Obwohl Samstag war stand ich um acht auf. Wir
wollten heute unsere Sachen zu Cassy und Kyle bringen. Ich war schon fertig
angezogen, musste aber noch auf Danny warten. Im Verlauf der Woche hatten wir
uns einen besseren Namen für unsere Band überlegt. Jetzt hießen wir „Paper thin“.
Ich war schon dabei die Mikros und meine matt graue Gitarre ins Auto zu laden.
Wir hatten uns dazu entschlossen unsere Verstärker doch mitzunehmen. Dann hat
jeder seinen eigenen Verstärker. Kyle und Cassy hatten nur einen bekommen.
Außerdem musste Kyle sein Keyboard ja auch dalassen. Meine Rote Gitarre war schon
im Auto. Jetzt kamen Danny und Dad mit dem Keyboard und einem der Verstärker
runter. Danny und ich holten den letzten Verstärker, die Mikrofon Ständer und
die ganzen Kabel. Dann fuhren wir endlich los.
Wir wurden schon von Cassy, Kyle und ihren Eltern erwartet nur Lindsay schaute neugierig aus dem Fenster und als ich hinaufblickte zog sie schnell die Gardienen zu, aber sie spähte trotzdem noch durch. „Weiß Lindsay, dass wir sie sehen können?“ fragte ich. „Ja, aber angeblich interessiert es sie alles nicht ein Stück was hier passiert.“ Antwortete Cassy. Ich nickte und schaute noch mal nach oben. Dann trugen wir alles in den Keller. Wir verabschiedeten uns von Dad. Dann richteten wir alles ein. Hier unten war eine schöne Akustik. Cassy und Kyle hatten sich die Woche über ausgearbeitet was sie in unseren Songs wann spielen könnten. Wir legten los. Es hörte sich wirklich sehr gut an. Mitten im Song kam Lindsay wutentbrannt die Treppe runter gestürzt. „Man ey, könnt ihr vielleicht mal leise sein? Ich versuche hier zu entspannen!“ rief sie. Ich musste mir das Lachen verkneifen und schaute grinsend auf den Boden. „Du miese Kröte hör auf zu lachen!“ schrie sie mich an. Ich lächelte Provozierend. „Lindsay, geh wieder nach oben, man hört oben kaum etwas.“ Meinte Kyle. Sie stampfte wütend auf, ging dann aber wieder. „Gott, wie könnt ihr es nur mit ihr aushalten?“ fragte ich. „Ach das passt schon.“ Antwortete Cassy. „Irgendwas hat sie gegen mich.“ Sagte ich nachdenklich. „Du hast sie vor der ganzen Klasse angemacht. Das kommt ihrem Ruf nicht sehr gut.“ Meinte Kyle. „Ich habe nur Danny verteidigt!“ meinte ich. „Ja, das interessiert sie leider nicht. Für sie ist nur wichtig, dass sie blamiert wurde.“ Meinte Cassy. „Mach dir nichts draus. Sie konnte mich von Anfang an nicht leiden, weil ich in ihre Welt eingedrungen bin. Sie war auf einmal nicht mehr Daddys einziges kleines Mädchen. Kein verwöhntes Einzelkind mehr. Auf einmal hatte sie zwei Geschwister und eine Mutter. Sie hasst uns alle. Kyle kommt gut alleine klar, ich bin genauso wie Lindsay seine kleine Prinzessin. Kyle bekommt auch alles war er will, aber Lindsay und ich bekommen eine extra Behandlung. Ein bisschen ungerecht, aber Kyle will es auch so. Sie zickt hier immer bei allem rum und Dad will sie immer beruhigen, dann wirft sie mit Sachen um sich und rennt wütend in ihr Zimmer.“ Fügte sie hinzu. „Wow, krass...“ meinte ich nur. „Wir haben uns immer alle vernünftig verhalten, auch wenn Mum und Dad schon dabei waren sich zu trennen, waren alle vernünftig, wir wussten alle dass es zu Ende geht, aber niemand war wütend oder sonstiges. Wenn jemand etwas nicht bekommen hat, hat er es eben akzeptiert, sogar meine beiden kleinen Brüder und meine kleine Schwester haben das so gemacht.