Montag, 5. Mai 2014

Alexa Story - Kapitel 2



Mein Vater weckte mich vorsichtig. „Aufstehen Schlafmütze, wir wollen einkaufen gehen.“ Meinte er. Ich stöhnte. „Mhhhhhmmmm... ok....“
Also stand ich auf. Mein Zopf war ganz verwuschelt. Ich schlurfte ins Badezimmer. Ich putzte mir die Zähne, machte meinen Zopf auf und stieg unter die Dusche. Nur mit einem Handtuch bekleidet und mit einem anderen Handtuch auf dem Kopf huschte ich in mein Zimmer. Ich suchte mir schnell Unterwäsche raus. Dann stand ich vor meinem Kleiderschrank.
Schließlich entschied ich mich für eine Skelett Leggins und einen XL Pullover in dunkel Rot. Dazu suchte ich mir meine weißen Sneakers raus.
Ich ging zu meiner Kommode. Zuerst bürstete ich mir die Haare. Dann machte ich allerlei Pflegeprodukte rein und föhnte sie. Als sie trocken waren machte ich mir einen verwurschtelten Dutt damit ich mich erstmal schminken konnte. Mein Make Up für heute war dunkel Rot wie mein Pulli. Schließlich glättete ich mir meine Haare und machte die Extensions rein.
Unten wartete mein Frühstücks Tee auf mich. Hagebutten Tee wie jeden Morgen. Den brauche ich halt damit ich ganz aufwache.
Schließlich fuhren wir einkaufen. Ich verschwand gleich in der Make Up Ecke. Hier gab es echt eine riesige Auswahl. Danach ging ich noch zu den Haarpfllegeprodukten. Meinen Ansatz musste ich sowieso mal wieder nachfärben. Aber ich überlegte meine Haare entweder ganz umfärben zu lassen, oder Dip-Dye Hair zu machen. Schließlich entschied ich mich dazu meine Extensions einfach Blau zu färben und meinen Ansatz wie immer Lila nachzufärben. Neues Haarspray brauchte ich auch. Ich hatte mir in der Zwischenzeit einen kleinen Korb geholt, weil ich das alles unmöglich tragen konnte. Ich hatte außerdem mein eigenes Geld dabei. Bei 50$ Taschengeld kann ich mir das mal eben so leisten. Meine Familie hat genügend Geld. Daher das Taschengeld. Mein Bruder hatte Haarspray, Hitzeschutz und Deo dabei.  Dann halfen wir Dad beim Einkaufen. Schließlich kaufte ich mir noch das neue Kerrang! Magazine. Danny ebenfalls. Wir fuhren wieder nach Hause.
Da nahm ich als erstes meine Extensions raus und färbte sie um. Meinen Ansatz färbte ich auch nach. Ich wechselte meine Tunnel aus und reinigte meine Ohrlöcher und die anderen Tunnel. Während die Farbe einwirkte fing ich an die neue Kerrang! zu lesen. In dieser Ausgabe war ein Poster von Of Mice & Men drinnen. Ich hängte es zu den anderen. Dann widmete ich mich meinen Extensions und meinem Ansatz. Nachdem ich damit fertig war holte ich das leere Fotoalbum raus. Ich schrieb in schnörkeliger Schrift: Meine liebsten Personen & meine schönsten Momente.
Ich klebte die Fotos sorgfältig ein und stellte das Fotoalbum in mein Regal. Dann nahm ich meine Gitarre, schloss sie und meine Kopfhörer an den Verstärker an. Ich spielte ein bisschen. Schließlich stellte ich sie aber wieder weg. Ich lackierte meine Nägel neu. In Lila, wie meine Haare. Ich legte „Selfish Machines“ von Pierce the Veil ein und nahm mir „City of fallen Angels“, den letzten Teil von „Chroniken der Unterwelt“ Ich musste ihn sowieso noch zu Ende lesen. Als das Album zu Ende war legte ich das Buch dann auch weg. Trotzdem war ich immer noch im Bann des Buches, wie immer wenn ich irgendeinen Teil von „Chroniken der Unterwelt“ lese. Dann gab es auch schon Mittag. Hähnchen-Reis-Pfanne. Ich Danny und ich sammelten das Fleisch raus. Wir sind beide wie Oli Sykes Vegetarier. Dad nahm es mit großer Freude entgegen, er hatte schon lange kein vernünftiges Fleisch mehr gegessen, immer nur auf Pizza oder in irgendwelchen Fertig Gerichten. Jetzt gab es endlich wieder vernünftiges Essen. Nach dem Essen gingen Danny und ich die Stadt mit unseren Longboards erkunden. Wir waren die ganze Zeit unterwegs und hatten auch ein paar schöne Plätze zum chillen gefunden. Zum Abendessen waren wir wieder da.
Es gab aber nur Sandwiches. Den Abend verbrachte ich dann mit Danny bei ihm im Zimmer und wir jammten ein bisschen. Ich liebe es einfach mit ihm zu singen und Musik zu machen. Die Sommerferien waren übermorgen zu Ende. Dann müssten wir wieder in die Schule gehen. Wir entschlossen uns dazu uns auf die Dachterrasse zu begeben. Der Himmel war klar und man konnte die Sterne gut erkennen.
