Montag, 5. Mai 2014

Alexa Story - Kapitel 6



Ich hätte meinen Wecker am liebsten erschlagen. Aber dann fiel mir wieder ein, dass ich einfach nur perfekte Haare und Spiderbites hatte. Ich sprang förmlich auf, zog Klamotten aus meinem Schrank und lief ins Bad. Naja eher gegen die Tür, weil Danny noch drinnen war und die Tür abgeschlossen war. „Geht es dir gut?“ fragte Danny, der die Tür aufgemacht hatte und auf mich runterstarrte. Ich nickte und musste lachen. Ich rappelte mich wieder hoch. Danny ging an mir vorbei und dann fiel mir mein eigentliches vorhaben wieder ein. Also beeilte ich mich mit Zähneputzen etc. Ich hastete zurück in mein Zimmer. Meine Haare band ich zuerst noch zusammen um mich zu schminken, dann machte ich meine Extensions rein und zupfte solange an meine Haaren rum und sprühte sie mit Haarspray ein, bis sie perfekt saßen. Ich checkte kurz die Nachrichten auf meinem Handy. Kurz ist jedoch sehr untertrieben. Ich hatte so viele Likes und Kommentare auf meine Fotos. „Alexa, kommst du endlich?“ rief mein Vater von unten. Damit war ich wieder in der Realität zurück. „Ja!“ rief ich und griff meine Tasche und zog mir schnell Chucks an. Ich trank meinen Tee aus und dann fuhr Dad uns zur Schule. Kaum war ich in der Klasse rannte Cassy auf mich zu. „Alexa!“ Sie musterte mich. Alle anderen kamen auch auf mich zu. Also die Mädchen. Danny gesellte sich zu den Jungs und wurde bewundert. Ebenso wie ich. Lindsay stand etwas weiter hinten, aber ihre Augen sagten, dass sie auf jeden Fall nicht uninteressiert war. Dann kam Mr. Teton unser Mathelehrer. Er stutze kurz, machte uns Komplimente und schließlich fingen wir mit dem Unterricht an. In der Pause zupfte Cassy an meinen Haaren rum. Ich lächelte verlegen. Die Schule ging gar nicht schnell genug vorbei. Alle zehn Minuten guckte ich auf die Uhr. Denn wir hatten heute Band Probe und wollten uns an neue Songs setzten. Wir saßen im Keller, schrieben und spielten auf unseren Instrumenten.  „Wie wäre es, wenn wir Songs von All Time Low covern?“ fragte ich. Alle sahen mich an. Ich zuckte die Schultern. „Ja, das hört sich toll an!“ rief Cassy, begeistert wie immer. Kyle und Danny nickten ebenfalls.
Nach langem hin und her, hatten wir uns auf „Therapy“ und „Time Bomb“ geeinigt, jedoch hatte niemand eine Idee, wie man die Songs spielt. Von daher mussten wir unsere Instrumente und ich meinen Verstärker wieder mitnehmen. Bis Mittwoch hatten wir Zeit, die Songs zu lernen.
Dad holte uns ab und zu Hause setzte ich mich gleich an die Songs. Schon nach kurzer Zeit wusste ich, wie man „Therapy“ spielt. Danach setzte ich mich an meine Hausaufgaben, die Schule darf ich schließlich nicht vernachlässigen.
Heute war endlich der Tag, an dem ich meinen dritten Ohrring auswechseln konnte. Ich machte vorsichtig den Stecker raus, säuberte das Ohrloch und steckte den Kreuzstecker durch. Dann machte ich mich fertig.
Heuten waren wir ausgesprochen früh da. Doch irgendetwas war anders. Ich schaute mich um. Ein Junge, ausgesprochen nett- und gutaussehend, stand an der Tafel. Er sah ein wenig verloren in dem ganzen Getümmel aus. Später kam Mrs. Jackson. Sie redete mit ihm. Dann fing sie an. „Also, dass ist unser neuer Schüler. Stell dich doch bitte vor.“ Sagte sie. Er nickte und trat vor. „Ich bin Jack Millers, bin 15 Jahre alt und komme aus London. Ich war nicht sonderlich begeistert, nur ein paar Wochen nach Schuljahresbeginn umzuziehen. Meine Hobbys sind Gitarre spielen, Musik hören und Songs schreiben. Falls ihr euch fragt, warum ich nur einen leichten Englischen Akzent habe, ich habe bis ich sieben war in Boston gelebt und bin auch dort geboren. Dann sind wir nach London gezogen und schließlich bin ich hier und hoffe, dass ich hier auch bleibe. Meine Eltern sind geschieden und ich lebe bei meiner Mutter.