“ Fügte ich hinzu. „Tzja, so vernünftig ist sie leider nicht.“ Sagte Kyle. „Naja, ok, wollen wir den Song nochmal anfangen?“ fragte ich einfach. Alle nickten. Also fingen wir nochmal an. Oben an der Tür klatschte es. „Das hört sich super an.“ Hörte ich Cassy’s und Kyle’s Mutter sagen. Ich drehte mich um und lächelte. Wie bedankten uns. „Wir haben noch einen Song, wollen sie ihn hören?“ fragte ich. „Klar, gerne, aber nenn mich einfach Sylvia.“ Ich nickte. Dann spielten wir unseren letzten Song. „Wow, das hört sich wirklich gut an.“ Sagte sie. Ich lächelte. „Wollt ihr vielleicht ein wenig Limonade?“ fragte Sylvia. „Klar!“ meinten alle. Also gingen wir nach oben in die Küche. Danny und ich sahen uns neugierig um. „Wollt ihr das ganze Haus sehen?“ fragte Kyle. Wir nickten. „Ok, dann mal los.“ Wir machten also eine Hausbesichtigung. Das Haus war noch größer als unseres. Kein Wunder, es sind ja auch mehr Leute. Als wir bei Cassy’s Zimmer ankamen war Lindsay drinnen. „Lindsay, was machst du in meinem Zimmer?!“ rief Cassy aufgebracht. Lindsay war überrascht, dass wir da waren. „D-das geht euch gar nichts an!“ rief sie trotzig wie immer. „Eh, doch! Das geht mich sehr wohl was an, das ist schließlich mein Zimmer!“ Cassy war sichtlich wütend. „Lindsay das geht zu weit! RAUS AUS MEINEM ZIMMER! SOFORT!“ Lindsay schaute sie nur an und bewegte sich nicht einen Zentimeter. Sie verschränkte die Arme und schaute herausfordernd. Ich war fasziniert, mit was für einer Gelassenheit sie da stand. Mir blieb der Mund offen stehen, was ich aber erst bemerkte, als Danny ihn wieder zu klappte. Ich schaute ihn nur an und wendete meinen Blick dann wieder auf die Szene im inneren von Cassy’s Zimmer. „Was willst du denn machen wenn ich nicht gehe?“ fragte Lindsay belustigt. Kyle ging auf Lindsay zu und nahm sie wie Baby auf den Arm. Sie strampelte und Schrie. „LASS MICH LOS! HEEEEY! LASS MICH LOOOOOS! KYLEEEE! FINGER WEG! LASS MICH IN RUHE!“. Ihr Vater und ihre Mutter kamen hoch. „HEY!“ donnerte ihr Vater. Ich zuckte zusammen und klammerte mich an Danny. Ich hatte großen Respekt vor ihrem Vater. Danny legte seinen Arm um mich. Er weiß, dass ich mich dadurch immer sicher fühle. Alles war ruhig. Es war trotzdem ein lustiges Bild wie Lindsay halb in Kyles Armen hing und beide auf ihren Vater starrten. „Was ist hier los?!“ rief er. Es war klar, dass Lindsay sofort etwas sagte. „Er hat mich einfach getragen und egal was ich getan habe, er wollte mich nicht lassen!“ „Stimmt das Kyle?!“ fragte ihr Vater. Kyle sagte nichts und starrte ihn einfach an. Ich hatte Angst, dass er Kyle gleich den Kopf abreißen würde. Daher ergriff ich einfach die Initiative. Mich hatte der Mut gepackt. „Es stimmt schon... aber das ist nicht die ganze Geschichte.“ Ich trat vor. Er sah mich an und musterte mich. „Dann erzähl mir doch mal die ganze Geschichte, ich möchte wissen was vorgefallen ist.“ Meinte er. Ich schluckte. „Also wir haben uns das Haus angeschaut. Und als wir an Cassy’s Zimmer angelangt sind, war Lindsay drinnen und sie meinte, es würde uns nichts angehen, was sie da macht. Cassy wurde wütend und hat Lindsay angeschrien, dass sie aus ihrem Zimmer verschwinden soll, aber Lindsay hat sich nicht bewegt und sie herausfordernd angelacht und gefragt, was Cassy tun würde, wenn sie nicht geht. Dann hat Kyle sie hochgehoben und wollte sie aus dem Zimmer tragen. Lindsay hat getreten und geschrien. Und jetzt sind wir hier.