Montag, 5. Mai 2014

Alexa Story - Kapitel 13



Am nächsten Morgen wurden wir sanft von Katherine geweckt. „Guten Morgen, aufstehen. In vierzig Minuten gibt es Frühstück.“ Hörte ich ihre freundliche Stimme. Dann wurden die Gardinen aufgezogen. Licht strömte in den Raum. Ich rieb mir die Augen. Auch Danny schien sich zu bewegen. „Ok, danke...“ murmelte ich. Ich blieb noch kurz liegen, dann rappelte ich mich auf, schlurfte verschlafen zu meinem Koffer und holte mir etwas zum Anziehen raus. In diesem Fall eine Jeans, einen roten Samtartigen Pullover, Socken und Unterwäsche. Katherine kam wieder. „Hier sind Handtücher. Fühlt euch einfach wie zu Hause.“ Ich nahm mir zwei Handtücher und ging zusammen mit meiner Kosmetiktasche und meinen Klamotten ins Bad. Schnell hüpfte ich unter die Dusche. Danach putzte ich meine Zähne, zog mir Unterwäsche an, schminkte mich und zog mich zu Ende an. Für das ganze brauchte ich nur 20 Minuten. Also genau die Hälfte der Zeit. Dann ging Danny ins Bad, während ich meine Haare föhnte, Glättete und stylte. Danach suchte ich mir noch Schmuck raus. Die Kette von Jack hatte ich seitdem er sie mir geschenkt hatte nicht einmal abgenommen und sie war tatsächlich noch nicht gerostet. Danny kam und machte sich ebenfalls schnell die Haare. Dann gingen wir mit fünf Minuten Verspätung an den Frühstückstisch. „Ah, da seid ihr ja. Wir wollten grade anfangen zu beten.“ Sagte Katherine. Jack sah mich mit einem ‘es tut mir ja so leid, das ist mega peinlich‘ Blick an. „Oh, eh, wir sind Atheisten, wir beten nicht.“ Sagte ich. Katherine musterte uns kurz. „Ok, dann nicht.“ Sagte sie. Sie wollte grade anfangen. „Mum...!“ rief Jack. „Jack, wir machen das immer wenn wir gemeinsam Frühstücken.“ Sagte sie streng. „Naja, vielleicht können wir ja mal eine Ausnahme machen.“ Schlug Sabrina vorsichtig vor. „Sabrina, ich respektiere ihren Glauben, dann müssen sie auch meinen respektieren.“ Sagte Katherine scharf. „Oh, nein, kein Problem, wir haben nichts dagegen.“ Warf ich ein und wurde ignoriert. „Mum, du weißt, dass ich da schon lange nicht mehr mitmache. Und auch Jack möchte dass nicht mehr.“ Entgegnete Sabrina. „Jeden Morgen das gleiche Spiel! Sabrina, solange du noch nicht volljährig bist, machst du was ich dir sage, das gleiche gilt für Jack!“ meinte sie. Ich ließ mich seufzend auf den Stuhl fallen. Danny tat es mir nach, nur ohne das Seufzen. Jack sah mich entschuldigend an. „Vielleicht teile ich deinen Glauben aber nicht. Du weißt, wie Dad darüber denkt. Er würde uns nicht dazu zwingen.“ Meinte Sabrina. „Warum bist du dann hier?“ fragte Katherine. Sabrina sprang auf. „Ich glaube, wir müssen das alles jetzt nicht hier diskutieren!“ rief sie und verschwand. Ich sah auf meinen Teller. „Wirklich, das ist kein Problem, wenn du beten willst, ich respektiere alle Glauben, ich bin tolerant.“ Setzte ich erneut an...und wurde wieder ignoriert. Katherine nahm sich ein Brötchen. Jack starrte auf die Marmelade. Danny fing wie Katherine an zu essen. „Versuchst du die Marmelade per Telekinese zu dir zu bewegen?“ fragte ich um das ganze etwas aufzulockern. Jack sah mich erst nur an. „Eh...ja...nein, also nein, natürlich nicht.“ Meinte Jack und musste lachen. Ich lachte und nahm mir auch ein Brötchen. Nach dem Frühstück zockten Danny, Jack und ich Mario Kart auf seiner Wii. Später ging Danny im Gästezimmer Fernseh gucken. Jack und ich spielten New Super Mario Bros. Bis Abends. Dann packte mich die Angst vor morgen, vor dem Blutabnehmen, wieder. Wir gingen relativ früh schlafen.
Am nächsten Morgen gab es nicht so ein Theater wegen des Betens. Sie machten es einfach nicht. Um zehn hatte ich den Termin. Katherine fuhr mich hin. Beziehungsweise Jack und mich. Er wollte ja mitkommen. Nach kurzer Wartezeit war ich dran. Zuerst wurde ich gewogen und gemessen und auch mein Blutdruck wurde gemessen. Danach musste Jack draußen warten, weil ich mich bis auf die Unterwäsche ausziehen musste. Der Arzt hörte mich ab. Er sah natürlich meine Narben. Ich durfte mich wieder anziehen. Jack durfte auch wieder reinkommen. Jetzt saßen wir vor dem Schreibtisch des Arztes und ich hielt vor Aufregung Jacks Hand. „Und die Narben? Woher kommen die?“ fragte der Arzt. Ich sah ihn ungläubig an. Dreimal darf er raten woher. „Ehm... naja, die eine lange von meinem Selbstmordversuch und die anderen vom Ritzen, was denken sie denn?