Montag, 5. Mai 2014

Alexa Story - Kapitel 16



Wir hatten wieder Schule. Es war Dienstag und wir hatten heute Bandprobe. Also saßen wir wieder im Keller. Wir schrieben an neuen Songs und wir wollten auch noch „Get down on your knee and tell me you love me“ und „Outlines“ von All Time Low covern. Die konnten Jack, Cassy und ich schon. Aber Kyle und Danny müssen die ja auch noch lernen. Von daher konzentrierten wir uns erstmal auf eigene Songs. Sylvia kam die Treppe runter. „Kinder, ich habe großartige Neuigkeiten!“ rief sie aufgeregt. Wir sahen sie fragend an. „Bei der Arbeit wollen wir einen Bunten Abend machen und wir brauchen noch Live Musik!“ rief sie. „Und?“ fragte Kyle. „Und ihr könnt da auftreten. Menschenskinder, seid ihr so begriffsstutzig?“ Ich war geflasht. „Wow wow, warte. Wir sollen bei dir auf der Arbeit auf dem Bunten Abend auftreten? Aber solche Musik mögen die da doch alle nicht.“ Meinte ich. „Ja, aber da sind auch viele Kinder meiner Kollegen und die lieben solche Musik. Ich habe von euch erzählt und die wollen euch alle kennenlernen! Mensch, ihr habt einen Gig! Freut euch!“ rief sie. „Eh...ja, super!“ meinte Cassy. Langsam realisierten wir das Ganze. Und wir freuten uns. „Super! Und wann?“ fragte Danny. „Nächstes Wochende. Samstagabend ab sieben Uhr, ihr wärt ab halb zehn dran. Und zieht euch was Schickes an.“ Sagte Sylvia. Wir mussten uns also wirklich ins Zeug legen mit neuen Songs, wir konnten ja nicht mit Covern aufkreuzen; zumindest nicht nur mit Covern.
Es war Samstagmittag und wir waren bei Cassy und Kyle im Keller. Nun die Woche über hatten wir drei Songs geschrieben. „Heads Held High“, „Live Long, little Soldier“ und „Julien“ letzteres war nur ein Name, aber trotzdem. Also hatten wir jetzt sieben Songs, die sollten reichen. Sylvia kam zu uns. „Hey Sylvia, wie viele Songs müssen wir spielen?“ fragte ich. „Also mindestens fünf und maximal zehn.“ Meinte sie. Ich nickte. „Wollt ihr euch nicht mal umziehen. „Ja das wäre eine gute Idee. Ich ging mit Cassy in ihr Zimmer um mich fertig zu machen. Ich zog mein blaues Kleid mit den Keilstifeletten und einer Hautfarbenem Strumphose an. Dazu noch ein wenig Schmuck und die locken richten. Perfekt. Schließlich schminkte ich mich noch. Wir gingen nach unten. Aufregung machte sich in mir breit. Wenn auch noch (die Betonung liegt auf noch) nicht so große. Nach und nach kamen Danny, Jack und Kyle. Dann war es halb sieben und wir mussten losfahren. Heute konnte man Jacks Ohrstecker endlich mal deutlicher sehen. Sie sahen an ihm so süß aus. Und auch seine Haare waren ein bisschen anders, aber es gefiel mir sehr gut. Er hatte das grüne Hemd, was ich ihm ausgesucht hatte und eine schwarze Jeans mit schwarzen Sneakers an. Das Hemd hatte er in die Hose gesteckt und man sah seinen Gürtel. Er hatte eine Silberkette um den Hals. Ich konnte meine Augen nicht von ihm wenden, aber das musste ich wohl oder übel tun, denn ich kann ihn ja schlecht im Auto anstarren. Unsere Instrumente hatten wir heute schon hingebracht. Um sieben ging es los. Wir standen mit Sektgläsern, die mit Orangensaft gefüllt waren, an einem der Stehtische. Erst war der Bunte Abend, danach setzten sich alle an die Tische und aßen. Wir gingen eine viertel Stunde bevor wir dran waren hinter die Bühne. Meine Aufregung wurde schlimmer, Cassy und Kyle schien es nicht besser zu gehen. Jack nahm meine Hände. „Alles gut?“ fragte er. Ich nickte. „Ja, ich hab nur ein bisschen Lampenfieber.“ Meinte ich. „Ach das ist nicht schlimm. Atme einfach tief durch und draußen denk dir einfach ‚Give a fuck‘ denn falls irgendetwas passiert, wird bestimmt in zwei Wochen niemand mehr darüber reden. Sowas merken sich Leute mit Schadenfreude meist nicht sehr lange.“ Beruhigte Jack mich. Ich nickte und atmete ein paar Mal tief durch.
Dann war es soweit. Wir waren dran.  Die Kinder von Sylvias Kollegen hatten sich vor der Bühne versammelt. Es waren mindestens 50 Kinder und Jugendliche. Nicht sonderlich viel, aber trotzdem. Ich atmete einmal kräftig durch und dachte an Jacks Worte ‚Give a fuck‘. Tatsächlich beruhigte es mich. Es war ein warmes Gefühl von ganz tief in mir drinnen. Wir legten los. Erst „No Time for Sleeping“, dann „Hell is like Heaven”, “Heads held High”, “Get down on your knees and tell me you love me” und dann “Don’t Panic.” Dann machten wir Pause um auch etwas zu Essen. Die Kinder und Jugendlichen waren super gelaunt und hatten viel Spaß. Ihnen schien unsere Musik zu gefallen. Dann ging es weiter mit „Live Long, little Soldier“, „All Time Low“, „Julien“ und schließlich „Time-Bomb“ sogar einigen Erwachsenen gefiel unsere Musik.