“ Meinte ich. Niemand sagte etwas. „Ok... wenn das so ist. Dann tut es mir leid dich beschuldigt zu haben, Kyle. Und Lindsay, was machst du hier?“ fragte er. Lindsay sagte nichts. „ACH EGAL!“ rief sie schließlich und wollte an uns vorbei stürmen, aber ihr Vater hielt sie am Arm. Ich konnte sehen, dass Lindsay Tränen in den Augen hatte. Ihr Vater sah sie an. Sie riss sich los und rannte in ihr Zimmer. Ich hörte wie sie abschloss. Wir schauten alle hinter ihr her. Cassy sagte als erstes wieder was. „Hey! Wo sind meine All Time Low CD’s?!“ Wir schauten zu ihr, wie sie vor ihrem CD Regal stand. Da fehlten wirklich einige CD’s. „Lindsay wird sie ja wohl kaum genommen haben.“ Meinte Danny. „Denkst du. Ich weiß zwar nicht, was sie damit wollen könnte, aber wer soll sie denn sonst haben? Sie stand außerdem vor diesem Regal.“ Entgegnete Cassy. „Aber sie hatte doch nichts dabei.“ Meinte ich. „Vielleicht war sie ja schon vorher hier! Keine Ahnung, aber ich will meine CD’s!“ rief Cassy. „Beruhig dich! Alles wird gut.“ Beruhigte Kyle sie. Cassy stöhnte. „Man ey, sie macht mich verrückt!“ Cassy setzte sich auf ihren Schreibtischstuhl. Ihr Vater und ihre Mutter waren in der Zwischenzeit auch wieder verschwunden. „Ist sie in letzter Zeit immer so?“ fragte ich. Kyle und Cassy sahen auf. Cassy nickte. „Hm... habt ihr mal darüber nachgedacht, ob es ihr vielleicht... naja... schlecht geht? So wie... Danny und... dir und mir damals?“ fragte ich. Ich wollte auf keinen Fall was Falsches sagen. Alle starrten mich an. „Ich mein ja nur...“ murmelte ich. Cassy ergriff zuerst das Wort. „Nein, das kann nicht sein. Nicht Lindsay. Der geht es zu gut. Sie hat dazu keinen Grund. Außerdem sieht sie nicht so aus. Ich meine... schaut uns doch an... wir sind anders als sie...“ meinte sie. „Na und? Schau Kyle an, er sieht aus wie wir, aber ihm geht es gut.“ Entgegnete ich. Cassy schüttelte trotzdem den Kopf. Ich seufzte und holte mein Handy raus. Ich suchte ein altes Foto von mir und hielt es Cassy hin. „Das bin ich, mit 12 Jahren. Da habe ich schon ein Jahr lang geritzt. Guck mich an. Ich hatte braune Haare, war scheiße geschminkt und hatte Girly Klamotten an.“ Meinte ich. Cassy öffnete erst den Mund, als ob sie was sagen wollte, schloss ihn dann aber wieder. „Naja... sie verhält sich schon komisch...“ meinte Kyle nachdenklich. „Moment mal, wollt ihr mir jetzt etwa weismachen, dass Lindsay sich ritzt?!“ rief Cassy. „Pssst!“ riefen alle. „Das kann nicht sein! Nein, das gibt’s nicht. Jeder, aber nicht Lindsay!“ Ich zuckte die Schultern. „Ist mir jetzt egal, ich gehe jetzt zu ihr.“ Meinte ich. „Und wie willst du da rein kommen? Sie hat abgeschlossen.“ Warf Danny ein. „Amateure...“ murmelte ich und suchte nach zwei Haarklammern. Dann ging ich zu Lindsay. Ich klopfte. Die anderen machten keine Anstalten mir zu folgen. Lindsay reagierte nicht. Ich klopfte etwas lauter. Wieder nichts. „Lindsay?“ fragte ich. Immer noch nichts. Schließlich bog ich die Klammern auseinander und knackte das Schloss, das hatte ich schon mit neun Jahren beherrscht. Lindsay schreckte auf und ließ ihren Laptop mit den Kopfhörern fast vom Bett fallen. „W-Wie kommst du hier rein?!“ rief sie. „Ist jetzt egal.“ Meinte ich und schloss mit dem Schlüssel wieder zu. Lindsay sah mich ungläubig an. „Gute Musik, oder?