Ich wachte durch laute Musik auf. Komischerweise
hatte ich wie ein Stein geschlafen. Es war Klassik. Wieso macht jemand so früh,
und vor allem in unserem Haus, Klassik an...? Da fiel es mir blitzartig ein.
Heute war Dannys, und was noch viel wichtiger war, mein GEBURTSTAG. Ich schlug
die Augen auf. Auch wenn es noch leicht dunkel war. Die Bettdecke flog in die
nächste Ecke und ich rannte zu Danny. Er saß schon am Bettende und griff nach
seinen Krücken. Ich stürzte auf ihn zu und umarmte ihn. „HAPPY BIRTHDAY!“ rief
ich. Er erwiderte die Umarmung. „Die auch einen wundervollen Morgen. Happy
Birthday kleine.“ Meinte er und strich über meine Haare... naja meinen Zopf.
Dann half ich ihm auf und die Treppe runter. Dad wartete im Wohnzimmer. Als er
uns sah machte er die Musik aus und legte „Why’d you only call me when you’re
High.“ Von Arctic Monkeys ein. Das ist seit einigen Jahren unser
Geburtstagslied. Wir finden das einfach so toll. Es brannten viele Kerzen und
überall hingen Luftballons. Auf dem Tisch waren reichlich Geschenke. Wie immer
gab es welche mit rotem und welche mit blauem Geschenkpapier. Die roten
gehörten mir und die blauen dann logischerweise Danny. Zuerst machte ich
natürlich das größte Paket auf. Dabei fielen mir einige Strähnen ins Gesicht,
aber ich war viel zu beschäftigt, um darauf näher einzugehen. Das Paket war
schwer und hart. Als das Geschenkpapier weg war musste ich erstmal zweimal
gucken, weil ich meine Brille nicht aufhatte und somit leicht blind war.
„Suchst du die hier?“ fragte Dad und wedelte mit meiner Brille. Ich nickte
dankbar. Auch Dannys Brille hatte er dabei. Als ich sie aufhatte musste ich
trotzdem zwei Mal hingucken, den ich war mir nicht sicher, ob das seien konnte.
Es war ein hartschalen Koffer für Gitarren. Ich öffnete ihn. Und da lag
tatsächlich eine Gitarre drinnen! Eine dunkelblaue. Das Blau leuchtete super
schön. Danny schaute auch ungläubig auf seine Seite der Geschenke. Ich schaute
über den Tisch. Da lag ein Keyboard. Wir schauten zu Dad. „Mum und ich dachten
uns, dass wir euch das als kleine Entschädigung schenken, weil die letzten
Jahre nicht grade einfach für uns alle waren. Und vor allem Kinder leiden da
ziemlich drunter...“ meinte er. Wir umarmten ihn. „Danke Dad...“ flüsterte ich.
„Jetzt könnt ihr hier zu Hause auch spielen, ohne dass ihr andauernd die
Instrumente von einer Ecke zur anderen schleppen müsst.“ Fügte er noch hinzu.
Das Lied ging zu Ende...und fing erneut an. Wie immer war es auf Repeat. Dann
gingen wir zu den Geschenken zurück. Dad verschwand kurz und kam mit einem
heißen Kakao für Danny und einem heißen Hagebuttentee für mich zurück. Doch wir
beschäftigten uns weiter mit den Geschenken. In vielen war Basic Kleidung und
Geld drinnen. Außerdem bekam ich einen Shoppinggutschein für 250$ Dollar. Jeder
in meiner Familie weiß, dass ich nichts lieber tue als Shoppen. „Dad, ich
glaube Moma hat zu viel Geld.“ Sagte ich, als ich die Zahl darauf sah. Dad kam
zu mir. „Naja, sie will halt auch mal wieder Geld ausgeben, sie weiß doch gar
nicht wohin damit.“ Meinte er lachend. „Gut, dann brauche ich bald noch einen
Kleiderschrank...“ meinte ich nachdenklich. „Warte es ab...“ sagte Dad
geheimnisvoll. Ich musterte ihn und machte ein weiteres Paket auf. Es war
ziemlich lang und auch schwer. Zuerst war ich überfragt. Dann betrachtete ich
das Bild. Es war ein Kleiderständer. Also so etwas wie in Läden. Sowas wollte
ich schon lange, dann konnte ich endlich meine besten Kleidungsstücke
