Montag, 5. Mai 2014

Alexa Story - Kapitel 1



Mein Zimmer war das letzte was noch angestrichen werden musste. Ich hatte mich dafür entschieden, mein Zimmer in Weiß und Gold zu halten, daher half mein Bruder Danny mir beim Streichen der Wand neben meinem Bett. Mein Vater war irgendwo anders im Haus damit beschäftigt Möbel aufzubauen. Vielleicht ist er auch grade im Garten und baut da irgendwelche Möbel auf, aber keine Ahnung. „Soll ich vielleicht Musik anmachen?“ fragte ich meinen Bruder. „Klar.“ Antwortete der nur und schaute kurz auf. Meine Boxen waren im Moment das einzige, was sich in meinem Zimmer befand. Ich schloss mein Handy an und ließ „Collide with the Sky“ von Pierce the Veil auf Shuffle durchlaufen.
Ich konnte alles auswendig. Jedes einzelne Lied von Pierce the Veil, nicht nur auf diesem Album. Das gleiche gilt für alle Songs von Sleeping with Sirens, Bring me the Horizon, Linkin Park und Of Mice & Men. Aber bei Of Mice & Men und Bring me the Horizon ist eher Danny gefragt, er kann screamen, ich nicht. Wäre auch komisch, ich bin schließlich ein Mädchen.
Nach einiger Zeit waren wir dann fertig. Es war ca. Mittag. Gestern hatten wir schon die meisten Räume gestrichen. In einem so großen Haus braucht man auch schon etwas länger.
Wir hatten wie in Arizona wieder eine Villa, auch wenn sie logischerweise kleiner ist. Meine Mutter ist ja mit meiner kleinen Schwester und meinen beiden kleinen Brüdern in Arizona geblieben. Danny und ich wollten mit Dad nach San Francisco. Ein neues Leben anfangen sozusagen.
Jetzt gingen wir nach draußen um meine Möbel zu holen. Einige waren schon aufgebaut, andere mussten wir erst noch aufbauen. Irgendwie bekamen wir meine Couch nach oben, dann wurde es leichter. Mein Fernsehschrank war schon aufgebaut, daher trugen wir ihn und meinen Fernseher nach oben. Mein Schuhschrank war auch schon aufgebaut. Jetzt ging es ans zusammenschrauben etc. Als erstes bauten wir mein Bett auf. Danach meine Kleiderschrank, meine Schmink & Frisierkommode, meinen Schreibtisch und meine beiden Bücher & Krimskrams Regale. Bis das alles fertig war, war es sechs Uhr abends. Dasselbe mussten wir aber noch bei Danny machen. Daher war es schon zehn Uhr abends, als wir endlich Abendessen aßen. Dad hatte die gesamte Küche aufgebaut & installiert.
Trotzdem gab es nur Tiefkühlpizza und als Nachtisch gekauften Pudding. Aber niemand hatte ernsthaft ein großes Problem damit.
Nach dem Essen schleppten wir die Kisten mit unseren Persönlichen Sachen nach oben. Dad wollte noch bis spät in die Nacht das Wohnzimmer aufbauen. Als erstes schloss ich meinen PC an. Das war das wichtigste. Dann konnte ich endlich mit Miley, meiner besten Freundin aus Arizona Skypen. Währenddessen räumte ich meine Beauty und Hair Styling Produkte in meine Schmink & Frisierkommode ein. Dann kam ich zu den beiden Kisten mit meinen Büchern. Ich liebe Fantasy Bücher und Mangas. Meine Lieblings Fantasy Buchreihen sind Die Chroniken der Unterwelt, Tintenherz und House of Night. Das mit den Mangas habe ich von Danny. Ich stellte sie alle sorgfältig geordnet in meinen Schrank. Bei Büchern und CDs lege ich sehr viel Wert auf Ordnung, damit ich alles schnell finden kann. Heißt: Bei Büchern ordne ich die Bücher nach Buchreihen und die Buchreihen nach dem Alphabet. Also das erste Buch der Buchreihe zählt dabei. Bei CDs ordne ich sie nach Bands, also da zuerst die erste CD, dann die zweite usw. Und schließlich ordnete ich die Bands nach dem Alphabet.
Die CDs ordnete ich als nächstes wie eben beschrieben. Das heißt insgesamt 17. Miley und ich hörten auf zu Skypen. Als nächstes nahm ich mir meine ganzen Poster vor. Hauptsächlich von Pierce the Veil. Aber halt auch von Sleeping with Sirens, Of Mice & Men, Bring me the Horizon und Linkin Park. Am meisten war die Wand neben meinem Bett, die wir heute gestrichen hatten, vollgeklebt. Viele Poster von Vic. Weil er mich einfach so inspiriert. Und mich versteht. Außerdem hat er mir mein Leben gerettet, aber dazu später mehr. Aber es sind halt immer die Lead Sänger. Deswegen habe ich auch viele Poster von, Chester Bennington (LP), Kellin Quinn (SwS), Austin Carlile (OMaM) und Oli Sykes (BmtH).
Meine Jalousien waren noch oben und zwischen Dannys und meinem Zimmer ist nur die Dachterrasse, deswegen konnte ich sehen, dass er grade an seinem Piano stand und spielte. Hören konnte ich es nicht, meine Musik war ja schließlich an.