“ fragte ich „Ich weiß gar nicht was du meinst...!“ sagte Lindsay. „Ich meine...“ ich drehte den Laptop und zeigte auf das All Time Low Logo. „Diese Musik.“ Lindsay schwieg. „Ich habe früher auch mal All Time Low gehört, irgendwann wurde es immer weniger, ich sollte wieder anfangen, die machen wirklich gute Musik und sie sind auch noch so süß, vorallem zusammen. Aber ich bin mir sicher, dass weißt du alles schon.“ Sagte ich. Lindsay nickte Langsam. „Lindsay, auch wenn du mich nicht magst und um ehrlich zu sein bis jetzt mag ich dich auch noch nicht wirklich, aber ich mache mir Sorgen um dich. Geht es dir gut?“ Lindsay biss sich auf die Lippe. Ich hatte sie geknackt. „Also... woher weißt du dass es mir nicht gut geht? Ich meine... ich sehe nicht annährend so aus wie ihr.“ Meinte sie „Ich war nicht anders als du. Ich war Girly, aber ich hörte solche Musik, weil sie mir kraft gab, mich inspirierte.“ Ich zeigte auf die Bändchen an meinem Arm. „Ich war auf vielen Konzerten und Autogramstunden. Die Stars haben mit mir geredet und alle meinten, ich soll stark bleiben und es weiter versuchen. Vor allem Vic, von Pierce the Veil hat mir am meisten Kraft gegeben und er tut es immer noch. Ich habe erst mit fast 13 angefangen so zu sein, wie ich jetzt bin. Lindsay, sag mir bitte was dir fehlt. Ich habe Angst. Angst davor, dass es jemandem in meinem Umfeld, egal ob ich ihn mag oder nicht, schlecht geht. So schlecht, dass er ritzt und so weiter.“ Sagte ich. Lindsay senkte ihren Blick. Dann zog sie langsam ihren Ärmel hoch. Wunden und Narben, wie ich es mir gedacht hatte. „Warum...?“ hauchte ich. „Weil sich alles geändert hat. Dad bevorzugt Cassy, dabei ist sie nicht mal seine richtige Tochter... sondern ICH. Alle gehen vor. Sogar Sylvia. Mein Leben ist total anders geworden. Ich weiß, es ist für dich unverständlich, aber ich bin so ein einfaches Leben nicht gewohnt. Ich habe ALLES bekommen was ich wollte. Dad war IMMER nur für mich da. Und jetzt? Ich halte das nicht aus.“ Meinte sie. „Lindsay, das ist nicht war. Dein Dad bevorzugt niemanden, außer dir und Cassy. Kyle wird total vernachlässigt. Dein Dad liebt dich. DU bist immer noch seine Tochter, nicht Cassy. Er versucht es allen recht zu machen. Und er liebt deine Mutter. Dann macht er schon mal was für sie.“ Versuchte ich sie zu beruhigen. „Sie ist nicht meine Mutter, sondern Cassys und Kyles.“ Meinte sie. „Gut, dann eben so.“ „Lindsay, hol dir bitte Hilfe, rede mit jemandem. Wenn es nicht anders geht, bin ich immer da. Egal wann und wo. Ich werde immer versuchen für alle da zu sein, weil ich weiß wie es ist, sich so scheiße zu fühlen, das wünsche ich niemandem.“ Sagte ich. „Okay. Ich werde mit dir reden. Du hast Ahnung, du kannst mir helfen... Danke.“ Meinte sie. „Kein Problem.“ Ich wollte gehen. „Nimm die mit, ich hab sie alle auf meinem Laptop.“ Sie gab mir die CD’s. „Und, sag den anderen bitte erstmal noch nichts, ich will es ihnen wenn dann selbst erzählen.“ Fügte sie hinzu. Ich nickte. „Keine Sorge, ich lass mir was einfallen.“ Meinte ich, schloss die Tür auf und ging. Ich hörte, wie Lindsay hinter mir wieder abschloss. Ich ging wieder zu den anderen. Sie sahen mich alle erwartungsvoll an. „Sie hat halt einen guten Musik Geschmack.“ Sagte ich. Zum Thema wie es ihr geht, kriegten sie nichts aus mir raus.