aufhängen. „Wow, danke!“ rief ich. Danny lachte kurz und trank seinen, mittlerweile
etwas abgekühlten, Kakao. Weiter gab es noch etwas Make Up und Schmuck und eine
zwei All Time Low CD’s. Einmal „Don’t Panic, It’s longer now!“ und „Nothing Personal“. Zum Schluss noch ein
neues Longboard Ich weiß, ich bekomme viel zum Geburtstag, aber wie gesagt, wir
haben genug Geld. Da klingelte auch schon das Telefon. Dad ging ran. Er stellte
auf Lautsprecher und stellte es auf den Tisch. Dani, Leon und Mark, unsere
kleinen Geschwister sangen „Happy Birthday.“ Erst jetzt bemerkte ich, wie sehr
ich sie vermisste. Mum wünschte uns einen schönen Geburtstag. Auch sie fehlte
mir. Ich bekam Tränen und meine Ohren dröhnten. Ich trank meinen Tee. Ich
trinke immer wenn ich meine Tränen verstecken will. Dad legte mir die Hände auf
die Schultern. Ich lächelte durch den Schmerz hindurch. In den letzten Jahren
war ich sehr gut darin geworden, Lächeln vorzuspielen. „Nicht weinen Alexa!“
meinte meine kleine Schwester Dani. Sie heißt wirklich Dani. Danny heißt ja wie
gesagt Daniel. Ich lachte gequält. „Keine Sorge, mir geht es gut...“ sagte ich
und wischte die Tränen weg. Wir telefonierten ca. eine Stunde mit den anderen.
Dann gab es Pancakes. „Lass uns Jack, Cassy und Kyle doch noch einladen.“
Schlug ich vor. Danny war einverstanden. Aber als wir sie anriefen meinten sie
nur, dass sie heute leider keine Zeit haben. Nicht mal gratulieren konnten sie
uns. Alle waren sehr kurz angebunden. Nachdem wir uns fertig gemacht hatten
saßen wir ratlos am Küchentisch. Wir spielten Karten. Alle Verwandten hatten
angerufen. Dann kam eine Nachricht von Cassy. Wir beide bekamen die gleiche
Nachricht. „Schnell, kommt ins Café! Notfall!!!“ schrieb sie. Also fuhr uns Dad
zum Café. Keine Ahnung was nun schon wieder passiert war. Wir gingen rein.
Cassy, Kyle und Jack waren da. Es war relativ leer. Es hing ein großes Schild
über ihren Köpfen: „HAPPY BIRTHDAY!“ In ihrer Mitte standen fünf Eisbecher.
Zwei davon hatten Wunderkerzen drinnen. Luftballons waren auch auf gehangen.
Auf dem Tisch waren Luftschlangen, Konfetti und Überraschungseier. „HAPPY
BIRTHDAY!“ riefen sie alle gleichzeitig. Die Wunderkerzen brannten. Die drei
hatten Partyhüte auf. Wir bekamen auch gleich welche auf und Cassy, Jack und
Kyle umarmten uns. „Was ist denn hier los?“ fragte ich. „Euer Geburtstag ist
los!“ rief Cassy. Sie holten Geschenke raus. „Ich habe das Perfekte Geschenk
für dich.“ Sagte Cassy lachend. Also machte ich es auf. Drinnen lagen ein
Bettelarmband, zwei Nagellacke und... eine Packung Kondome. Ich sah sie
ungläubig an. Sie brach in Gelächter aus und auch Kyle lachte. Jack wurde
leicht rot und nahm schnell einen Schluck Cola. Mein Ungläubiges Gesicht wurde
zu einem Lächeln. „Oh man...!“ sagte ich
lachend. Danny hatte von ihr ein Lederarmband, ein Parfum und auch eine Packung
Kondome bekommen. „Nur für alle Fälle!“ lachte Cassy. Kyle schenkte mir auch
ein Armband und ein paar Blumenohrringe. Für mein drittes Ohrloch. Danny bekam Haar
Gel und Kopfhörer. Jacks Geschenk für mich war trotzdem noch das schönste. Eine
Kette mit einem zarten Herzanhänger. Sie war in so einer schönen Box, wie auch
Verlobungsringe sind. Also generell wo Schmuck drinnen ist. Er machte sie mir
um. Sie passte super zu den anderen Ketten die ich trug. Ein paar kurze
Lederbänder mit Herz oder Schlüssel und eine lange Kreuzkette. Und dazu die
mittellange Herzkette. „Die Box hat mir meine Schwester gegeben.“ Meinte er und
strahlte, da er sah, dass mir die Kette gefiel. „Ich nehme sie nie wieder ab...
