderer Tag. Ein GANZ besonderer. Denn Morgen haben Alex und ich Jahrestag. Ein Jahr lang sind wir dann zusammen. Es war eigentlich ganz süß wie wir zusammen gekommen sind.
Ich hatte Alex auf meinen Geburtstag eingeladen, da er ersten Marias Bruder ist und ich zweitens schon etwas länger in ihn verknallt war. Wir hatten alle eine schöne Feier gehabt, auch wenn meine Eltern mich noch immer beaufsichtigten. Alex und ich hatten uns unterhalten und ich hatte ihm gesagt, dass ich die Sterne so liebe, dass ich sie sie so schön finde. Wir hatten draußen gefeiert, von daher passte es. Er meinte, dass wir uns ja zusammen die Sterne angucken könnten. Unser Garten ist groß, daher bietet sich das super an. Also gingen wir weg von den anderen um uns die Sterne anzugucken. Wir kletterten auf einen Baum. Ich saß sehr oft darauf und das tue ich auch heute noch immer. Es war relativ warm an diesen Abend. Da saßen wir also. Man hörte die Musik noch leise. Hier hinten hingen noch einige Lampions, ich hatte gedacht, dass wir den ganzen Garten nutzen, aber das war nicht der Fall gewesen. Die Sterne waren wunderschön. „Olivia?“ fragte Alex leise. Ich sah mich zu ihm um. „Was gibt’s?“ fragte ich. Die Schmetterlinge in meinem Magen spielten verrückt und ich war so aufgeregt. Ich saß wirklich mit ALEX hier. „Ich...also...ich mag dich wirklich...und...also...“ er stammelte so süß. Und ER MAG MICH! „Ok, ich sollte vielleicht nicht länger um den heißen Brei drum rum reden...Willst...willst du mit mir zusammen sein?“ fragte er. Ich freute mich so sehr. „Ja! Ja, sehr gerne.“ Sagte ich. Alex lächelte erleichtert. Ich rutschte zu ihm und er legte einen Arm um mich...
Es war so süß. Und er auch. Naja, auf jeden Fall waren wir seit diesem Abend zusammen. Und ich freute mich auf morgen. Ich hatte ihm ein Armband besorgt. Hoffentlich hat er es nicht vergessen, aber wie ich ihn kenne, hat er es nicht vergessen. Er ist dazu einfach zu romantisch, dass es sowas vergessen könnte. Ich habe so ein Glück, dass ich einen Freund wie ihn habe. Maria beklagt sich immer, das Mark nicht so süß ist.
Alex ist einfach so romantisch. So einen Jungen wünscht sich jeder und ich weiß auch nicht, womit ich ihn verdient habe.
Alex kam ins Zimmer. „Ich muss jetzt gehen.“ Meinte er und umarmte mich von hinten. „Ok, aber vorher müssen wir noch ein Selfie machen.“ Sagte ich. „Ok...“ meinte Alex. Ich zog mein Handy raus. Alex gab mir einen Kuss auf die Wange und ich machte das Foto. „Ok, danke.“ Meinte ich und küsste Alex. Er fuhr mit seinem Fahrrad nach Hause. Ich postete das Foto auf Instagram und schrieb drunter: Hatte einen schönen Tag mit meinem Schatz und außerdem einen super Geburtstag. Freue mich schon auf die Feier morgen und darauf, dass Alex und ich Morgen Einjähriges haben
♥.
Dann machte ich mir noch einen schönen Abend.

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