Die Feier ging noch weiter und wir bekamen auch sehr viele Komplimente. Als wir nach Hause fuhren schlief ich an Jack gelehnt ein. Dad hatte Danny, Jack und mich abgeholt, weil Jacks Mutter ihn nicht holen konnte. Und Cassy und Kyle waren mit ihrer Mutter und Lindsay gefahren. Ich glaube Lindsay fühlte sich etwas vernachlässigt, so im Schatten ihrer halb Schwester und ihres halb Bruders. Aber Gedanken machte ich mir nicht mehr, ich schlief schließlich. Als wir da waren wurde ich von einigen Küssen auf die Wange und auf den Mund geweckt. Ich wachte auf. Es war logischerweise Jack. Ich blinzelte ihn verschlafen an. „Als kleines Mädchen habe ich mir immer gewünscht irgendwann von einem Prinzen wach geküsst zu werden...“ sagte ich verschlafen. Jack grinste. Ich vergrub meine Hände in seinen Haaren, zog ihn an mich und küsste ihn ein paar Mal. „Komm, ansonsten könnte dein Dad uns wieder erwischen. Und du weißt ja, wie peinlich ihm das letztes Mal war.“ Meinte Jack. Ich lachte. „Nein, keine Sorge, da wir jetzt zusammen sind, wird er ein extra Auge auf dich werfen. Er wird sich an mich heften, aber das kriegen wir hin, ich glaube so sind alle Dads.“ Meinte ich lachend. Jack lachte auch, dann gingen wir Hand in Hand rein. „Jack, ich bringe dich in einer dreiviertel Stunde nach Hause, ich muss noch ein bisschen was machen und das noch heute. Ist das ok?“ fragte Dad. „Ja klar kein Problem.“ Meinte Jack. Dad nickte. Innerlich war ich so fröhlich noch ein bisschen Zeit allein mit Jack zu verbringen, äußerlich tat ich auf ‘Ich bin ja so müde‘. Als wir gingen, sah ich aus dem Augenwinkel, wie Dad uns genauestens Musterte. Ich musste grinsen.
In meinem Zimmer legten wir uns wieder aufs Bett. Ich war so müde und mir fielen andauernd die Augen zu. „Hey, nicht schlafen, dann kann ich mich für heute nicht mehr verabschieden.“ Meinte Jack lächelnd. „Oh, keine Sorge, ich bringe dich mit nach Hause, ich lasse dich doch nicht alleine mit meinem Dad.“ Meinte ich und lachte. Jack grinste. Wir küssten uns und ich bekam mal wieder nicht genug von ihm und seinen Lippen. Ich vergrub meine Hände wieder in Jacks flauschigen Haaren. „Mhm...ich liebe es, wenn du das tust...“ flüsterte Jack. „Was?“ fragte ich. „Na das mit deinen Händen...in meinen Haaren...“ meinte Jack. Ich lächelte und küsste seinen Hals. Ich machte ihm einen Knutschfleck. Seine Hände wanderte immer und immer wieder meinen Rücken rauf und runter. „Na? Machst du mir auch einen?“ schnurrte ich. „Wenn du so fragst, kann ich nicht widerstehen...“ meinte Jack und küsste erst meinen Hals, dann saugte er daran und machte mir auch einen. Alles in mir kribbelte und ich war auch wieder relativ wach. Jack löste sich wider. Und im Handumdrehen war die dreiviertel Stunde vorbei. Jack konnte seine Jacke zumachen um seinen Hals ein wenig verdecken, ich musste mir einen Kopf machen. „Ich glaube ich muss mir ein Tuch umbinden...“ sagte ich und griff nach einem schwarzen Tuch mit Nieten. Grade so konnte ich den Knutschfleck verdecken. „‘Tschuldigung, nächstes Mal passe ich besser auf.“ Meinte Jack und umarmte ich mich wieder von hinten. Ich versank in seinen Armen. „Nicht im Stehen einschlafen...“ meinte Jack. „Nein keine Sorge, ich werde erst im Bett schlafen.“ Meinte ich. Aufeinmal stand Dad in der Tür. Wir sahen ihn überrascht an. „Ich habe geklopft!“ meinte er. Das hatten wir dann wohl überhört. „Kommt ihr jetzt?“ fragte er. Wir nickten. Also fuhren wir Jack nach Hause. Ich bekam einen Abschiedskuss und setzte mich nach vorne. „Na, wo kommt denn der Knutschfleck?“ fragte Dad belustigt. Ich fasste an meinen Hals. Mein Tuch hing nur noch halb dran und mein Knutschfleck war deutlich sichtbar. Schnell band ich das Tuch wieder vernünftig um. Ich lachte verlegen. „Naja...“ setzte ich an. „Keine Sorge, ich weiß woher, du brauchst nicht weiterreden.“ Unterbrach er mich. Wir fuhren nach Hause, dann ging ich auch schon bald schlafen. Vorher verabredete ich mich mit Cassy zum Inliner fahren morgen. Wir wollten etwas Gewicht verlieren und sie wollte Baz, ihren Hund, mitnehmen. Dann schlief ich zufrieden ein.

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