“ fragte ich. Das war mir dann doch zu viel des guten. Jack sah mich geschockt an. Ich zuckte die Schultern. „Was denn? Das ist ja wohl klar woher die kommen.“ Meinte ich. „Ok... und du warst aber in Therapie?“ fragte er weiter. „Ne, ich durfte einfach so weitermachen, nachdem ich mich fast umgebracht hätte Und ich bin da auch ganz alleine und ohne fremde Hilfe rausgekommen. Natürlich war ich in Therapie. Die lassen einen doch nicht ohne weiteres wieder gehen.“ Sagte ich. Er nickte. Wir redeten noch über diverse andere Themen. Dann kam die Frage. „Wollen wir jetzt Blut abnehmen? Wir müssten eine wichtige Tests machen.“ Ich zuckte zusammen. „Das ist so...“ setzte ich an. Tränen kamen in mir hoch. „Muss das jetzt gemacht werden?“ fragte ich aber einfach. „Es wäre doch ziemlich wichtig.“ Meinte er. „Und wenn du Angst vor dem Schmerz hast, keine Sorge, wir haben eine extra Creme dafür, die betäubt die Stelle ein bisschen.“ Sagte er. „Haha witzig, die Nadel geht in mich rein. Da hilft so eine dumme Creme auch nicht.“ Meinte ich nur. „Alexa, das packst du schon, ich bin doch bei dir.“ Sagte Jack. Ich konnte die Tränen nicht zurück halten. „Nein, ich kann das nicht...“ schniefte ich. Er packte mich bei den Schultern. „Alexa, es ist wichtig! Tue es, tu es für mich!“ sagte er. Ich schüttelte den Kopf und verzog meinen Mund, ich heulte. „Bitte!“ sagte er. Irgendwann nickte ich. „Ok...“ schluchzte ich. Er wischte mir die Tränen weg. „Ok, dann mal los, bevor du deine Meinung änderst.“ Sagte der Arzt. Jack half mir beim Aufstehen und Gehen, weil sich meine Beine wie Pudding anfühlten. Ich wischte an meinen Augen herum. Glücklicherweise trage ich Wasserfestes Make Up. Ich legte mich auf die Liege. Eine Ärztin kam. Sie machte Creme auf meine Armbeuge. Jack hielt meine Hand. Dann kam sie mit der Nadel an. Mir wurde schlecht. Ich dachte mir nur Oh Gott, aber sagen konnte ich nichts mehr. Grade als sie die Nadel reinstechen wollte wurde mir schwarz vor Augen.
Nach einiger Zeit wachte ich wieder auf. Jack hielt noch immer meine Hand und die Nadel steckte in meinem Arm. Mir wurde wieder übel und ich musste einen Brechreiz unterdrücken. „Was ist denn mit dir los?“ fragte die Ärztin. Ich konnte nicht antworten und atmete rasend schnell. „Sie hat panische Angst vor Blutabnehmen.“ Antwortete Jack an meiner Stelle. „Ich glaube sie kann alleine reden.“ Sagte die Ärztin patzig. „Vielleicht sehen sie ja nicht was ich sehe, aber sie hyperventiliert und sieht nicht so aus, als könne sie reden““ Entgegnete Jack leicht gereizt. Ich war ihm dankbar. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich ihr etwas Ähnliches gesagt, aber wie gesagt ging es nicht. „Oh...“ gab die Ärztin von sich und tat ihr bestes die Nadel schnellstmöglich aus mir rauszuziehen. Die Tüte oder was auch immer das ist, war sowieso fast voll. Sie klebte ein Pflaster drauf. Jetzt ging es mir schon besser. Jack setzte sich zu mich auf die Liege. „Ganz ruhig, alles ist gut. Es ist vorbei.“ Sagte er und drückte meine Hand. Ich nickte. Langsam normalisierte sich meine Atmung. Ich bekam einen Orangensaft und einen Keks. Zehn Minuten musste ich liegen bleiben, dann durfte ich wieder aufstehen. Katherine holte uns wieder ab und fuhr mit uns noch in den Supermarkt. Ich brauchte auch dringend noch etwas Zuckerhaltiges also kaufte sie mir eine Tüte Haribo. Jack bekam natürlich was ab, aber ich wollte sie dann doch lieber alleine essen. Ich sagte die ganze Zeit so gut wie nichts und starrte in die Gegend. Auch bei Jack zu Hause saß ich nur mit meiner Tüte Gummibären und starrte in die Gegend. Beim Mittag aß ich nichts, ich wog sowieso viel zu viel. Also laut wage nicht, aber ich hatte trotzdem zu viele Kilos auf den Hüften, außerdem aß ich grade eine ganze Tüte Gummibären. „Alles Ok?“ fragte Danny. Ich nickte. „Ja, alles gut...“ meinte ich und starrte weiter auf den Fernseher. Später ging Danny nach draußen um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Ich ging währenddessen zu Jack. Ich setzte mich einfach neben ihn auf sein Bett. Er Umarmte mich von hinten und legte seinen Kopf auf meine Schulter. „Geht es dir wieder besser?“ fragte er. „Mhm...“ machte ich nur. „Danke, dass du da warst.“ Fügte ich hinzu und lehnte meinen Kopf an seinen. „Ist doch klar.“ Sagte er und gab mir einen Kuss auf die Wange.

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