Montag, 5. Mai 2014

Olivia Story - Kapitel 1



Ich saß aufrecht in meinem Bett. Kurz vor zwölf. In einigen Minuten würde ich endlich 16 sein. Endlich würden meine Eltern mich nicht mehr bei allem beaufsichtigen. Das Gefühl der Freiheit könnte ich gleich am Wochenende bei meiner Geburtstagsparty austesten können.
Ok, gleich war es soweit...3...2...1...0! Sechzehn! Irgendwie spürte ich keine Veränderung, aber das war mir irgendwie  vorher klargeworden. Mein Handy klingelte.
Alex stand auf dem Display. Wieso ruft er mich denn jetzt an? Er wird mir ja wohl nicht zum Geburtstag gratulieren wollen...oder doch?
Ich ging ran. „Hey Schatz.“ Meldete ich mich. „Happy Birthday to you, Happy Birthday to you, Happy Birthday dear Oli, Happy Birthday to you.“ sang er (Oli ist mein Spitzname). „Aw, bist du süß, danke!“ rief ich und schlug mir sogleich die Hand vor den Mund, weil ich viel zu laut gewesen war, niemand durfte wissen, dass ich noch wach war.
„So bin ich doch immer.“ Sagte Alex lachend. „Und, spürst du einen Unterscheid?“ fragte er. „Nein, irgendwie nicht, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet.“ Meinte ich. „Mhm, Schade, aber egal. Freu dich schon mal auf morgen...heute...du weißt ja was ich meine.“ Meinte er und musste lachen. Ebenso wie ich. „Ja schon klar, warum?“ fragte ich neugierig. „Lass dich überraschen.“ Meinte er geheimnisvoll. „Aber du musst zur Brücke im Park kommen.“ Meinte er. „Wieso dass denn schon wieder, dann muss ich ja noch früher aufstehen.“ Stöhnte ich. „Mach es einfach.“ Sagte Alex. „Naja gut, weil du es bist.“ Meinte ich. Wir telefonierten noch eine Weile. Dann schlief ich beruhigt ein.
Am nächsten Morgen wurde mir die Decke weggezogen und ab da wusste ich sofort was passieren würde. Schützend hielt ich mir die Arme vors Gesicht und wurde sogleich von einer Eimerladung eiskaltem Wasser erfasst. Tradition in unserer Familie, wenn man 16 wird. Mein Bruder lachte sich kaputt. Hatte ich wohl nicht anders verdient, weil ich das als er letztes Jahr 16 wurde auch mit dem größten Vergnügen gemacht hatte. Glücklicherweise waren meine Haare nur kaum nass geworden, weil ich immer mit Zopf schlafe. „Happy Birthday!“ rief Jack lachend. Ich wischte mir erstmal das Wasser, was ich nicht aufhalten konnte, aus dem Gesicht. „Danke.“ Meinte ich und griff nach meiner Brille, weil ich meine Kontaktlinsen natürlich noch nicht drinnen hatte. Meine Mutter umarmte mich und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Happy Birthday Schatz.“ Sagte sie sanft wie immer. Meine kleinen Schwestern sprangen auf meinem Bett herum. „Happy Birthday!!!“ riefen sie. Auch mein kleiner Bruder und mein Vater gratulierten mir. Ich bedankte mich. Meine Mutter reichte mir ein trockenes T-Shirt. „Dankeschön.“ Meinte ich. „Zieh dich um und dann kannst du nach unten kommen.“ Meinte sie. Alle gingen und ich betrachtete mein nasses Bett. Aber schließlich zog ich mich doch um und ging nach unten. Dort wartete der Geburtstagstisch auf mich. Meine kleinen Geschwister saßen schon in der Küche und aßen. Jack war aber im Wohnzimmer. „Sorry, aber das hat so Spaß gemacht.“ Meinte er lachend und umarmte mich. Ich erwiderte die Umarmung lächelnd. „Naja, mir hat es ja auch letztes Jahr Spaß gemacht.“ Meinte ich. Dann ging ich zu meinen Geschenken. Es waren super Geschenke: All Time Low MTV Unplugged CD, Chroniken der Unterwelt City of Fallen Angels, 200 €, neue Kopfhörer, da meine alten kaputt waren, eine Galaxy Handyhülle und endlich ein neues Handy. Samsung Galaxy S4. Das hatten Papa und ich schon vor Wochen eingerichtet, damit ich das heute gleich benutzen könnte. Das war auch das beste Geschenk, denn mein HTC war schon ziemlich kaputt, denn der Akku war ziemlich Schrott, der hält nicht mal mehr einen halben Tag. Dann warf ich einen Blick auf die Uhr. „Oh kacke, ich bin doch noch mit Alex vor der Schule verabredet!