naja außer vielleicht zum Duschen...“ flüsterte ich ihm lächelnd ins Ohr. Er
lächelte mich an. Danny bekam von ihm einfach eine silberne Gliederkette. Danny
machte sie um. Sie stand ihm super. Dann aßen wir unsere Eisbecher und die
Überraschungseier. „Du musst die Kette nicht abnehmen, sie ist Rostfrei.“
Bemerkte Jack. Ich lächelte. „Na dann, habe ich ja keinen Grund mehr sie
abzunehmen.“ Gab ich zurück. „Ok, so ihr holt eure Sachen, wir Zelten bei uns,
aber vorher gehen wir zum Strand. Und du vergiss nicht Sonnencreme
mitzunehmen.“ Sagte sie an mich gewandt und zwinkerte mir zu. Also riefen wir
Dad an. Wir zogen uns schon zu Hause um. Danny kann ja sowieso nicht mit Baden,
aber Kyle hatte auch keine Lust, also würden sie einfach am Strand sitzen
bleiben. Ich nahm meinen Schwimmreifen mit, damit ich auf dem Wasser chillen
kann. Dann fuhr er uns zum Strand. Wir mussten unsere Handtücher und Schirme
ziemlich weit vorne aufbauen, denn Danny kann ja schlecht mit Krücken durch den
Sand laufen. Wir zogen uns bis auf die Badesachen aus. Ich wollte mich grade
eincremen, da fragte Cassy Jack: „Willst du Alexa nicht eincremen?“ sie lachte.
Jack und ich zuckten die Schultern. Also Cremte Jack mich ein. Danny blies
meinen Schwimmring auf. Verantwortungsvoller Bruder ( ;D ). Dann gingen wir ins
Wasser. Wir lachten und hatten eine Menge Spaß. Ich hatte so gut wie allen
schmuck abgelegt, bis auf meine Ohrringe, meine Festivalbändchen und natürlich
Jacks Kette. Anfangs zierte ich mich ins Wasser zu gehen, weil es mir heute
kälter vorkam, aber Jack hatte mich erbarmungslos ins tiefe Wasser getragen und
reingeworfen. Egal wie sehr ich gekreischt hatte. Nach gefühlten zehn Stunden
(es waren nur zwei) gingen wir wieder aus dem Wasser. Wir tranken etwas und
fuhren dann zu Cassy und Kyle nach Hause. Danny durfte vorne sitzen, wir
anderen quetschten uns hinten rein. „Herzlichen Glückwunsch.“ Wünschte mir
Lindsay im vorbei gehen. „Danke.“ Konnte ich grade noch sagen. Es war
mittlerweile gegen halb fünf und durch das Schwimmen hatte ich einen
Mordshunger, aber ich aß in letzter Zeit sowieso viel zu viel. Wir grillten.
Für Danny und mich gab es Tofu Würstchen und verdammt leckeren Kartoffelsalat.
Danach bauten wir das sechs Mann Zelt auf. Bzw. Cassy, Kyle, Jack und ich, da
Kyle ganz schlecht mithelfen kann. „Danny, für dich haben wir ein Feldbett, du
kannst ja schlecht auf dem Boden schlafen.“ Sagte Sylvia. „Danke.“ Meinte er.
Nach einer Stunde hatten wir dann das Zelt irgendwie aufgebaut. Wir brachten
unsere Sachen rein. In die Leere Kammer stellten wir unsere Taschen wo vorher
unsere Schwimmsachen drinnen waren. Die hingen nun auf der Wäscheleine. Ich
hatte eine Kammer zwischen Danny und Jack. „Nachts wird es kalt, also wenn ihr
noch ein paar Decken braucht, die Terassentür ist offen und ich habe euch
drinnen ein paar Decken hingelegt. Wenn jemand aufs Klo muss, ihr wisst ja wo
es ist.“ Verkündete Sylvia. Wir nickten. Dann konnte der Abend ja beginnen.
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