Wir wurden schon von Cassy, Kyle und ihren Eltern erwartet nur Lindsay schaute neugierig aus dem Fenster und als ich hinaufblickte zog sie schnell die Gardienen zu, aber sie spähte trotzdem noch durch. „Weiß Lindsay, dass wir sie sehen können?“ fragte ich. „Ja, aber angeblich interessiert es sie alles nicht ein Stück was hier passiert.“ Antwortete Cassy. Ich nickte und schaute noch mal nach oben. Dann trugen wir alles in den Keller. Wir verabschiedeten uns von Dad. Dann richteten wir alles ein. Hier unten war eine schöne Akustik. Cassy und Kyle hatten sich die Woche über ausgearbeitet was sie in unseren Songs wann spielen könnten. Wir legten los. Es hörte sich wirklich sehr gut an. Mitten im Song kam Lindsay wutentbrannt die Treppe runter gestürzt. „Man ey, könnt ihr vielleicht mal leise sein? Ich versuche hier zu entspannen!“ rief sie. Ich musste mir das Lachen verkneifen und schaute grinsend auf den Boden. „Du miese Kröte hör auf zu lachen!“ schrie sie mich an. Ich lächelte Provozierend. „Lindsay, geh wieder nach oben, man hört oben kaum etwas.“ Meinte Kyle. Sie stampfte wütend auf, ging dann aber wieder. „Gott, wie könnt ihr es nur mit ihr aushalten?“ fragte ich. „Ach das passt schon.“ Antwortete Cassy. „Irgendwas hat sie gegen mich.“ Sagte ich nachdenklich. „Du hast sie vor der ganzen Klasse angemacht. Das kommt ihrem Ruf nicht sehr gut.“ Meinte Kyle. „Ich habe nur Danny verteidigt!“ meinte ich. „Ja, das interessiert sie leider nicht. Für sie ist nur wichtig, dass sie blamiert wurde.“ Meinte Cassy. „Mach dir nichts draus. Sie konnte mich von Anfang an nicht leiden, weil ich in ihre Welt eingedrungen bin. Sie war auf einmal nicht mehr Daddys einziges kleines Mädchen. Kein verwöhntes Einzelkind mehr. Auf einmal hatte sie zwei Geschwister und eine Mutter. Sie hasst uns alle. Kyle kommt gut alleine klar, ich bin genauso wie Lindsay seine kleine Prinzessin. Kyle bekommt auch alles war er will, aber Lindsay und ich bekommen eine extra Behandlung. Ein bisschen ungerecht, aber Kyle will es auch so. Sie zickt hier immer bei allem rum und Dad will sie immer beruhigen, dann wirft sie mit Sachen um sich und rennt wütend in ihr Zimmer.“ Fügte sie hinzu. „Wow, krass...“ meinte ich nur. „Wir haben uns immer alle vernünftig verhalten, auch wenn Mum und Dad schon dabei waren sich zu trennen, waren alle vernünftig, wir wussten alle dass es zu Ende geht, aber niemand war wütend oder sonstiges. Wenn jemand etwas nicht bekommen hat, hat er es eben akzeptiert, sogar meine beiden kleinen Brüder und meine kleine Schwester haben das so gemacht.“ Fügte ich hinzu. „Tzja, so vernünftig ist sie leider nicht.“ Sagte Kyle. „Naja, ok, wollen wir den Song nochmal anfangen?“ fragte ich einfach. Alle nickten. Also fingen wir nochmal an. Oben an der Tür klatschte es. „Das hört sich super an.“ Hörte ich Cassy’s und Kyle’s Mutter sagen. Ich drehte mich um und lächelte. Wie bedankten uns. „Wir haben noch einen Song, wollen sie ihn hören?“ fragte ich. „Klar, gerne, aber nenn mich einfach Sylvia.“ Ich nickte. Dann spielten wir unseren letzten Song. „Wow, das hört sich wirklich gut an.“ Sagte sie. Ich lächelte. „Wollt ihr vielleicht ein wenig Limonade?