“ rief ich und stürmte nach oben. Ich holte mir schnell eine Hotpants, eine Blaue, Ärmellose Bluse, ein Weißes Top, ein Bot-blaues Karo Hemd und Unterwäsche raus. Ich machte meine Kontaktlinsen rein, putzte mir die Zähne, zog mich an, machte mir die Haare und schminkte mich. Danach machte ich noch Ohrringe rein und einen Rosenring um. Passen zu meinen Ohrringen heute. Rosenstecker. Ich hastete nach unten. Dabei band ich mir das Karo Hemd schnell noch um die Hüfte. Ich holte mein Handy, die Hülle und die Kopfhörer aus dem Wohnzimmer. Meine SD und Sim Karte hatte ich dabei, sodass ich sie nur noch reinmachen musste. Danach machte ich die Hülle drum und schaltete das Handy ein. „Olivia, essen nicht vergessen.“ Meinte meine Mutter. Ich nickte nur und öffnete geistesabwesend meinen Joghurt. Während ich ihn aß lud ich mir schon alle wichtigen Apps runter, machte ein Hintergrundbild rein und schaute nach, ob meine Musik auf dem Handy war. Dann konnte ich losgehen. Ich packte noch schnell mein Essen und mein Trinken in meine Tasche und zog mir meine Schuhe an. Dann ging ich los.
Ja ich gehe immer zur Schule, so bleibe ich schön schlank. Erst wollte ich in Richtung Schule gehen, dann fiel mir wieder ein, dass ich ja mit Alex verabredet war. Also ging ich in den Park. Ich konnte Alex schon von weiten sehen. Wie immer musste ich anfangen zu grinsen, als ich auf ihn zuging. Er stand an der Brücke gelehnt und sein Fahrrad stand neben ihm. „Hey Schatz.“ Begrüßte er mich und gab mir einen Kuss. „Hey.“ Sagte ich freudig.
Natürlich musste ich ihm gleich mein Handy zeigen. Dann aber war er wieder wichtig. „Ok und was machen wir hier?“ fragte ich und steckte das Handy wieder weg. „Achja...“ meinte er und griff hinter sich in seinen Rucksack. Er holte ein Schloss und einen Edding raus. Ich sah ihn fragend an. Er schrieb etwas auf das Schloss und zeigte es mir. „Alex+Olivia“ hatte er draufgeschrieben. Für einen Jungen hatte er eine ziemlich schöne Handschrift. Ich wusste noch immer nicht was er wollte. „Stell dich nicht so dämlich an.“ Meinte er lachend. „Wir machen das Schloss an die Brücke.“ Erklärte er. Jetzt leuchtete mir endlich ein was er meinte. „Achso! Sag das doch gleich.“ Meinte ich und lachte über meine Dummheit. Er schloss das Schloss auf. Dann fassten wir es beide an und schlossen es zusammen an der Brücke an. Ich durfte die Schlüssel ins Wasser werfen. Wir küssten uns. Ein älterer Mann ging lächelnd an uns vorbei. „Und jetzt...“ meinte Alex und holte noch etwas hervor. Es war ein Schmuckkästchen. Er gab es mir. Ich öffnete es. Drinnen lag eine Kette mit einem Herzanhänger. Ich fiel ihm um den Hals. „Sie ist wunderschön!“ rief ich. Alex lächelte mich an. „Schön, dass sie dir gefällt.“ Meinte er und küsste mich. „Warte, ich mache sie dir um.“ Sagte er. Ich gab ihm die Kette. Er schaffte es ohne Probleme sie mir umzulegen. „Wieso kannst du das so gut?“ fragte ich ihn grinsend. „Oh, Maria musste als Trainingsmodel hinhalten. Ich habe an ihr geübt.“ Meinte er grinsend. „Ok und jetzt komm, wir müssen zur Schule.“ Meinte er. Er machte auf dem Gepäckträger für mich Platz. Dann fuhr er mit mir auf dem Gepäckträger zur Schule. Wir kamen aber noch rechtzeitig. Wir hatten sogar noch zehn Minuten Zeit, also suchten wir die anderen. Schnell waren sie gefunden. Also zusammengefasst heißt das, dass wir jetzt zu Jack, Maria, Emily, Carly und Mark stießen. Ich zeigte den anderen mein Handy. In dem Moment kam grade Herr Müller entlang. „Fräulein Aprils, sie wissen doch, dass man Handys nur in der großen Pause in der Pausenhalle benutzen darf. Geben sie mir ihr Handy.