„Danny, warum hast du wieder geritzt?“ hörte ich mich fragen. Es war meine Stimme, aber ich merkte nicht, dass ich es gesagt hatte. „Ich... du weißt schon, es ist eine Sucht. Du kannst dich ja wohl noch erinnern wie es war als du es getan hast. Du hast es gemacht ohne jeden Grund, nur weil du wusstest, dass du es machen musst. Ich kann manchmal nichts dafür, ich kann mich weder kontrollieren noch beherrschen, versteh mich doch...“ sagte Danny. Zum Schluss war es nur noch ein Flüstern. Ich schaute zu ihm. Eine Träne rann ihm die Wange runter. Ich wischte sie weg. „Keine Sorge...“ Sagte ich. „Ich verstehe dich gut.“ Das war auch nur noch ein Flüstern. „Aber, was willst du im Sportunterricht machen?“ Einen langen Pulli tragen wird ja wohl kaum in Frage kommen.“ Meinte ich. Danny Schwieg. „Es ist nur am Handgelenk, ich kann ein Schweißband drüber machen.“ Antwortete er schließlich. „Aber du hast doch Narben. Was soll damit denn werden?“ fragte ich weiter. „Du hast genauso Narben. Dich werden sie auch fragen.“ Entgegnete Danny. Ich schwieg. „Alex, wir kriegen das schon hin.“ Versuchte Danny mich aufzumuntern.
Danny nennt mich Alex, alle anderen Alexa oder Alexandra. Ich finde es gut, dass er mich Alex nennt, so sieht man, dass ich ihm wirklich war bedeute. Er hat seinen eigenen Namen für mich. Ihn nennen alle Dan oder Daniel. Ich nenne ihn Danny. Das ist das gleiche wie bei Alex. Aber ich finde Danny hört sich viel besser an als Dan.
Irgendwann gingen wir dann auch schlafen. Ich schlief wie ein Stein und weil mich niemand weckte schlief ich auch bis Mittag. Ich wachte dadurch auf, dass Danny laut Musik anmachte. Of Mice & Men. Lautstark. Of Mice & Men ist Dannys Lieblingsband. Austin ist sein Vorbild und seine Inspiration. So wie bei mir Vic.
Musik rettet Leben. Das ist so. Ich kann mich an das Pierce the Veil Konzert erinnern wo Vic gesagt hat, dass alle die Hand heben sollen, denen Musik das Leben gerettet hat. Alle sogar Jamie, Tony, Mike und Vic haben ihre Hände gehoben. Ich habe angefangen zu weinen, weil das so schön war. Mein Onkel war mit Danny und mir auf dem Konzert. Mein Onkel ist schon 20. Ist ein bisschen komisch, aber naja. Es ist ca. ein dreiviertel Jahr her mit dem Konzert. Da war ich noch in Therapie und mein Handgelenk hatte noch jede Menge Wunden und noch nicht verblasste Narben. In zwei Monaten gehe ich wieder zu einer Autogrammstunde und in vier Monaten zu einem Konzert. In drei Monaten geht es dann mit Danny zum Bring me the Horizon Konzert. Ich freue mich jetzt schon so mega. Mein Arm ist immer noch übersät mit Festival Bändchen.
2 von Of Mice & Men, 3 von Pierce the Veil, 1 von Sleeping with Sirens, 1 von Bring me the Horizon und 2 von Linkin Park. Bei den Autogrammstunden gab es immer nur Ausweise oder Stempel. Ich nahm meine Gitarre. Mich hatte die Lust gepackt „Hold on till May“ von Pierce the Veil zu spielen. Ich machte keine Kopfhörer dran, Danny hatte schließlich auch laut Musik an. Ich ging in meinem Zimmer rum und spielte einfach nur noch irgendetwas. Dazu sang ich. Schließlich ging ich dann aber ins Badezimmer, da ich mich ja fertig machen musste. Danny wartete schon vor dem Badezimmer. „Alex, kann ich mit dir reden?“ fragte er. „Klar, immer.“ Meinte ich und wir gingen in mein Zimmer. „In Arizona habe ich meine Narben und Wunden nie versteckt. Also wieso sollte ich es jetzt tun? Ich hab nicht vor mich zu verstecken.“ Sagte er direkt. Ich nickte. „Ich will mich auch nicht verstecken. Ich hatte auch überlegt einfach so weiterzumachen. Wieso sollte man sich verstellen, für Leute die man noch nicht einmal kennt? Wenn jemand einen mögen soll, dann nur wenn er alles von einem weiß. Wenn uns jemand mögen sollte, dann soll er gleich von vornerein wissen wie wir sind.“ Warf ich ein. Danny nickte. „Ich hatte gehofft, dass du mich verstehst.“ Meinte er. Ich umarmte ihn. Es war eine lange Umarmung.

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