“ fragte Sylvia. „Klar!“ meinten alle. Also gingen wir nach oben in die Küche. Danny und ich sahen uns neugierig um. „Wollt ihr das ganze Haus sehen?“ fragte Kyle. Wir nickten. „Ok, dann mal los.“ Wir machten also eine Hausbesichtigung. Das Haus war noch größer als unseres. Kein Wunder, es sind ja auch mehr Leute. Als wir bei Cassy’s Zimmer ankamen war Lindsay drinnen. „Lindsay, was machst du in meinem Zimmer?!“ rief Cassy aufgebracht. Lindsay war überrascht, dass wir da waren. „D-das geht euch gar nichts an!“ rief sie trotzig wie immer. „Eh, doch! Das geht mich sehr wohl was an, das ist schließlich mein Zimmer!“ Cassy war sichtlich wütend. „Lindsay das geht zu weit! RAUS AUS MEINEM ZIMMER! SOFORT!“ Lindsay schaute sie nur an und bewegte sich nicht einen Zentimeter. Sie verschränkte die Arme und schaute herausfordernd. Ich war fasziniert, mit was für einer Gelassenheit sie da stand. Mir blieb der Mund offen stehen, was ich aber erst bemerkte, als Danny ihn wieder zu klappte. Ich schaute ihn nur an und wendete meinen Blick dann wieder auf die Szene im inneren von Cassy’s Zimmer. „Was willst du denn machen wenn ich nicht gehe?“ fragte Lindsay belustigt. Kyle ging auf Lindsay zu und nahm sie wie Baby auf den Arm. Sie strampelte und Schrie. „LASS MICH LOS! HEEEEY! LASS MICH LOOOOOS! KYLEEEE! FINGER WEG! LASS MICH IN RUHE!“. Ihr Vater und ihre Mutter kamen hoch. „HEY!“ donnerte ihr Vater. Ich zuckte zusammen und klammerte mich an Danny. Ich hatte großen Respekt vor ihrem Vater. Danny legte seinen Arm um mich. Er weiß, dass ich mich dadurch immer sicher fühle. Alles war ruhig. Es war trotzdem ein lustiges Bild wie Lindsay halb in Kyles Armen hing und beide auf ihren Vater starrten. „Was ist hier los?!“ rief er. Es war klar, dass Lindsay sofort etwas sagte. „Er hat mich einfach getragen und egal was ich getan habe, er wollte mich nicht lassen!“ „Stimmt das Kyle?!“ fragte ihr Vater. Kyle sagte nichts und starrte ihn einfach an. Ich hatte Angst, dass er Kyle gleich den Kopf abreißen würde. Daher ergriff ich einfach die Initiative. Mich hatte der Mut gepackt. „Es stimmt schon... aber das ist nicht die ganze Geschichte.“ Ich trat vor. Er sah mich an und musterte mich. „Dann erzähl mir doch mal die ganze Geschichte, ich möchte wissen was vorgefallen ist.“ Meinte er. Ich schluckte. „Also wir haben uns das Haus angeschaut. Und als wir an Cassy’s Zimmer angelangt sind, war Lindsay drinnen und sie meinte, es würde uns nichts angehen, was sie da macht. Cassy wurde wütend und hat Lindsay angeschrien, dass sie aus ihrem Zimmer verschwinden soll, aber Lindsay hat sich nicht bewegt und sie herausfordernd angelacht und gefragt, was Cassy tun würde, wenn sie nicht geht. Dann hat Kyle sie hochgehoben und wollte sie aus dem Zimmer tragen. Lindsay hat getreten und geschrien. Und jetzt sind wir hier.“ Meinte ich. Niemand sagte etwas. „Ok... wenn das so ist. Dann tut es mir leid dich beschuldigt zu haben, Kyle. Und Lindsay, was machst du hier?“ fragte er. Lindsay sagte nichts. „ACH EGAL!