Danny und ich haben sowas wie eine Band. Ich spiele Gitarre und singe, er spielt Piano, singt ebenfalls und screamt. Sofern es nötig ist. Wir haben auch ein paar eigene Songs, aber meistens covern wir nur Songs.
What a waste of a perfectly clean wrist... Kam es aus meinen Lautsprechern. Ich schaute auf meine Handgelenke. Das eine war unversehrt, das andere war über und über mit Narben von drei Jahre langem ritzen. Dann habe ich erst eine Therapie angefangen. Mit elf habe ich angefangen, mit 14 aufgehört. Ein halbes Jahr Therapie hatte ich. Jetzt ist es ca. ein Jahr her. Mir geht es aber mittlerweile wieder sehr gut. Danny sträubt sich immer noch gegen eine Therapie. Er hat mit 13 angefangen. Da er mein Zwillingsbruder ist, ist er natürlich genauso alt wie ich auch. Er ritzt immer noch, aber er meint, dass er da alleine rauskommt. Ich gebe ja zu, Musik ist eine sehr gute Therapie, mir hat es auch geholfen. Und er ist wirklich eine willensstarke Person, aber bei allem Respekt, ich glaube nicht, dass er es ohne Therapie schafft.
Als nächstes stellte ich meinen Gitarrenständer auf und hängte meine drei Gitarren auf. Ich habe zwei E-Gitarren und eine Akustik Gitarre. In dem Ständer ist noch Platz für zwei weitere Gitarren. Ich bin schon am Sparen für noch eine Akustik Gitarre. Eine schwarze, mit weißen Wirbeln. Meine Akustik Gitarre ist mit Autogrammen von den Mitgliedern von Pierce the Veil, Linkin Park, Of Mice & Men, Sleeping with Sirens und Bring me the Horizon verziert. Ich war schon auf Konzerten und Autogrammstunden, deswegen habe ich alle Autogramme und ich habe sie logischerweise alle auch schon getroffen. Ich habe auch Fotos. Dazu kam ich als nächstes. Ich hatte eine Bordüre, wo man Fotos dran kleben kann/soll, an meiner Wand neben der Tür. Besser gesagt an beiden Wänden neben der Tür. Deswegen holte ich alle meine Fotos von meiner Familie und von mir und Vic, Chester und Mike, Austin, Oli, Kellin oder der ganzen Band. Ich suchte die besten raus und klebte sie auf die Bordüre. Die anderen legte ich auf meinen Schreibtisch, weil ich sie morgen in ein Fotoalbum einkleben wollte. Schließlich räumte ich meine gesamte Kleidung in meinen Kleiderschrank. Mein Kleiderschrank ist groß, daraus kann man schließen, dass ich viel Kleidung besitze. Deswegen dauerte es auch einige Zeit bis ich fertig war. Danach ordnete ich alle meine Schuhe ein und bezog endlich mein Bett. In selbiges viel ich danach auch einfach. Jedoch rappelte ich mich wieder hoch weil ich natürlich noch ins Badezimmer musste. Danny war grade drinnen. Ich setzte mich also auf den Boden und wartete bis er rauskam.
Die Tür ging auf. Ich stand auf. Danny kam in Pyjamahose und T-Shirt raus. Es war freie Sicht auf seine Wunden; nicht sehr alte Wunden, wie ich erkennen konnte. Er wollte an mir vorbeigehen. Dabei griff ich seinen rechten Arm und schaute auf die Wunden. Die Wunden sind rechts, weil er Linkshänder ist. Ich spürte, wie sich seine Muskeln anspannten. Ebenfalls wusste ich ganz genau wie er sich grade fühlte. Ich habe mich mit elf und zwölf genauso gefühlt. Man will nicht darüber reden, man blockt ab. Es ist einem ziemlich unangenehm.
Daher ließ ich ihn wieder los. Ich guckte ihm kurz in die Augen und ging dann ins Badezimmer. Ich schminkte mich ab, nahm die Extensions raus, zog mich um, putzte die Zähne und flocht mir meine Haare zu einem Zopf. Meine Extensions brachte ich in mein Zimmer. Danach ging ich zu Danny. Es war zwar schon mitten in der Nacht, aber es war mir egal. Es brannte schließlich noch Licht.
Ich klopfte. Dann drückte ich die Türklinke runter und ging rein. Leise schloss ich die Tür wieder. Danny saß zugedeckt auf seinem Bett und machte irgendwas mit seinem Handy. Seine schwarzen Haare waren noch gestylt und die weißen Tunnel schienen durch. Ich setzte mich zu ihm. Er nahm seine Kopfhörer raus und rutschte ein Stück beiseite, damit ich auch Platz hatte. Ich schlüpfte unter die Decke zu ihm. Eine ganze Weile sagte niemand etwas. Danny gab mir einen Kopfhörer und machte den anderen selbst wieder rein. Ich machte ihn ebenfalls rein. Es lief „Bones Exposed“ von Of Mice & Men.
„Geht es dir gut?“ fragte ich schließlich. „Ja, alles gut, mach dir bitte keine Sorgen.“ Antwortete er. Ich nickte.
Wir redeten noch eine Weile, dann ging ich auch schlafen.

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