“ Beendete er seinen Vortrag. Ein paar Leute stellten fragen, aber ich war wie geblendet. Gitarre spielen, Musik hören und Songs schreiben. Das hörte sich ziemlich perfekt an. Für mich zumindest. Und er sah auch noch ziemlich gut aus. „Ok, Alexandra, Daniel, holt ihr bitte einen Tisch und stellt ihn hinten hin?“ fragte Mrs. Jackson. Wir nickten und taten wie uns befohlen. Den Tisch stellten wir zwischen Cassy und mich, da dort der einzige freie Platz war. Jack setzte sich mit einem schiefen Grinsen zwischen uns. Der Unterricht fing an. „Seid ihr beide neu?“ fragte Jack an Danny und mich gewandt. „Woher weißt du das?“ fragte ich und lächelte. „Ihr sitzt hinten und ihr habt noch nicht viel geredet. Nicht mal mit anderen.“ Meinte er. „Na ja, gut kombinieren kannst du schon mal.“ Sagte ich. Jack grinste. Erst jetzt fielen mir die Kopfhörer um seine Hals auf. „Was hörst du so?“ fragte ich und erhielt die gewünschte Antwort.
„Sleeping with Sirens, Linkin Park, All Time Low und so.“ antwortete. Innerlich grinste ich wie ein Honigkuchenpferd, äußerlich lächelte ich einfach nur. „Cool, ich auch.“ Sagte ich. Wir unterhielten uns. Langsam taute er auf. Am Ende der Schule verstanden wir uns schon sehr gut und er hatte auch zu Danny, Kyle und Cassy ‘Kontakt‘ aufgenommen.
Die nächsten Wochen verliefen sehr gut. Wir hatten alles mit den Songs geklärt und auch einen eigenen geschrieben. Er heißt „No Time for Sleeping“. Mit Jack hatten wir uns auch angefreundet. Ich hatte sogar seine Nummer. „Ok, findet ihr nicht auch, ob wir Jack vielleicht fragen sollten, ob er mit in die Band will? Immerhin kann er Gitarre spielen und schreibt Songs.“ Meinte Danny. Endlich jemand, der meine Gedanken aussprach. Alle sahen das offensichtlich genauso. Also schrieb ich ihn an... und er war begeistert. „Klar möchte ich in eure Band, ihr redet ja fast ausschließlich davon, ich möchte an euren Gesprächen teilhaben.“ Schrieb er. Ich schickte ihm einen Kusssmiley. Irgendwann in den letzten Tagen hatten wir damit angefangen. Und ich glaube, ich habe mich in ihn verliebt... Ob Cassy das wohl auch war? In ihn verliebt? Doch dann fiel mir wieder ein, was Lindsay Cassy an unserem ersten Tag in der Schule an den Kopf geworfen hat. „Und du bist eine Emo Lesbe!“ hatte sie gesagt. „Cassy, was meinte Lindsay damals, als sie dich als Emo Lesbe bezeichnet hat?“ fragte ich und hätte mich sofort dafür schlagen können. Cassy stutzte. Dann fing sie aber an zu grinsen. „Ich hatte befürchtet, dass einer von euch näher darauf eingehen würde. Sie hat recht, ich bin lesbisch.“ Meinte sie. Ich nickte. „Wieso? Hast du etwa Angst, dass ich dir Jack wegnehme? Bist du etwa verliebt?“ fragte sie grinsend. Ich lächelte verlegen und guckte auf den Boden. Erwischt! Ich konnte spüren, wie mir das Blut in den Kopf schoss und ich rot wurde. „Aha Erwischt!“ lachte Cassy. Danny warf mir einen amüsierten Blick zu, nur Kyle sah nicht sehr gut aus. Irgendwie geschockt. Aber ich hatte (was sich später noch als schlechte Idee herausstellen wird) keine Zeit darauf einzugehen. „Ich fasse es nicht! Meine kleine Alex ist verliebt!“ rief Danny grinsend. „Kleine? Ich bin fünf Minuten älter als du!“ rief ich. „Ja, aber du bist auch zehn Zentimeter kleiner als ich.“ Gab er zurück. Ich streckte ihm die Zunge raus. Er nahm mich einfach in den Arm. Ich schlang meine Arme um ihn und drückte ihn. Dann lösten wir uns voneinander.

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