“ rief sie schließlich und wollte an uns vorbei stürmen, aber ihr Vater hielt sie am Arm. Ich konnte sehen, dass Lindsay Tränen in den Augen hatte. Ihr Vater sah sie an. Sie riss sich los und rannte in ihr Zimmer. Ich hörte wie sie abschloss. Wir schauten alle hinter ihr her. Cassy sagte als erstes wieder was. „Hey! Wo sind meine All Time Low CD’s?!“ Wir schauten zu ihr, wie sie vor ihrem CD Regal stand. Da fehlten wirklich einige CD’s. „Lindsay wird sie ja wohl kaum genommen haben.“ Meinte Danny. „Denkst du. Ich weiß zwar nicht, was sie damit wollen könnte, aber wer soll sie denn sonst haben? Sie stand außerdem vor diesem Regal.“ Entgegnete Cassy. „Aber sie hatte doch nichts dabei.“ Meinte ich. „Vielleicht war sie ja schon vorher hier! Keine Ahnung, aber ich will meine CD’s!“ rief Cassy. „Beruhig dich! Alles wird gut.“ Beruhigte Kyle sie. Cassy stöhnte. „Man ey, sie macht mich verrückt!“ Cassy setzte sich auf ihren Schreibtischstuhl. Ihr Vater und ihre Mutter waren in der Zwischenzeit auch wieder verschwunden. „Ist sie in letzter Zeit immer so?“ fragte ich. Kyle und Cassy sahen auf. Cassy nickte. „Hm... habt ihr mal darüber nachgedacht, ob es ihr vielleicht... naja... schlecht geht? So wie... Danny und... dir und mir damals?“ fragte ich. Ich wollte auf keinen Fall was Falsches sagen. Alle starrten mich an. „Ich mein ja nur...“ murmelte ich. Cassy ergriff zuerst das Wort. „Nein, das kann nicht sein. Nicht Lindsay. Der geht es zu gut. Sie hat dazu keinen Grund. Außerdem sieht sie nicht so aus. Ich meine... schaut uns doch an... wir sind anders als sie...“ meinte sie. „Na und? Schau Kyle an, er sieht aus wie wir, aber ihm geht es gut.“ Entgegnete ich. Cassy schüttelte trotzdem den Kopf. Ich seufzte und holte mein Handy raus. Ich suchte ein altes Foto von mir und hielt es Cassy hin. „Das bin ich, mit 12 Jahren. Da habe ich schon ein Jahr lang geritzt. Guck mich an. Ich hatte braune Haare, war scheiße geschminkt und hatte Girly Klamotten an.“ Meinte ich. Cassy öffnete erst den Mund, als ob sie was sagen wollte, schloss ihn dann aber wieder. „Naja... sie verhält sich schon komisch...“ meinte Kyle nachdenklich. „Moment mal, wollt ihr mir jetzt etwa weismachen, dass Lindsay sich ritzt?!“ rief Cassy. „Pssst!“ riefen alle. „Das kann nicht sein! Nein, das gibt’s nicht. Jeder, aber nicht Lindsay!“ Ich zuckte die Schultern. „Ist mir jetzt egal, ich gehe jetzt zu ihr.“ Meinte ich. „Und wie willst du da rein kommen? Sie hat abgeschlossen.“ Warf Danny ein. „Amateure...“ murmelte ich und suchte nach zwei Haarklammern. Dann ging ich zu Lindsay. Ich klopfte. Die anderen machten keine Anstalten mir zu folgen. Lindsay reagierte nicht. Ich klopfte etwas lauter. Wieder nichts. „Lindsay?“ fragte ich. Immer noch nichts. Schließlich bog ich die Klammern auseinander und knackte das Schloss, das hatte ich schon mit neun Jahren beherrscht. Lindsay schreckte auf und ließ ihren Laptop mit den Kopfhörern fast vom Bett fallen. „W-Wie kommst du hier rein?!“ rief sie. „Ist jetzt egal.“ Meinte ich und schloss mit dem Schlüssel wieder zu. Lindsay sah mich ungläubig an. „Gute Musik, oder?“ fragte ich „Ich weiß gar nicht was du meinst...!“ sagte Lindsay. „Ich meine...“ ich drehte den Laptop und zeigte auf das All Time Low Logo. „Diese Musik.