“ Sagte er. Er redet immer auf diese Weise mit uns, aber das ist mehr als Spaß gemeint, er ist eigentlich ganz cool drauf. „Kommen sie Herr Müller, sie hat heute Geburtstag, sie wollte es uns nur zeigen.“ Verteidigte Jack mich. Herr Müller musterte Jack. „Naja gut, ich will mal nicht so sein. Und Herzlichen Glückwunsch Olivia.“ Meinte er und reichte mir die Hand. Ich bedankte mich und schüttelte ihm die Hand. Dann gingen wir zum Unterricht. Jack und Mark gehen ja schon in die zehnte Klasse. Von daher trennten wir uns nun und gingen zu fünft weiter in unsere Klasse. An unserer Schule haben wir ein Doppelstunden System, das heißt, dass wir immer ein Unterrichtsfach zwei Stunden lang haben, dann das nächste und dann das nächste. Ist also ziemlich simple und man muss nicht so viele Sachen mitschleppen. Zuerst hatten wir zwei Stunden Englisch bei unserer Klassenlehrerin Frau Hoffstall. Ich wurde von allen Seiten beglückwünscht. In der fünf Minuten Pause musste ich dann Süßigkeiten verteilen. Nachdem wir englisch hatten, hatten wir zwei Stunden Mathe bei Herr Müller. In der großen Pause standen wir wieder im Gang zur Cafeteria, so wie immer. Wir unterhielten uns, auch wie immer. Alex hatte seinen Arm um mich gelegt, das war irgendwie neu...aber ich mochte es trotzdem, denn ich war müde und konnte mich so ganz bequem an ihn lehnen. Mathe war wie immer langweilig und ich verstand rein gar nichts. Das war aber nichts Neues. Alex und Jack müssen mir dann einfach wieder helfen. Die können das beide ganz gut. Und schließlich hatten wir zwei Stunden schwimmen. Ich konnte aber nicht mitmachen, weil ich noch meine Verletzung am Fuß hatte, weil ich mir in den Sommerferien den Fuß geprellt und an einer Stelle aufgeschlagen hatte. Bitte fragt mich nicht wie, ich weiß es selbst nicht so genau. Auf jeden Fall durfte ich noch nicht wieder mitmachen. Deswegen saß ich am Rand. Maria konnte auch nicht mitmachen, wegen ihrer Tage. Also war es nicht ganz so langweilig. Wir spielten an meinem Handy rum, Frau Alan konnte uns sowieso nicht sehen, sie macht immer beim Unterricht mit, sodass sie sich voll und ganz auf die Klasse konzentrieren musste. Es war so stickig und heiß. „Ich muss hier raus, ich bekomme keine Luft...“ meinte ich. Wir gingen also zu Frau Alan. „Frau Alan? Dürfen wir für ein paar Minuten raus, es ist so stickig und warm hier.“ Fragten wir. Sie schaute grade den anderen zu. Ich hatte schon Kopfschmerzen. „Ja klar, in zehn Minuten seid ihr aber wieder da.“ Meinte sie. „Ok, danke.“ Meinte ich und wir gingen aus der Halle. „Alles ok?“ fragte Alex, der grade am Beckenrand war. „Ja, alles super, ich hab nur ein bisschen Kopfschmerzen, weil es hier so warm und stickig ist.“ Erklärte ich und ging weiter.
Wie fürsorglich er manchmal ist. Einfach goldig. Nach den Zehn Minuten draußen ging es mir schon wesentlich besser. Ich hatte noch ein bisschen was getrunken und somit hielt ich die letzte Stunde auch noch aus. Danach wartete ich draußen auf Alex. Jack hat heute acht Stunden, von daher müsste ich nicht auch noch auf ihn warten. Alex Haare waren noch etwas Nass und das sah SO HEISS aus. Ich wuschelte ihm durch die Haare. „Na, nicht!“ meinte er grinsend und versuchte sie wieder in Ordnung zu bringen. Ich lachte. Dann gingen wir zu mir nach Hause.

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