“ Lindsay schwieg. „Ich habe früher auch mal All Time Low gehört, irgendwann wurde es immer weniger, ich sollte wieder anfangen, die machen wirklich gute Musik und sie sind auch noch so süß, vorallem zusammen. Aber ich bin mir sicher, dass weißt du alles schon.“ Sagte ich. Lindsay nickte Langsam. „Lindsay, auch wenn du mich nicht magst und um ehrlich zu sein bis jetzt mag ich dich auch noch nicht wirklich, aber ich mache mir Sorgen um dich. Geht es dir gut?“ Lindsay biss sich auf die Lippe. Ich hatte sie geknackt. „Also... woher weißt du dass es mir nicht gut geht? Ich meine... ich sehe nicht annährend so aus wie ihr.“ Meinte sie „Ich war nicht anders als du. Ich war Girly, aber ich hörte solche Musik, weil sie mir kraft gab, mich inspirierte.“ Ich zeigte auf die Bändchen an meinem Arm. „Ich war auf vielen Konzerten und Autogramstunden. Die Stars haben mit mir geredet und alle meinten, ich soll stark bleiben und es weiter versuchen. Vor allem Vic, von Pierce the Veil hat mir am meisten Kraft gegeben und er tut es immer noch. Ich habe erst mit fast 13 angefangen so zu sein, wie ich jetzt bin. Lindsay, sag mir bitte was dir fehlt. Ich habe Angst. Angst davor, dass es jemandem in meinem Umfeld, egal ob ich ihn mag oder nicht, schlecht geht. So schlecht, dass er ritzt und so weiter.“ Sagte ich. Lindsay senkte ihren Blick. Dann zog sie langsam ihren Ärmel hoch. Wunden und Narben, wie ich es mir gedacht hatte. „Warum...?“ hauchte ich. „Weil sich alles geändert hat. Dad bevorzugt Cassy, dabei ist sie nicht mal seine richtige Tochter... sondern ICH. Alle gehen vor. Sogar Sylvia. Mein Leben ist total anders geworden. Ich weiß, es ist für dich unverständlich, aber ich bin so ein einfaches Leben nicht gewohnt. Ich habe ALLES bekommen was ich wollte. Dad war IMMER nur für mich da. Und jetzt? Ich halte das nicht aus.“ Meinte sie. „Lindsay, das ist nicht war. Dein Dad bevorzugt niemanden, außer dir und Cassy. Kyle wird total vernachlässigt. Dein Dad liebt dich. DU bist immer noch seine Tochter, nicht Cassy. Er versucht es allen recht zu machen. Und er liebt deine Mutter. Dann macht er schon mal was für sie.“ Versuchte ich sie zu beruhigen. „Sie ist nicht meine Mutter, sondern Cassys und Kyles.“ Meinte sie. „Gut, dann eben so.“ „Lindsay, hol dir bitte Hilfe, rede mit jemandem. Wenn es nicht anders geht, bin ich immer da. Egal wann und wo. Ich werde immer versuchen für alle da zu sein, weil ich weiß wie es ist, sich so scheiße zu fühlen, das wünsche ich niemandem.“ Sagte ich. „Okay. Ich werde mit dir reden. Du hast Ahnung, du kannst mir helfen... Danke.“ Meinte sie. „Kein Problem.“ Ich wollte gehen. „Nimm die mit, ich hab sie alle auf meinem Laptop.“ Sie gab mir die CD’s. „Und, sag den anderen bitte erstmal noch nichts, ich will es ihnen wenn dann selbst erzählen.“ Fügte sie hinzu. Ich nickte. „Keine Sorge, ich lass mir was einfallen.“ Meinte ich, schloss die Tür auf und ging. Ich hörte, wie Lindsay hinter mir wieder abschloss. Ich ging wieder zu den anderen. Sie sahen mich alle erwartungsvoll an. „Sie hat halt einen guten Musik Geschmack.“ Sagte ich. Zum Thema wie es ihr geht, kriegten sie nichts aus mir raus.
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